28.12.08
27.12.08
22.12.08
verkleideter Weihnachtsmann
Vater und Kinder kommen begeistert vom Einkauf zurück. "Guck mal,
Mama!", Lotte hält mir einen Plüscheisbären entgegen. "Ügeli hat auch
einen!" Ich schaue erstaunt zu meinem Mann, der grinsend mit den
Schultern zuckt. "Wir sind einem Mann begegnet, der sagte: "Warten Sie
mal, ich hab was für Ihre Kinder." Dann öffnete er den Kofferraum, wo
er eine Kiste voller Plüschtiere herausholte. Jedes Kind durfte sich
eines aussuchen." "Einfach so?" "Einfach so." "Dann war das wohl der
Weihnachtsmann, der sich verkleidet hatte?!" "Bestimmt!"
21.12.08
Ulrich mit 1,5 Jahren
Ende des Monats ist der kleine Mann 1,5 Jahre alt. Zeit, mal wieder
den Entwicklungsstand zu klären:
- die nächtliche Knötterei hat immer noch kein Ende. Nach einigen
durchgeschlafenen Nächten fing er wieder damit an. Egal, ob gesund
oder verschnupft, er hat mindestens zwei Knötterphasen pro Nacht. Eine
erledigt sich in der Regel schnell, und eine muss per Fläschchen
überwunden werden. Schlaftraining hat da wenig gebracht. Immerhin
entkoppeln wir zunehmend das Fläschchen vom Schlafen, außer eben in
der Nacht. Er schläft alleine in seinem Bett ein, in unserer
Anwesenheit, aber ohne große Betuddelung. Gestern Nacht ging ich in
den Ring, Schnupfen hin oder her, um die Nacht ohne Fläschchen
durchzustehen. Nach zwei Stunden Permanentgeknöttere (also Hin- und
Herwerfen im Halbschlaf mit entsprechendem Gejammer, das allerdings
nicht ins Verzweifelte geht), wo weder warme Worte noch
Schnullerstecken noch Gar-nix-Machen irgendwie halfen, gab es dann um
01h30 ein halbdosiertes Fläschchen. Für den Rest der Nacht war dann
Ruhe, bis 7h00. Ich habe jetzt Urlaub und werde das die nächsten
Nächte noch weiter austesten.
- Ulrich hat das Malen entdeckt, zumindest nutzt er Stifte gerne
auch mal dazu ein paar Striche auf Papier zu hinterlassen, und nicht
nur Anknabbern und äh "Schminken" des eigenen Gesichts. Dadurch
ergeben sich hier häufig ruhige, harmonische Geschwistermomente, wo
Lotte und Ulrich am Kindertisch stehen und vor sich hin malen, Lotte
den Ulrich rumkommandiert, wenn er die Stifte wieder aufheben soll und
ansonsten kein Bedarf an elterlicher Intervention besteht. Herrlich!
- Es ist einfach wunderbar zur Zeit: Der Kleine ist gut gelaunt,
versteht erstaunlich viel und kann seine Bedürfnisse gut ausdrücken.
Manchmal sogar ein bisschen zu gut: Heute saß ich kurz am PC und
tippte eine Mail, da kam er mit einem Buch anmarschiert. Ich versuchte
ihn zu vertrösten, aber das prallte ab. Er packte immer wieder mein
rechtes Knie und versuchte mit aller Kraft mich vom PC weg zu drehen.
Wenn man auf einem Drehstuhl sitzt, ist es gar nicht so einfach, sich
gegen so einen Nachdruck zu wehren. Und er hat gewonnen, denn
irgendwann konnte ich vor Lachen über seine Beharrlichkeit nicht mehr.
- Ulrich sammelt Wörter wie wild: Genau wie Lotte hat er eine große
Liebe zum Büchergucken entwickelt ("Buuk") und das Reden macht ihm
Spaß. Zuletzt war er ganz stolz auf sein "Ging.ganz", seine Version
von "Adventskranz". Lotte hat sich ja damals total beömmelt über
dieses merkwürdige Wort... (siehe http://aufhohersee.blogspot.com/2007/01/kaputt-lachen.html)
Große Begeisterung bei Kind und Eltern lösen Wörter wie
"Omelar" (Dromedar) oder "Mauwuf" (Maulwurf) aus. Am tollsten ist es,
dass er Zusammenhänge inzwischen gut versteht und auch umsetzen kann:
Heute Abend entdeckte er, dass Mama schon das Essen für die Kinder
auftat (zum Abkühlen) und wollte gleich in seinen Hochstuhl hinein.
"Hol mal Papa und sag ihm 'Essen'", schickte ich ihn los. Wusch, war
er aus der Küche, marschierte ins Wohnzimmer und sagte mit Nachdruck
"ESSEN!!!" Das war nicht misszuverstehen und folgerichtig kam Papa mit
in die Küche.
- Ulrich liebt Tiere. Ganz besonders faszinieren ihn die Hamster der
Nachbarskinder. Seit er vor ein paar Tagen mal wieder einen Hamster
anfassen durfte, wird sein Plastik-Pandabär "Hamsa" genannt.
- Ulrich übt seine Feinmotorik, aber er ist weiterhin eher
grobmotorisch veranlagt: So fegt er weiterhin alle Essensreste vom
Tisch auf den Boden, die ihm von der Gabel gefallen sind. Um seinen
Essplatz sieht es daher immer besonders nährreich aus. Aber da nützt
alle "Erziehung" nix, er kann diesen Fegeimpuls offensichtlich noch
nicht unterdrücken (es ist ja schon besser geworden...). Aus- und
einräumen ist sowieso ein immer beliebtes Spielthema. Seit einigen
Tagen hat er den Kinderkleiderschrank für sich entdeckt und räumt
nunmehr nicht nur die Strumpfschublade aus, sondern gerne auch die
unteren Regalbretter. So kommt man gelegentlich ins Kinderzimmer, wo
die Kindelein so friedlich spielen, und sieht sich einem Berg
Kinderklamotten gegenüber, auf dem stolz ein kleiner Mann rumhüpft.
Wenn man Pech hat, ist der Berg auch schon quer durch die Wohnung
verteilt. Zum Glück liegen unten die Kleidungsstücke, aus denen die
Mäuse rausgewachsen sind, so dass sich mühsames Einsortieren erübrigt...
- Treppen waren ja schon immer seine Leidenschaft, so dass es hier
regelmäßige Treppenkletterworkouts im Hausflur gibt. Inzwischen
probiert er es im Laufen. "Hand!" kommandiert er dann, damit man ihn
festhält, und dann "Sitt" (Schritt). Und so geht es Sitt für Sitt die
Treppe hinunter oder hinauf. Ansonsten ist das an-der-Hand-Laufen
nicht so seine Leidenschaft. "Leine" ist ihm lieber. Wobei, vielleicht
entdeckt er es ja noch für sich: Kürzlich ging er eine ganze Strecke
Hand in Hand mit Lotte spazieren.
- Gegen Lotte kann er sich immer besser behaupten: Er brüllt bzw.
kreischt, um sich zu wehren oder durchzusetzen. Er mopst, was er will
und heult dramatisch, wenn ihm das Eroberte wieder abgejagt wird. Wir
versuchen, uns in diese geschwisterlichen Reibereien möglichst wenig
einzumischen. Das fällt uns nicht immer leicht... Aber die Querelen
sind überschaubar und in der Regel sind "Totte" und "Ügeli" ein gutes
Team! Sie tanzen miteinander, spielen eine Art Fangen, erschrecken
sich gegenseitig und spielen bei Tisch "Wer guckt am
grimmigsten?" (Spielanleitung: Man verzieht das Gesicht zu einer
grimmigen Grimasse und haut scheinbar wütend auf den Tisch. Dann ist
der andere dran.)
- Der Impfstand ist desolat. Die erste Impfrunde 8-fach haben wir
hinter uns. Masern, Röteln, Mumps steht jetzt an und ich zähle jeden
Tag ohne Schnupfen oder sonstige Krankheiten. Aktuell ist mal wieder
Bindehautentzündung dran.
- Rein körperlich ist Ulrich ein ganz anderer Typ als Lotte. Zumindest
bisher. Er ist viel breiter und mit einer gesunden kleinen
Speckschicht versehen, als die kleine Madame damals. Er trägt Größe 86
und Schuhgröße 23/24. Er steht, seit er steht, standfest in der
Badewanne. Umfallen passiert äußerst selten und ist kein Problem. Er
spritzt gerne und lässt sich gerne bespritzen und begießen. Wasser
über Gesicht und Augen macht keine Angst, sondern Spaß. Mit dem
ausdauernden Laufen hat er es aber noch nicht so. Da beginnt jetzt das
Training. Monsieur hat bisher davon profitiert, dass mit zwei kleinen
Kindern ein Kinderwagen immer in Reichweite ist...
- Ulrich ist ein Schmuser: Er liebt es, auf dem Wickeltisch gekitzelt
zu werden, Füße anknabbern, Bauch anprusten, Kitzelreime inklusive. Er
will immer noch gerne und viel auf den Arm. Inzwischen auch mit der
(noch) leicht durchschaubaren Schauspielvariante "Baby. Aua! Arm!" Wer
könnte da widerstehen? Während er früher allerdings den Arm zumeist
als Ausguck in die Welt benutzte, schmiegt er sich in letzter Zeit
häufiger mal an und kuschelt bewusst. Küsschen verteilt die
Schnoddernase gerne und viel, allerdings immer noch mit halboffenem
Mund. Er holt sich resolut die Nähe, die er braucht: Er schleppt ein
Buch an, hält es hoch, "Buuk! Chooß!!" und räumt etwaige Hindernisse
(Mamas Buch, Papas Laptop) aus dem Weg, außer seine Schwester. Noch
hat er da Respekt...
20.12.08
O-Ton Lotte
Lotte geht sich inzwischen eigenständig die Hände waschen und
zwischendurch auch mal Tiere waschen und so weiter. Man hört das
Wasser im Bad plätschern und bleibt dann automatisch mit einem Ohr im
Badezimmer um den weiteren Verlauf der Dinge zu überwachen. Gestern nun:
*plätscher plätscher* .... (Ruhe) ....
K: Lotte? Was machst du da?
... ...
K: Lotte? Was machst du da im Bad?
... ...
K: *guckt ins Badezimmer und sieht Lotte mit dem platschnassen
Handtuch den (patschnassen) Boden wischen* Was machst du da?
L: Is wisse den Boden!
K: Aber dafür nimmt man nicht das Handtuch! Das Handtuch ist für die
Hände. Den Boden wischt man mit einem Putzlappen! Außerdem ist jetzt
alles pitschenass und da kann man ausrutschen. Da kann man sich ganz
doll weh tun! Boden wischen machen Mama oder Papa!
L: *jammernd* Aber ich bin doch die Pippi Langstumf! Und die Pippi
macht viiiieeel Wasser auf den Boden und dann saust sie hin und her!
.... *Frau Klabauter überlegt* ...
K: Das stimmt! Aber die Pippi macht ganz viele Sachen, die normale
Kinder nicht machen! Beim Putzen sitzen Tommi und Annika auf der
Kommode und gucken zu, nicht wahr!?
L: Ja.
K: Siehst du. Die Pippi klettert auch auf dem Dach rum und das darf du
auch nicht machen! *steigert sich etwas in diese Vorstellung hinein*
Wehe du machst das! Dann kriegst du aber sowas von auf den Hintern,
dass dir Hören und Sehen vergeht! *merkt, dass sie hier gerade ihren
eigenen Film fährt und Lotte mit keinem Teil davon irgendwas anfangen
können kann, weil weder Dach noch vorgestelltes Strafmaß mit ihrer
Realität was zu tun haben* Äh, naja...
L: *jammernd* Aber iss will doch den Boden wissen!
K: Nein, das geht so nicht. Willst du mir demnächst mal helfen beim
Putzen?
L: *versöhnt* Jaaaaaa!
... Frieden wiederhergestellt und Sintflut abgewendet ...
Vor einige Wochen habe ich nebenbei mal die Nuckelfee eingeführt und
seitdem immer mal wieder erwähnt. Wichtig war zunächst mit Lotte zu
klären, dass man die Fee einlädt und die einem nicht einfach den
Schnuller nachts aus dem Bett klaut. Seitdem das geklärt ist, war viel
interessanter, was die Nuckelfee denn im Tausch mitbringen soll.
L: Wenn ich so bin *hält drei Finger hoch* dann kommt die Nuckelfee!
K: Ja? Das ist ja gar nicht mehr so lange hin!
L: Jaha! Und die bingt dann ein Mamaswein und eine Babyziege!
16.12.08
too shyhijei hush hush hide away
Die älteren Mitleser, also die, die in den 80ern Musik hörten, werden
im Titel den wunderbaren Hit von Kajagoogoo wieder erkennen. Hach ja.
Wissen Sie noch? In der Bravo stand, dass der eine mit der
Lacklederhose, der sollte angeblich keine Unterhosen tragen. Huiuiui,
war das verrucht! Und Nick Kershaw war ja sooooooooo süüüüüüß (auch
wenn er einem nur bis zum Bauchnabel reichte), so süüßß, dass einige
von uns sich nicht bremsen konnten und sich ein Fanposter von ihm an
die Wand pinnten. So weit bin ich natürlich nicht gegangen. Also
bitte. Ich hatte da irgendein pseudophilosophisch angehauchtes,
künstlerisch wertvolles Plakat hängen. Watt fürn Kopp un nich fürde
Hormone, sozusagen. Gut, aber ich schweife ab. Was wollte ich
eigentlich sagen?
Heute war Weihnachtsfeier im Kindergarten. Die Kinderlein hatten
Lieder einstudiert und wollten/sollten diese vor der versammelten
Elternschar gemeinsam mit der Erzieherin vortragen. Als der Aufruf zum
Sammeln im Flur kam, versteckte sich meine Große in einem Nebenraum
und wollte nun partout nicht rausgehen zu den anderen Kindern. Auch
nicht mit Mamas Begleitung. Die Erzieherin sammelte sie aus meinem Arm
ein und probierte es. Kaum losgelassen witschte das Kind zurück in den
Raum, wo die Eltern und Geschwister warteten, und verkroch sich bei
mir. Sie habe Angst, gestand sie. Wovor, wusste sie nicht. Nun denn,
sie ist halt doch ne Schüchterne. Ich verstand und regte noch an, dass
sie ja, wenn sie Lust habe, vom mütterlichen Schoß aus mitsingen könne.
Dann kamen die anderen herein und stellten sich vor den elterlichen
Halbkreis. Ich saß am Ende des Halbkreises direkt neben einem
Spielzeugregal, so dass Ulrich beschäftigt war. Der Platz bot Ausblick
auf die Rücken der lieben Kleinen. Beim zweiten Lied fragte ich Lotte,
ob sie nicht mit Ulrich tanzen wolle hinter den Kindern, wo sie keiner
sieht. Die Idee fand sie super und Ulrich auch. Sie hielten sich nicht
lange bei den Händen und auch nicht lange hinter den Rücken der
Singenden auf. Während Ulrich kleinstkindsüß in die Hände klatschend
und wie ein Brummbär vor den Kindern rumtanzte, vollführte Lotte eine
Art Pippi-Langstrumpf-Schottentanz, bei dem es offenkundig darauf
ankam, möglichst lautstark mit beiden Füßen gleichzeitig auf dem Boden
rumzuhüpfen. Dabei positionierte sie sich treffsicher vor der Kamera
eines filmenden Vaters.
Während ich mit zunehmender Verkrampfung ein weiterhin stolzes Lächeln
über meine nunmehr mutigen Kinder im Gesicht trug, zuckten meine Hände
jedesmal "dämpfend", wenn Lotte zu mir hinguckte. Hin und wieder
entschlüpfte mir ein äh diskretes "Lotte, nicht so laut". Lotte
verstand mich so gar nicht und hüpfte fröhlich weiter. Ich fragte mich
zwischendurch, ob sie auf einer tieferen psychischen Ebene gerade eine
Akt der Sabotage am erfolgreichen Auftritt der anderen Kinder
vollzog? Lächeln, lächeln, mehr konnte ich nicht tun. Aufstehen und
einsammeln wäre brutal, störend und überhaupt nicht verständlich
gewesen. Meine Zeichen kamen nicht an. Also lächeln, lächeln, und die
Führung der pädagogischen Fachkraft überlassen...
Abends dann, als wir dem Klabautermann von der Feier berichteten und
Klabauterfrau natürlich schwer stolz von der zuerst schüchternen, aber
dann tanzenden Lotte erzählte, guckte mich das Kind plötzlich fragend
an: "Mamaha, was hast du da eigentlich immer mit der Hand gemacht?"
"Äh ja, ich wollte dir sagen, dass du ein bisschen leiser hüpfst!"
"Warum?"
Tja, ich erspare Ihnen den Rest des Gesprächs. Was für ein Rumgeeiere,
wenn man seinem Kind sagen will "sei bitte spontan und mutig, aber
störe niemanden damit". Lassen Sie es einfach. Es klappt nicht!
Urlaub
"Was machen Sie denn hier?", fragen mich zwei Azubienen. "Urlaub. Ich
wollte eigentlich nur kurz meinen Schreibtisch aufräumen kommen..."
"Na, das habe ich ja noch nie gehört, im Urlaub zur Arbeit gehen und
den Schreibtisch aufräumen?" "Warten Sie nur", ich klopfte der einen
halb gütig halb drohend auf die Schulter, "warten Sie nur, da kommen
Sie auch noch hin!"
Meine Urlaubsnächte widme ich nunmehr der Schlaferziehung meines
Sohnes. Die Strategie "Beisitzendes Knötternlassen" hat sich insofern
in den letzten zwei Nächten bewährt, als Frau Klabauter ausgiebig Zeit
hatte, sich Gedanken zu machen: Sohnemann brachte es jede Nacht auf
eine Stunde Rumwälzen und Stöhnen und Jammern, bevor er wieder in den
Tiefschlaf sank. Beide Male wurde der Endpunkt mit einem Fläschchen
gesetzt. Wobei ich mir sicher bin, dass das Fläschchen nur ein Mittel
ist und kein Problemlöser, sprich: er hatte keinen Hunger oder Durst.
Das Problem liegt darin, dass er halb aufwacht und nicht in den Schlaf
zurückfindet. Und das wiederum ist nach Adam Rieses Lehrbuch der
Hinweis darauf, dass er einfach zu viel Schlaf hat. Nun, da müssen wir
also kürzen. Die Anweisung an die Tagesmutter ist erfolgt: Höchstens
1,5 Stunden schlafen lassen. Das Schlafprotokoll ist ausgedruckt. Der
Klabautermann ist vorgewarnt: Es könnte sein, dass der Knabe später
ins Bett oder früher aus dem Bett muss... Das große Schreckgespenst
der Verkürzung der Elternfreizeit / -schlafzeit droht. Mal sehen.
"Na, geht's dir nicht gut?", fragt die feinfühlige Nachbarin. Ich
erzähle ihr von dem Stress auf Arbeit und von meinen kurzen Nächten.
"Ja, du siehst auch echt angeschlagen aus", bedauert sie mich. "Ach
das! Ich bin bloß nicht geschminkt!"
10.12.08
Malen
Das Malfieber ist ausgebrochen: Beide Kinder stürzen sich auf Stifte
und Papier. Ulrich ist noch mehr damit beschäftigt, die Stifte aus dem
Stiftekoffer raus und wieder rein zu legen und gelegentlich leichte
Striche auf das Blatt zu bringen. Lotte malt die Villa Kunterbunt:
Erst die Konturen (schon ganz gut als Viereck mit Fenstern und einer
Tür), dann das Ausmalen (kunterbunt halt).
Heute war Feuerwehrtag: Gemalt wurde Feuer und die Kreise, die von der
Künstlerin als Helme der Feuerwehrmänner gedeutet wurden. (und ich
dachte, es wären die Räder der Feuerwehr. Na gut, hab ich das Blatt
wohl falsch rum gehalten...)
Tanzen
"Brüderchen, komm, tanz mit mir. Beide Hände reich ich dir..." singend
tanzen Lotte und Ulrich Hand in Hand im Kreis. Ulrich, der für sein
Leben gerne tanzt und zu jeder Musik anfängt rumzuwippen, ist ganz
entzückt über diese neue Tanzvariante. Und Lotte, die große Schwester,
die singt und ihrem Bruder zeigt, wie es geht, ist ganz entzückt über
die Begeisterung, die sie auslöst.
7.12.08
Adventskalender
L: Heute bin ich dann! Oben oder unten?
M: Noch sind wir in der oberen Reihe. Wir leeren eine Weihnachtsmaus
nach der anderen...
L: Oh *jubelt* ein Ssokobong! ... Was is da noch dinn? *popelt*
M: Weißt du, was das ist?
L: ein Tusskasten.
M: Genau, eine Farbe für den Tuschkasten. Die kann man da rein setzen.
Hm, das muss der Nikolaus wohl für dich gedacht haben.
L: Iss will aber den Ssokobong! Der Ügeli kann die Farbe habn!
6.12.08
Nikolaus
Bei uns ist heute Nacht der Nikolaus vorbei gekommen und hat die
Stiefel der Kinder bestückt. Welche Freude am Morgen! Während Ulrich
das Prinzip des Auspackens noch erfassen muss, hatte Lotte ihre
Geschenke in Nullkommanix ausgepackt und hüpfte vergnügt durch die
Wohnung.
Auch die Eltern bekamen ein Geschenk: Wir haben einen windelfreien Tag
für Lotte initiiert, die dann beim Vorlesen erstmal einpullerte. "Isch
hab vergessen, dass ich keine Windel anhab!" Sie ging dann noch mal
aufs Klo, und da kam das Geschenk: Lotte machte das erste Mal ein
großes Geschäft ins Klo! "Hurra, hurra, die Lotte hat A.A.!!" sangen
darauf hin Papa und Mama und klatschten in die Hände. Ulrich machte
begeistert mit und Lotte strahlte. Und strahlt weiterhin: "Das stinkt
ganz doll im Bad! Das war ganz viel A.A.!"
3.12.08
the big wake
Ach ja, oder auch The big Wake oder so. Da habe ich mich dermaßen über
ein gesundes und dann durchschlafendes Kind gefreut und muss jetzt
seit einer weiteren gesunden Woche beobachten, dass der kleine Mann
mitnichten durchschläft. Einschlafen 20h00, kleines Knöttern 23h00
(jaja, das ist offensichtlich so ein beliebter Zeitpunkt), größeres
Knöttern 1h00, kleines Knöttern 2h30, 4h30, knötterndes Aufwachen 6h00
- so war es jedenfalls letzte Nacht. Dieses Geknötter ist des kleinen
Manns Form der Beschwerdeführung: Ich will schlafen und schmeiß mich
hin und her, Nucki rein, Nucki raus, Nucki suchen und nicht finden,
wälz und Kopf gegen die Stangen rums und überhaupt.
Besonders störend empfand ich insbesondere das Aufwachen um 4h30, weil
er sich da nur mittels Fläschchen und Danebensitzen wieder einlullen
lässt. Eine etwas aufwendige Prozedur für ein müdes Mütterchen. Wenn
er dann schläft, bin ich meist wach. Dann habe ich festgestellt, dass
ich die Stunde bis zur mütterlichen Aufstehzeit einfach für ein
einsames genüssliches Sofafrühstück mit Buch in der Hand nutzen kann.
Und seitdem bin ich wieder versöhnt...
Allerdings, wenn der Knabe nicht innerhalb der nächsten Tage (Stunden)
zu einem anderen Rhythmus findet, dann werden hier die Daumenschrauben
angezogen und mal wieder Schlaftraining eingeführt. Ich hatte schon
keine Augenringe mehr und gefiel mir ganz gut so...
Aber ich will nicht nur rumknöttern. Ist der Knabe erstmal wach, dann
ist er Zucker! Er plappert wie ein Wasserfall, guckt liebend gerne
Wimmelbücher und rast fröhlich durch die Gegend. Seit gestern hat er
das Nachspielen von Geschichten für sich entdeckt: Da gibt es ein
Buch, wo ein Baby heulend auf Mamas Arm zappelt, weil die Feuerwehr
laut vorbei rast. Das hat ihn fasziniert und wir haben viel darüber
gesprochen:
U: Bebe
M: Ja, das Baby weint! Üääää *imitiert das Weinen*
U: *lacht, streckt die Zunge raus* ääää
M: Genau, das Baby weint! Dann muss das Baby auf Mamas Arm. Ei, Baby,
ei. *streichelt den vermeintlich weinenden U*
U: *zeigt auf die Feuerwehr* tata
M: Richtig, die Tatütata, die ist soooooo laut *hält sich die Ohren
zu*, da muss das Baby weinen. Üääää. Und die Mama macht ei ei.
usw.usf.
Und danach lief der kleine Mann den ganzen Tag rum und imitierte ein
weinendes Baby, woraufhin Mama eine tröstende Mama mimte. Wir haben
uns ganz doll damit amüsiert! Am nächsten Tag spielte er den Jogger
aus dem Wimmelbuch, der sein Portemonnaie und den Schlüssel verliert,
indem er rumrannte und das Kinderportemonnaie durch die Gegend
feuerte. Lotte spielte dann das Mädchen, das die Börse findet und dem
Jogger zurück gibt. Großes Triumphlachen auf Ügelis Seite!






