28.9.08

Tränengänge

Seit Tagen schnupfen die Kinder vor sich hin. Erst mit
Fieberschübchen, inzwischen einfach nur mit verklebten Triefnasen. Bei
Lotte kommen verklebte Tränengänge dazu, was ihr ein ziemlich
verquollenes Aussehen verschafft. Was kann man da machen?

21.9.08

The big sleep

Freitagabend um 19h30 beide Kinder im Bett. Familiäres Schlafen (mit
den üblichen Knötterpausen) bis 7h30. Mittagspause von 13h00 bis
16h00. Samstagabend Kinder im Bett um 21h15 bzw. 22h00. Aufwachen am
Sonntag um 8h00. Mittagsschlaf von 12h30 bis 14h00 (gekürzt durch
väterliche Intervention). Abendliches Einschlafen der Kinder um 19h30
bzw. 20h15 (wobei man den Kleinen schon um 18h30 hätte hinlegen
können). Was ist hier los? Schlaftabletten im Trinkwasser?

20.9.08

Dinosaurier

L: Als die Dinosaurier da warn, da gab es keine Menschen!?

P: Richtig, da lebten die Menschen noch nicht.

L: Wo waren die Menschen da?

P: Die gab es noch nicht.

L: Die waren GANZ WEIT weg!!!

P: Naja, so kann man das auch nennen...

19.9.08

Mundraub

Heute Abend habe ich die Kinder gemeinsam auf dem elterlichen Futon
eingelullt. Süß sahen sie aus, so nah beeinander liegend. Ein paar
Stunden später komme ich ins Zimmer, um nach dem Rechten zu gucken.
Den Kleinen finde ich erst nach längerem Suchen am Fußende des Futons.
Fast wäre ich über ihn gestolpert. Ich plane ihn umzubetten und will
seinen Nuckel mitnehmen. Unauffindbar! Weder im Mund, noch in den
Händen, im Bett, unterm Kopfkissen - naja, nirgends halt, wo so ein
Ding sich üblicherweise verkriecht. Dann werde ich misstrauisch und
inspiziere den geschwisterlichen Mund. Tatsächlich! Hat sich doch die
Große dieses heilige Teil unter den Nagel gerissen! So viel zu
geschwisterlichen Schlafidylle...

12.9.08

Schlaf, Kindlein, schlaf

Ich glaube, wir haben den Durchbruch geschafft: Die letzten drei
Nächte mit Ügeli verliefen glimpflich. Einschlafen gegen 19h30 / 20h00
Uhr, Fläschchen gegen 23h30 / 0h30 mit ein bisschen Geknötter und
gerne nochmal auf den Arm um dann wieder wegzusacken, weiterschlafen
bis 5h00/6h00. Beim frühen Termin nochmal einlullen und schlafen bis
6h30. So wird das was!


Heute war er schon am späten Nachmittag ziemlich müde (ich glaube, das
viele Laufen schlaucht ihn und befördert auch das tiefe Schlafen).
Wegen akuten Hungeranfalls bekam er ein schnelles Fläschchen um 18h30,
aß dann bei Muttern noch Käsebrot mit. Dann Umziehen, Zähneputzen und
Einlullen. Müde, aber noch wach, ins Bett gelegt, weiter gesungen
außerhalb des Blickfeldes und wupps war er eingeschlafen! Wow! Ich
habe ja auf Trara gewartet, weil es kein Einschlaffläschchen gab. Aber
das Abendbrotfläschchen war noch so kurz her, und er vermutlich so
fertig, dass kein Protest kam.


Die aus meiner Sicht wesentlichen Meilensteine in der letzten Zeit
waren: Wiedereinführung des Schlafsacks, damit trotz Wälzerei genug
Bettwärme und Begrenzung da ist. Beim Beobachten seiner Wälzerei hatte
ich manchmal das Gefühl, ihm ist das Bett zu groß. Deshalb kam ich
überhaupt auf die Idee, es mal wieder mit dem Schlafsack zu
probieren... und siehe da, er störte zumindest nicht!


Dann haben wir ihn immer hingelegt, bevor er völlig eingeschlafen war
und nachts nicht rausgenommen, wenn es irgend ging. Er hat weiterhin
eine längere Knötterphase, wo das Fläschchen nicht immer reicht, um
ihn wieder zum Schlafen zu bringen. Da nehmen wir ihn gelegentlich aus
dem Bett und kurz auf den Arm, damit er loslassen kann. Wenn er dann
ruhig ist, legen wir ihn wieder hin und halten höchstens Händchen. Die
restlichen Knöttereien im Laufe der Nacht ignorieren wir solange es
geht, so dass er sich darin übt, selbstständig einzuschlafen. Das geht
zunehmend besser, schneller und meist ohne unsere Intervention. Wir
lassen uns von seiner Stimmlage leiten: Ist es verschlafenes
Wälzereiknöttern bleiben wir draußen, wird er wacher und
verzweifelter, gehen wir rein, helfen den Nuckel finden und beruhigen
durch "Schschsch" und Händchen halten. Er soll ja nicht komplett
aufwachen! Entspannt er, gehen wir raus und machen die Tür zu.


Die Tür bleibt nachts geschlossen, denn er ist weiterhin ein lauter
Knötterer. Wir liegen im Nebenzimmer und würden - zumindest ich - bei
jedem Maunz aufwachen. Mit geschlossener Tür können wir das unwichtige
Geknötter verschlafen und wachen dann halt auf, wenn es "ernst" ist.
Lotte schläft die ganze Zeit bei uns, damit ihre Nachtruhe nicht
gestört wird.


Jetzt läute ich die nächste Phase ein: Abschaffen des
Einschlaffläschchens und noch früheres Hinlegen. Bei zwei Kindern muss
ja ein Modus gefunden werden, wie man die ins Bett kriegt, ohne sie
beide auf dem Arm zu halten! Und bei der Tagesmutter geht es ja auch:
Da legen sich die Kinder hin, es wird vorgelesen und sie schlafen ein.

7.9.08

Mammutjagd

Erzähle mir niemand mehr was über männliche und weibliche
Sozialisation! Ich bin umringt von 68er geprägten Bildungsbürgern, die
immer schon massiv das "Wissen" vertreten haben, dass die Erziehung
und die Gesellschaft aus den Jungs Jungs und den Mädchen Mädchen
macht. Und das man das tunlichst vermeiden sollte! Und deshalb sollten
Mädchen auf gar keinen Fall mit rosa Puppen und Jungs bloß nicht mit
blauen Autos spielen. Womit wir endlich beim Thema wären:


Ulrich ist ein Junge. Ganz klar. Mit einer Faszination für Bagger. Das
ist ja nicht das erste Mal, dass ich darüber berichte. Nun befinden
wir uns in der einmaligen Situation, dass direkt gegenüber unserer
Wohnung eine Baustelle eröffnet. Bisher wurden nur erste
Vorbereitungen getroffen, seit gestern steht ein Bauzaun. Es geht also
los! Und das alleraufregendste ist der Abrissbagger, der am Freitag um
6h30 auf diese Baustelle manövriert wurde. Ulrich wollte naturgemäß
nicht vom Fenster weg. Leider mussten sich die Tragetiere auf ihren
Arbeitstag vorbereiten und hatten keine Zeit, das Kind stundenlang ans
Fenster zu halten. Das mütterliche Tragetier schob kurzerhand einen
Sessel vor das Fenster, so dass Ulrich von dort das Geschehen im Blick
behalten konnte. Kurze Zeit später rief das männliche Tragetier das
mütterliche herbei: Ulrich hatte sich mit dem Sesselplatz nicht
zufrieden gegeben, sondern war noch eine Etage höher geklettert. Die
Hände klebten geckohaft an der Fensterscheibe und die Füße
balancierten zwischen den Rippen des Heizkörpers. Dazu vollzog Ulrich
extatische Zappel-Kniebeugen und intonierte anfeuernd "Babba. Babba.
Babba".


Es war eine Szenerie wie geschaffen für elterliche Herzattacken,
großmütterliche Ohnmachtsanfälle und jugendamtliche Interventionen.
Aber lassen wir die Adrenalinstatistik beiseite, es ist schließlich
nichts geschehen. Viel interessanter ist der Fakt, dass dieses kleine
Kind alle möglichen Hindernisse überwindet und im Zweifel mit Händen
und Füßen wie Batman die Wände hoch klettern würde, nur um seiner
Leidenschaft "Babba"-Gucken nachzugehen! Und das hat er nicht von
uns. Definitiv nicht. Damit ist er irgendwie zur Welt gekommen...


Und dies führt mich nun zu der Überlegung, dass in der männlichen
Genetik irgendwie diese Faszination für große, laute, mächtige, sich
bewegende Objekte festgeschrieben sein muss. Und dass das Mammut
unweigerlich aussterben musste, nicht weil der Steinzeitmensch was zu
futtern brauchte, sondern weil er, der Steinzeitmann und seine
Kumpels, es einfach oberaffengeil fanden, so ein riesiges,
beeindruckend-beängstigendes Lebewesen zu erlegen! WOW! Und wenn sie
ein Mammut sahen, dann konnten sie gar nicht anders, als mit Händen
und Füßen wie ein Freeclimber an irgendwelchen Schluchtwänden /
überhängenden Felsen zu kleben, extatische Zappel-Kniebeugen zu
vollziehen und "Mammuu. Mammuu" zu rufen...

4.9.08

Laufwunder

Was der Kleine jetzt schon durch die Gegend wetzt! Es ist doch gerade
mal zwei Wochen her, dass er die ersten Schritte tat. Jetzt wackelt er
souverän mit Laster / Eimer / Dingenskirchens in der Hand durch die
Wohnung, kann aus dem Stand Gegenstände vom Boden aufheben, kann sogar
schon im Stehen aus dem Trinkbecher trinken! Er kann sich leicht
umdrehen, die Richtung wechseln ohne Umzuplumpsen - überhaupt ist er
schon erstaunlich geschickt beim Gehen.


Heute hat sich das beim Einräumen meines Einkaufs gezeigt. Er war
neugierig und durfte sich die unzerbrechlichen Einkäufe angucken, u.a.
eine Packung Scheibenkäse. Die wollte er dann gar nicht mehr
loslassen. Und als ich ihn dazu aufforderte, sie mir zu geben, wusste
er was die Stunde geschlagen hatte und verließ im Eilschritt die
Küche. In seinem drolligen Bärengang marschierte er - die Käsepackung
unterm Arm - schnurstracks Richtung Kinderzimmer. Er hatte Beute
gemacht! Dabei plapperte er in einem Fort vor sich hin, wobei
wohlwollend elterliche Ohren deutliche Ansätze zu "Käse" verstehen
konnten. Das ist dann irgendwas zwischen Bäbä und Däse.


Er durfte die Packung eine Viertelstunde dann bespielen, bis er sie
dann doch irgendwie geöffnet bekam. Da schritt der mütterliche Räuber
ein und stahl ihm seinen Schatz. Was war das für ein Protestgeschrei!
Er war untröstlich! Selbst geballte großelterliche Ablenkungsmanöver
schlugen fehl, bis wir auf den Bagger vorm Fenster zu sprechen und
gucken kamen. Der half. Wie immer.

Schnupfen ohne Husten

Was wäre mein Kleiner ohne Schnupfen? Kaum ist er ihn los, hat er ihn
schon wieder. Wir haben immer noch nicht die dritte Impfung der
Siebenfach vollziehen können, weil der Herr so selten mal mehr als
eine Woche schnupfenfrei ist. Ich red ja gar nicht von echten
Krankheiten mit Fieber und so. Aber die Nase, die läuft halt ständig.


Immerhin habe ich verhindern können, dass der letzte dicke Schnupfen
(er klingt gerade ab) den Nachtschlaf durch Husten stört. Und das ging
so: Abends kochte ich einen Thymiantee (Thymian aus der Apotheke mit
kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen), den ich als
Grundlage für seine Pulvermilch verwandte. Da der Tee recht bitter
schmeckt, wurde noch ein halber Teelöffel Honig untergemischt. Das
schlubberte Ulrich also als Einschlafpulle. Zuvor gabs Nasentropfen
und Liniplant auf den Schlafi (ätherisches Öl). In der harten
Anfangsphase bekam er außerdem ein Löffelchen Prospan Hustensaft vor
der Nacht. Nachts dann nochmal eine Thymianmilch. Auf diese Weise war
gewährleistet, dass alles schön im Fluss bleib und gut ablaufen kann.
Die Strategie war erfolgreich und die Nächte verhältnismäßig ruhig,
jedenfalls definitiv ohne Hustenattacken! Premiere!!!

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höchst zufrieden mit seinem neuen Paar!