29.6.08

Geburtstag absagen?

Ich bin kaputt. Nicht krank, einfach kaputt. Und die Kinder spielen
irgendwie Scheibe, die letzten Tage. Anhänglich, nervig, unruhige
Nächte. Und heute Nachmittag ging's mit dem Klabautermann bergab.
Sollte er nicht über Nacht wieder auf die Beine kommen, dann blase ich
die morgige Veranstaltung ab. Ich krieg Kinder, Küche, Kuchen nicht
alleine gebacken.

28.6.08

Ulrich spricht

"Mmmmmh" höre ich gerade aus dem Flur. "Mmmmh .... mmmmmh" Ich gucke
hoch und Ulrich zeigt mir die Kuh, die er in der Hand hält.

27.6.08

falls uns jemand vermissen sollte

- zwei Kinder fiebrig seit Donnerstag

- Kölner Großeltern zu Besuch

- drei Studienkolleginnen zu Besuch, die mehrere wichtige Prüfungen
vorbereiten (extern untergebracht)

- ein öffentlicher Prüfungstermin am heutigen Nachmittag, wo ich
unbedingt hinwollte

- eine Tochter, die sich offensichtlich wieder berappelt hat, aber
einen extra langen und verschwitzten Nachmittagsschlaf hinlegte

- ein kleiner jammriger Ügeliwurm, der am liebsten nur auf dem Arm
bliebe, fiebert und den ich heute nur mit schlechtem Gewissen den
Großeltern überließ

- morgen Abend dann Party mit den Studiendamen

- übermorgen Kuchen backen

- Montag: 1. Geburtstag vom kleinen Mann

25.6.08

Ach, wie schön ist Lummerland

Heute morgen im völlig überfüllten Bus direkt neben der Busfahrerin
gestanden. Diese war in Rechtfertigungslaune und ließ sich über ihre
Arbeitsbedingungen aus: "Wer macht denn diesen Job? 10 € brutto die
Stunde. Da bleibt in Steuerklasse 1 nicht viel hängen. Ich kriege so
viel wie eine Reinigungskraft. Und das bei dieser Verantwortung! Ich
steh ja quasi täglich mit einem Bein im Gefängnis..."

Ja, so ist das, wenn der städtische Verkehrsbetrieb outsourced und
diverse Strecken durch Subunternehmer befahren lässt. Da spart die
Stadt die Lohnkosten, die Anschaffungs- und Wartungskosten für die
Busse und vieles mehr. Und der Subunternehmer ist nicht an
irgendwelche blöden Tarifverträge gebunden und entlohnt
"außertariflich".

23.6.08

the kippen of the situation

Wieder mal live dabei in der Situation, wo es auf Messers Schneide
steht: Bekommen wir jetzt alle schlechte Laune, gehen nicht mehr raus
und schmollen uns an - oder - gehen wir raus und tun uns damit was
gutes? Der Plan steht fest: Nach dem Mittagsschlaf gibt es ein
Nachmittagsimbiss und dann werden die Kinder fertig gemacht und dann
gehen Papa und die Kinder auf den Spielplatz (und Muttern nutzt ihren
Rückfall und damit arbeitsfreien Nachmittag zum Wischen der Böden).
Alles ist eitel Sonnenschein, der Imbiss schmeckt, das kleine Kind
wird zum Wickeltisch verschleppt und gewindelt und angezogen. Das
große Kind versteckt sich erstmal. Okey, wir spielen mit. Dann will es
nur von Papa gewickelt werden. Okey, wir spielen mit. Dann will es
doch noch schnell mal auf Töpfchen, bevor die neue Windel rankommt.
Okey, wir spielen mit. So langsam verpufft der Drive der Eltern. Dann
wird es endlich gewickelt und angezogen. Klabautermann stellt beim
Windeln schon die Frage "oder willst du etwa nicht raus gehen?"
Klabauterfrau wird hellhörig und interveniert, dass das keine Frage
ist, weil Ügeli raus will (und sie putzen will). Dann werden die
Socken und die Schuhe angezogen und dabei kommt ein Buch ins Spiel und
irgendwie ditscht es an Lottes Nase - großes Geheule. Klabautermanns
Aura wandelt sich vom aktiven Orange in sumpfiges Moosgrün mit einem
Stich ins Gelbe. Höchste Zeit für mütterliche Intervention:
Klabautermann zum Schuheanziehen abkommandiert, großes Kind
geschnappt, Schuhe an, Spange ins Haar (Gezeter, weil das Papa machen
soll, aber bitte eine andere - hier keine Konzessionen mehr). Fertig.
Meute rausgejagt. Das war knapp!

*tiefes Aufatmen*

22.6.08

Vermischtes vom Wochenende

- Lotte will schaukeln, immer und ständig. Sie kommt noch nicht
alleine auf die Schaukel. Manchmal probiert sie es und wird darüber
verzweifelt-hektisch. Das ist dem Ziel nicht unbedingt dienlich. So
trainieren wir also an diesem Punkt: "Ruhe bewahren. Keine Angst vor
Fehlern. Das wird schon."

- Lotte ist das erste Mal auf dem Karussell gefahren. Natürlich ein
Kinderkarussell und natürlich mit elterlicher Begleitung. Hui, war das
aufregend!

- Ulrich hat Durchfall, ist aber ansonsten in Topform.

- Klabauterfrau hatte auch mal Durchfall und Hochfall. Immer wieder
erstaunlich, wenn das Mittagessen Stunden später quasi unverdaut
wieder retour kommt. Noch erstaunlicher, dass die Retour nicht nur den
Weg über den Mund nimmt, sondern man beim Naseschnauben auch noch was
von hat. Nach einer ausgeprägten Nachtruhe war das Problem erledigt.

- Die Wetterdienste sind sich aktuell uneins, ob es hier morgen 22
oder 27°C hat. Kleiderwahl für den Arbeitstag dann also morgen früh.
Notfalls wird ausgewürfelt.

- Ulrich liebt Hühner. Ich glaube, alle kleinen Kinder lieben Hühner.
Er ist aber noch dazu unerschrocken und streckt seinen Arm begierig
durch den Maschendraht, um das Huhn anzufassen. Zum Glück sind
"unsere" Hühner zurückhaltend, so dass er noch nicht angepickt wurde.

19.6.08

Toooooooorrrrr

Hey, die können ja spielen! Oleoleole

Wow, was für ein Spiel! Ich weiß nicht, ob ich die zweite Halbzeit überstehe... das ist ja soooo spannend!

ich sterbe...

grooooßartiges Spiel! Suuuuuper! Von beiden Mannschaften!

Nota bene: Ich möchte nochmal darauf hinweisen, dass die einschläfernde Wirkung von Juri Löw heute nicht zum Einsatz kommen konnte... (er hat mich allerdings positiv überrascht als Nervositätsraucher *hihi*)

Ulrich spricht

Heute definitiv die ersten deutlichen Nachsprechversuche miterlebt:

.te / e.te - Lotte
o.a. / .na - Oma

Dann hat er noch sehr lange mit mir Schnalzlaute geübt. Er hat die Saugbewegung gemacht und die Zunge dann vom Gaumen abschnalzen lassen. Das fand er sehr lustig!

Wir erinnern uns: Lotte sprach ".te" für Ente als erstes deutlich geübtes Wort. Da war sie etwa einen Monat jünger. Nun ja, das ist noch im Toleranzbereich, oder? ;-)

Sehr geehrter Herr Löw

Sehr geehrter Herr Löw, Sie sind ein gestandener Mann. Sie haben einen wichtigen Posten. Die Welt schaut auf Sie, ob nun hinauf auf die Tribüne oder unten in die Coachingzone. Da ist es doch ein wenig peinlich, wenn man ihr Hemd zwischen den Knöpfen klaffen sieht. Kaufen Sie sich doch das nächste Mal das Hemd eine Nummer größer! Was? Das ist modisch? Aber Herr Löw, Sie sind aus dem Alter raus, wo man jede zweifelhafte modische Nummer mitmachen muss. Das ist allerhöchstens ein modisches Outfit für jungenhafte Dandys. In Ihrem Alter (und Ihrer Position, von der wir ja wissen, dass sie mit Dandydingens nix zu tun hat) wirkt das, naja, entweder lächerlich oder aber ähm zu klein.

Stellen Sie sich vor, Frau Merkel, oder nein, besser Frau von der Leyen würde Hüftjeans und knappe T-Shirts tragen, wo man bei Presseterminen immer so Haut blitzen sehen würde. Na, das wäre doch... peinlich, oder? Sehen Sie.

Und wenn Sie dann ein passendes Hemd gefunden haben, dann gehen Sie zum Friseur und lassen sich den Pony ändern. Der erinnert mich massiv an den breitgrinsenden Juri aus dem Sandmännchen-Baumhaus. Da wirkt prompt die Müdigkeitskonditionierung. Stellen Sie sich vor, das passiert ihren Spielern: "oh, der Juri Löw... schnarch". So kann das nix werden. Insofern vielleicht auch gut, dass Sie heute visuell nicht so präsent sind für Ihre Mannen. Naja, wir werden sehen.

Herzlichst,
Ihre Frau Klabauter

17.6.08

Was der kleine Mann alles kann

- auch einen unbeladenen Spielkinderwagen kann er nun vor sich her
schieben ohne hinzufallen

- heute ist er auf die Kinderbank geklettert - er kann aber noch nicht
verhindern, dass diese dann umfällt, wenn er sich auf die Lehne stützt
- obacht!

- er drückt gerne Knöpfchen, z.B. an der Herduhr. Da muss er sich
ordentlich strecken und dann voller Konzentration einen Finger auf den
kleinen Knopf drücken. Ganz manchmal schafft er, dass der Knopf
rauskommt bzw. sich reindrücken lässt.

- Thema des Monats: rein und raus. Momentan eher raus: z.B. die Wäsche
aus dem Trockner räumen. Macht er mit echter Inbrunst!

- In der Badewanne steht und sitzt und krabbelt er (natürlich mit
rutschfester Unterlage) angstfrei. Er liebt das Baden über alles! Wenn
er das Wasser laufen hört, kommt er angekrabbelt, stellt sich an den
Badewannenrand, versucht sich über den Rand zu ziehen. Da steht er
dann auf Zehenspitzen und schreit "ich will rein, sofort!" auf
babylonisch! Und wie er dann noch brüllt, wenn man ihn wegträgt, weil
man ihn ja doch lieber vor dem Baden ausziehen möchte...

- Gegenstände verstecken und suchen kann man ewig mit ihm spielen. Ein
Plastiktier unterm Bein, hinterm Rücken oder einem Kissen verstecken
und dann suchen bzw. finden lassen. Ein großer Spaß!

- Bälle jagt er mit großem Vergnügen den Flur rauf und runter. Das
kann er schon ziemlich lange alleine spielen. Aber er spielt es auch
gerne zu zweit: Wenn einer dem Ball hinterher "rennt", gibt der
Krabbler doppelt Gas und lacht herzhaft. Ein kleiner Wettkämpfer
scheint das zu werden!

- Er liebt Mamas weichen dicken Bauch: Er zieht mir das Shirt hoch,
lacht beim Anblick des Bauches, versenkt seine Nase drin und prustet!
Oder er piekst vergnügt in den Nabel! Das macht er ständig und
überall. Ich bin froh, dass ich ihn nicht mehr stille. Denn dann würde
er mir garantiert auch hemmungslos überall an die Wäsche gehen... Aber
Bauchprusten liebe ich sehr! Das ist kuscheln deluxe!

- Er schläft inzwischen häufiger durch. Knötterphasen sind inzwischen
kurz und meist kriegt er sich alleine wieder ein. Bloß wenn er mal
lauter schimpft, rennen wir ins Kinderzimmer, damit Lotte nicht wach
wird. Aber die verschläft das meistens ungerührt. In den frühen
Morgenstunden bekommt Ügeli seinen obligatorischen Hustanfall, wo man
ihn aus dem Bett und zu sich holt. Da wird dann brav weiter geschlafen
bis 6h00.

- Er kann in einem Affenzahn zwei Stockwerke und höher die Treppen
hochklettern. Runter will er meist nicht und deshalb beherrscht er
diese Technik auch noch nicht so doll.

- Er will alles essen, was nicht auf seinem Teller liegt und zwar in
der ihm genehmen Reihenfolge und in großen Mengen. Ich vermute, dass
er im Laufe eines Tages bestimmt genauso viel isst wie Lotte. Manchmal
bremse ich ihn schon und höre auf ihn zu füttern, weil ich denke, er
platzt sonst gleich. Wie alle Kinder liebt er Würstchen. Und wie Lotte
lässt er vom Wurstbrot das Brot meist liegen. Das ist längst nicht so
interessant wie der Aufschnitt und das Gemüse. Brei und so Kinderkram
kann man vergessen, zumindest wenn irgendjemand am Tisch etwas anderes
isst. Letztens habe ich den Kindern "arme Ritter" gemacht (bei uns
nunmehr "arme Reiter", weil ich dachte, dass ich die Lotte so zum
Essen verführen könnte). Haben beide Kinder einfach stehen lassen!
also habe ich es gegessen...

- er trinkt alles. Manchen Tee lieber als anderen, Wasser und Schorle,
und am allerliebsten sein Milchfläschchen. Lotte könnte sich ja nur
von Apfelschorle ernähren, aber da ist ihr Bruder etwas vielseitiger.
Ein Glück!

- Er will jetzt selbst essen. Also darf er sich stückchenweise das
Essen vom Teller nehmen und es sich in den Mund stecken. Schlimm ist
es, wenn sich das Essen nicht als Fingerfood eignet. Dann will er
Löffel oder Gabel zum Einsatz bringen. Und das funktioniert natürlich
gaaar nicht. Letztens gab es Spinat mit Kartoffeln und Rührei. Ich
konnte danach meine Kleidung in die Wäsche stecken, Ügelis dazu, den
Kinderstuhl grundreinigen und den Küchenboden wischen...

-

Eingewöhnung 4 oder 5 oder so

Alles wird gut! Lotte lässt sich inzwischen ohne Tränen abgeben und
abholen. Auch den Vormittag verbringt sie weitgehend tränenlos. Das
ist doch was! Inzwischen frühstückt sie im Kindergarten und in den
nächsten Tagen nehmen wir den Mittagsschlaf in Angriff.

Seit zwei Tagen wird nun auch Ügeli eingewöhnt. Noch sitzt einer von
uns dabei und hält sich zurück. Unsere Tagesmutter staunt über sein
Temperament. Jaja, mit Lotte einfach nicht zu vergleichen... ;-)
Morgen wird er mit frühstücken und übermorgen gibt es die erste
Trennung. Na, das wird schon!

15.6.08

Lotte erzählt

Seit Neuestem schaukelt Lotte gerne und gerne wild. Wobei "wild" bei ihr sehr gemäßigt ausfällt... Heute also auf der Schaukel, Mama zum Anstubsen hinter sich:

Lotte: Eimal, als ich wild desaukelt ha, dann bin ich* bis in den Baum desaukelt!!!

Mama: Was? Sooo hoch?

L: Jaha! Dans wild desaukelt bin ich.

M: Und dann?

L: dann bin ich in den Baum deflogn

M: Ja? Bist du so hoch geschaukelt und in den Baum geflogen? Bist du auf einen Ast gesprungen?

L: Ja! Dann bin ich auf den Ast desbungen.

M: Und dann?

L: Dann hab ich die Eule detroffn.

M: Ach, die Eule? Wohnt die in dem Baum?

L: Die Eule wohnt da.

M: Und dann?

L: dann hat die Eule mich nach Hause deflogn! Hui... Und dann kam ein Batz!

M: Ein Specht?

L: Ein BATZ!

M: Ach so, ein Spatz. Und was hat der gemacht?

L: Der hat die Tür aufemacht.

M: Was, der Spatz? So ein kleiner Spatz hat die Tür aufgemacht? Wie hat der denn das geschafft?

L: Der Batz hat deklingelt und dann kam die Mama und hat die Tür. Und dann hab ich gesagt "lalala, ich bin wieder da!"

 

* das "ich" spreche man wie ein gelispeltes "iss" aus

14.6.08

Wiijoo - Schubkraft

So ist es üblich...

video

... doch so geht es auch (manchmal):

video

Aua-Hahn?

Eine noch offene (?) Frage, die mich jetzt beim Putzen begleiten wird: Warum heißt der Auerhahn Auerhahn?

11.6.08

bitte aus dem Protokoll streichen

Dieser Tag geht nicht in die Analen gelungener Mutterschaft ein. Jetzt
noch die Kinder ins Bett und dann selbst ab in die Koje.

O-Ton

Lotte schiebt im Adamskostüm Ügelis Spieltrapez den Flur entlang. Sie
schaut ins Arbeitszimmer rein: "Guckguck, ich bin die Müllwau*".

*Müllfrau natürlich. Aber das "r" funktioniert noch nicht richtig und
da kommt dann statt "Frau" ein "Wau" raus.

10.6.08

Eingewöhnung 3

Es läuft nicht so prickelnd mit Lottes Eingewöhnung. Letzte Woche war
am Freitag Ganztagesausflug der Kita angesagt. Nun, das ist Pech. Aber
diese Woche, und das erfuhren wir erst heute, ist der Kindergarten
auch Mittwoch und Donnerstag geschlossen. Ja, wie soll das Kind sich
an den Kindergarten gewöhnen, wenn es zwischendurch ständig
"Wochenende" hat?

Und "gewöhnen" muss sie sich. Sie weint, wenn wir gehen und heute
auch, als Klabautermann sie wieder abholte. Mannomann, dabei war sie
nur von 10h00 bis 12h00 dort! Ich hab kein Problem mit dem Weinen,
schließlich war ich auch weltberühmt für mein schluchzendes Weinen bei
der Abgabe im Kindergarten. Es hat mich nicht weiter traumatisiert.
Ehrlich nicht. Aber ich nehme schon ernst, dass sie dort immer noch
unter Anspannung steht, die sich im Weinen entlädt. Und diese
Anspannung, die hätte ich wirklich lieber schneller als langsamer
abgebaut...

8.6.08

Postkarten aus Dresden

Liebe Frau Feuervogel,

Sie schreiben immer so treu aus den schönen Teilen des Landes. Da will ich doch nicht nachstehen, wenn auch ich mal dahin fahre, wo es schön ist. Wissen Sie, was mich an Dresden erstaunt hat: In Alt- und Neustadt findet sich kein H&M. Alle Einzelhandelsketten, die man sonst überall findet und die die Städte sich so ähneln lassen, die findet man in Dresden nur im neuen Einkaufszentrum am Hauptbahnhof. Ein schickes Einkaufsviertel übrigens. Und dann kommt die Altstadt und dann die Neustadt. Und wohin man schaut, kein H&M. Schön!

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Eule,

das ist das "Wilde Wasser", ein Brunnen. Sein Gegenüber heißt "Stilles Wasser", wirkt aber nur unwesentlich ruhiger. Egal welcher Brunnen, wir wären gerne reingestiegen. Es war ja sooo heiß! Jedenfalls in der Sonne. Und in der waren wir schließlich unterwegs. Am Wilden Wasser lagerten so schätzungsweise fünfzig äh Neopunks oder wie man die nennt. Sie hörten guten Reggae. Ja, hat mich an den Victoriapark erinnert.

Viele Grüße

Deine Klabauter

Liebe Mama und Papa Schwaner,

man erkennt es vielleicht nicht so gut, aber das ist der Dresdner CSD-Umzug. Es waren drei Musikwagen und eine kleine große Menge fröhlicher junger Menschen. Zwei Dragqueens habe ich gesehen, die auch in Berlin hätten mitlaufen können. Also wenn wir es nicht schon gewusst hätten, dass wir in einer Großstadt sind, hier wurden wir daran erinnert!

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Frau Giftzwerg,

hier ist das Beweisfoto, warum es bei mir immer bei der Hobbyfotografierei bleiben wird. Soooo schief ist der Zwinger nämlich gar nicht. Und irgendwie stimmen die Farbwerte nicht. Aber ich habe nach ein bisschen drehen hier und da aufgegeben. Es sah nachher nur schrecklicher als vorher aus.

Sie werden mir recht geben, dass die Parkanlage im Zwinger ein wenig, naja, langweilig ist. Das fanden die damals schön. Ich weiß nicht warum (naja, gut, theoretisch weiß ich das schon, aber verstehen tue ich es trotzdem nicht). Mir fehlte hier der Schatten. Definitiv!

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Frau Antonmann,

beim Zwinger musste ich häufiger an Sie denken. Also hab ich Ihnen einen nackten Engelspo fotografiert. Die gibt es hier zuhauf. In unserem Reiseführer steht, dass der Zwinger Zwinger heißt, weil er vor den Toren der Stadt gebaut wurde. Ergibt das für Sie einen Sinn? Ich hab es nicht verstanden. War mir dann aber auch egal. Es gab hier kaum Schatten und mir verbrutzelte so langsam das Hirn...

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Spillie-Mama,

wenn Sie meinen, Sie müssten Ihre Kinder mal nach Dresden entführen, dann können Sie hier gediegen abchillen, während Ihre Kinderlein auf den Elbauenwiesen rumrennen. Der Ausblick ist herrlich, die Preise zivil und diese Sofas ein Gedicht für jeden müden Stadtbummler!

Ich würde Ihnen allerdings empfehlen, die Kinder zuhause zu lassen und wie wir einfach die Kinder anderer Leute zu betrachten...

Liebe Grüße

Ihre Frau Klabauter

Lieber Klabautermann,

ich danke Dir für dieses wunderbare Geschenk! Das war ein ganz toller Tag! Ja, und als ich Dich abends "Starker August" nannte, ja, da war natürlich auch ein bisschen Wein im Spiel. Aber sieh mal, ist er nicht schön? Und angeblich fängt noch heute sein Herz an zu schlagen, wenn eine schöne Frau an ihm vorbei geht. Es ist nicht überliefert, ob den Frauen bei seinem Anblick die Herzen höher schlugen. Meins jedenfalls tut das bei Deinem Anblick!

Viele Küsse

Deine Klabauterfrau

Liebe Ma.y,

lesen Sie auch so gerne Krimis? Also in diesem Laden hätte ich alt werden können. Herrlich! Leider hatte ich keine Zeit zum Altern, es war noch viel anzugucken. Aber kurz reinhüpfen und einen Dresden-Krimi als Mitebringsel für die kinderhütende Oma, das musste sein!

Manchmal träume ich von einem Leben als Buchladenhändlerin. In meiner Heimatstadt sind die Buchläden allerdings längst nicht mehr so beschaulich. Da möchte ich dann doch lieber nicht Buchhändlerin sein. Aber diese Dame wirkte sehr entspannt! Ja, und der Laden war genau richtig klein. Traumhaft!

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Kassiopeia,

das ist doch mal ein Kindergarten! Ja, uns sind ständig irgendwelche Kinderdinge ins Auge gesprungen und wir haben Fotos von Pferden gemacht, damit Lotte sich daran erfreuen kann, und wir haben alle Kinderbücher in den Auslagen von Buchläden angeguckt. Kinderfrei haben heißt ja nicht, dass man nicht an die lieben Kleinen denken dürfte. Außerdem hatte Lotte uns einen schwierigen Auftrag gegeben. Wir sollten ihr ein Bild von einem Leoparden mitbringen... Uff. Ganz Dresden war Leopardenfreie Zone, schien es. Am Ende fand sich dann aber noch eine Postkarte mit einem Leoparden... (und das alles, weil kürzlich ein Leopardenbaby-Sandmännchen lief)

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Frau Ami,

gucken Sie mal, das ist doch ein Laden nach Ihrem Geschmack, oder? Wer eine Socke vermisst, der muss einfach mal an die Decke gucken, ob sich ein passendes Pendant zum Einzelstrumpf findet... Wir sollten alle so einen Waschsalon um die Ecke haben!

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Mandy,

Frau Feuervogel empfahl uns, hier im "El ..." (vergessen) zu speisen. Da war aber alles besetzt. Darum haben wir uns die Kunsthöfe nur angesehen. War auch sehr schön! Dann sind wir in der Alaunstraße im Al Capone essen gewesen. Und das war auch sehr sehr gut!

Wissen Sie, ich glaube, das eigentliche Dresden liegt im Hinterhof! Die sind hier wirklich idyllisch. Und von außen sehen die Kneipen und Restaurants häufig völlig unspektakulär aus. Das Al Capone wirkt wie eine X-beliebige Pizzeria. Uns hat nur das Schild "Sonnenterrasse" angelockt. Und dann war es ein wirklich guter Italiener, mit Kellnern, die "prego" mit echtem Akzent sagen und einer wunderbaren Küche! Kann ich bedenkenlos weiter empfehlen! Aber vermutlich kennen Sie das schon?

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Mudder Seemann,

ich weiß ja nicht, wie bei Ihnen die Regenrinnen aussehen, aber ich vermute, hier könnten Sie sich inspirieren lassen. Ein echter Hingucker! Angeblich wird hier alle halbe Stunde das Wasserspiel vorgeführt. Wir haben es nicht mitbekommen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Sie so weit nicht gehen sollten. Es dürfte die Wasserrechnung ordentlich in die Höhe treiben... Aber was für ein Spaß für die Jungs...

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Eli,

wir sind natürlich Ihren Ratschlägen gefolgt und haben in der Planwirtschaft gefrühstückt. Zum Glück waren wir um 8h00 definitiv ausgeschlafen, so dass wir kurz nach 9h00 eintrafen und noch einen Platz auf der Terrasse bekamen. Herrlich! Und das Büffet waren sagenhaft! Leider sind die Kapazitäten unserer Mägen begrenzt. Und ich hab mich nicht getraut zu fragen, ob wir uns ein Fresspaket mitnehmen dürfen...

Wir wurden von einer jungen Frau bedient, die mich unheimlich an Frau Ami erinnerte. So vom Typ her. Gesicht und Brille. Wissen Sie, wen ich meine? Schwurbelig war sie allerdings nicht, wenn ich es recht bedenke... ;-)

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

Liebe Frau Pampersfront,

sollten Sie mal wieder umziehen wollen, dann kommen Sie doch hier hin. Ich glaube, in Dresden kann man wirklich gut leben. Viele Spielplätze habe ich zwar auf unseren touristischen Trampelpfaden nicht gesichtet, aber viele Kinder! Und die dazugehörigen Mütter trugen definitiv keine goldenen Ballarinas. Die trägt hier allein der Starke August!

Viele Grüße

Ihre Frau Klabauter

6.6.08

Schlaflos im Planschbecken

Heute haben die Kinder den Mittagschlaf ausgelassen. Keine Ahnung
warum, aber jegliche Einlullaktion scheiterte grandios. Selbst bei der
Großen, die ja absolut konditioniert ist auf Mittagschlaf. Selbst eine
halbe Stunde Spielen im Dunkeln hat überhaupt nix gefruchtet. Dafür
hatte ich etwa fünfzehn Minuten Ruhe, als ich Lotte eindringlich-
flehend erklärte, dass ich totmüde sei und nicht mit ihnen spielen
könne. Sie nickte weise und zog sich ins Wohnzimmer aufs Sofa zurück -
zum Lesen. Ulrich war nicht ganz so verständig, aber überlistbar. Ich
ließ ihn nach dem Löwen suchen, der zufälligerweise im Wohnzimmer lag.
Und da spielte er dann ruhig mit den Tieren, während Lotte auf dem
Sofa las. Und ich konnte auf den Balkon, meine Nerven mit Nikotin
beruhigen. Unglaublich! Das habe ich noch nie erlebt!

Nachdem ich wieder geerdet war, habe ich das Planschbecken auf dem
Balkon aufgebaut und die Kinder ausgezogen. Sollten sie sich müde
planschen. Nach einer Stunde war es dann soweit. Kaum Trockengerubbelt
und angezogen, entschlummerte Ulrich. Lotte wollte sich dann was
vorlesen lassen. Eingemuschelt im Elternbett schlief sie auf Seite
vier ein. *seufz* Da war es halb Vier.

Eingewöhnung 2

Der dritte und vierte Tag der Eingewöhnung ging mit ersten
Trennungsphasen einher. Zunächst eine halbe Stunde, am nächsten Tag
eine ganze Stunde. Lotte schluchzte am ersten Tag, war aber mit
Schaukeln schnell wieder getröstet. Beim zweiten Mal bebte die
Unterlippe und die Tränen fingen an zu laufen. Auf dem Arm der
Erzieherin erzählte sie jedoch selbst, dass ich ja dann wieder käme.
Ja, und die Stunde hat sie gut überstanden. Am heutigen Tag war die
Kita zu. Also geht es erst Montag weiter und da nehmen wir die nächste
Etappe in Angriff: Lotte bleibt zum Mittagessen da. 10h00 abgeben,
12h00 abholen, so lautet der Plan. Mal sehen, wie es dem Vater und der
Tochter damit geht.

4.6.08

Sensation am Morgen

Der kleine Mann hat uns heute morgen komplett umgehauen: Er zeigt ja
schon seit einigen Wochen auf alles, was er kennen lernen will und
kann sich schon an einige Bezeichnungen gut erinnern. Heute morgen
dann hat er auf die Frage: "Wo ist denn die Kuh?" in seinem kleinen
Buch geblättert, die richtige Seite aufgeschlagen und auf die Kuh
gezeigt. Dasselbe dann mit Katze und Ente!

Wir halten fest: Ulrich ist heute 11 Monate und 4 Tage alt. Bei Lotte
ging es in diesem Alter auch schon ordentlich zur Sache. Sie fing
sogar an, nachsprechen zu wollen. Davon kann bei Ulrich noch keine
Rede sein. Dazu kann er noch nicht variantenreich genug artikulieren.

3.6.08

Eingewöhnung

"Das große Schweigen" könnte momentan die Blogüberschrift lauten. Aber
das ist nur die Kehrseite der Aktivitäten, die hinter den Kulissen
laufen...

Lotte war gestern eine Stunde mit väterlicher und brüderlicher
Begleitung im Kindergarten. Alles war in bester Ordnung, denn
Planschbecken standen zur Verfügung und sie bekam eine rote (!)
Badehose geliehen. Da planschte sie fröhlich rum, während der
Klabautermann versuchte, den kleinen Bruder aus den verlockenden
Planschbecken rauszuhalten... Später haben sie sich dann den
weitläufigen Garten / Spielplatz angeguckt und Lotte hat geschaukelt
(und sich dabei von zwei älteren Mädchen anschubsen lassen).

Heute waren sie 1,5 Stunden dort. Allerdings war Lotte heute
anlehnungsbedürftig und wenig unternehmungslustig. Sie wollte dann
natürlich auch nicht, dass Papa mal eine kurze Runde mit Ügeli dreht
und sie alleine bleibt.

Schrecklich ist, einen Mann über sowas zu interviewen. Er wollte das
dringend erzählen, aber besonders facettenreich war die Schilderung
dann auch wieder nicht. Bedenken stehen im Raum. Eine Mutter aus
unserer Wohnanlage hat ihre Kinder letztlich aus dem Kindergarten
genommen, weil die keine Feste wie Weihnachten oder Sankt Martin
gefeiert hätten. (Das wäre ja der Super-GAU! Nicht mit mir Leute! )

Gut, die Kinder sind jetzt im Bett, er bereitet eine elterliche
Honigmelone vor, die wir auf dem Balkon verspeisen werden und dabei
kann ich ja dann nochmal nachhaken.

*******************eine Balkonmelone später:

Aha. In aller Vorsicht formuliert er Irritation, weil er sich nicht
besonders "an die Hand genommen" fühlt. Er müsse sich alles erfragen,
bekomme wenig erzählt. Allerdings stört definitiv der Kleine, der ja
"nebenbei" auch betuddelt werden will. Die Räume seien gut. Die Kinder
in der Laufgruppe alle in Lottes Alter oder etwas älter. 20 Kinder
sind in der Gruppe. Heute seien allerdings auch 4 Betreuende da gewesen.

Nun, wir werden sehen, was der morgige Tag bringt.

1.6.08

Die Kinder sind schuld!

Wenn man sich morgens ins Arbeitszimmer schleichen will, um schnell
schnell in Ruhe ein paar Blogs zu lesen und zu kommentieren, hat man
innerhalb von fünf Minuten ein Kind auf dem Schoß und eines um die
Füße... Will man sich von der zarten Last befreien, gibt es Heularien
vom Feinsten. Da wird mit herzzerreißendem "Mama Mama" gegen die
geschlossene Tür getrommelt, da helfen keine beruhigenden Worte, keine
Ablenkungsmanöver. Wie soll da gehaltvolle Kommunikation mit Dritten
entstehen?

Wir haben es momentan alle nicht leicht. Eine Kombination aus Ende
eines Lebensabschnitts und PMS löst bei Klabauterfrau erhöhte
Reizbarkeit aus. Diese geht unheilvolle Partnerschaften mit der
verstärkten Weinerlichkeit des Töchterchens ein. Und ich höre mich
Sätze sagen, die aus meiner Mutter Mund stammen: "Jetzt hab dich nicht
so!"

Fakt ist, dass Lotte trauert bzw. besonders traurig ist, egal worum es
geht. Dass Ügeli am Spielkinderwagen das Verdeck zurückgeklappt hat,
löste gerade einen Weinkrampf aus. Das erkennen wir und erkennen wir
auch an. Der Abschied von der Tagesmutter wird wohl noch eine Weile
dauern. Und die richtige Freude auf den Kindergarten kann auch erst
kommen, wenn die erste Eingewöhnung am Montag stattgefunden hat.