30.3.08

9 Monate

Nun ist der "kleine süße Mann" (O-Ton Lotte) schon so lange unter uns,
wie er bis zu seiner Geburt als Entwicklungszeit gebraucht hat. Und
irgendwie passend haben wir in den letzten Wochen eine Art zweiter
Geburt bei ihm miterleben dürfen: Seit er krabbeln kann, ist er ein
zumeist ausgeglichener, freundlicher Knabe. Er liebt "Hoppe, hoppe
Reiter", insbesondere den Plumps. Er lacht, wenn man "Pups" sagt. Er
steckt mir seinen Schnuller in den Mund (den ich dann ganz entzückt
nuckel), zieht ihn mit "Plopp" wieder aus meinem Mund heraus und lacht
entzückt über meine erstaunte Empörung. Er kann sich herrlich lange
alleine beschäftigen, vorausgesetzt seine große Schwester ist im
selben Raum.

Lotte liebt ihr Brüderchen sehr und streichelt ihn gerne. Sie liebt
es, seine Hand zu nehmen. Er liebt das weniger, denn die fehlt ihm
dann für seine gerade intendierten Bewegungen. Ulrich kann laut
weinen. Das kann Lotte kaum ertragen. Manchmal fängt sie dann auch an
zu weinen. Meist aber wird sie nervös und macht irgendeinen Blödsinn,
der die - ebenfalls genervte Mutter - auf die Palme bringt. Dann
knallt's gelegentlich verbal und beide Kinder heulen... Lotte ist
allerdings auch diejenige, der als erstes einfällt, wie man Ügeli
todsicher beruhigt: Sie fängt an "Wie das Fähnlein auf dem Turme" zu
singen. Das hilft eigentlich immer! Wie oft war ich schon in der
verzweifelten Lage, einen heulenden Ügeli auf dem Küchenboden ablegen
zu müssen, weil doch das Fläschchen noch gesäubert und dann gemacht
werden musste. Einarmig geht das nunmal nicht. Frau Schwester fing an
zu singen und wupp, war Ruhe!

Sitzen kann Ulrich inzwischen ganz gut, allerdings kommt er noch nicht
selbst ins Sitzen. Stehen ist immer noch sein größtes Hobby.
Inzwischen zieht er sich am Sofa und anderen Möbeln in den Stand. Legt
man ihm dann etwas zu spielen auf die Sofa-Sitzfläche ist sein Glück
perfekt!

Klein-Ügeli plaudert fröhlich vor sich hin. Tatata. Mam. Bababa.
Springbrunnenprusten. Dada. Noch ohne sichtbare Bedeutung, jedoch mit
hohem Vergnügen. Ebensolches Vergnügen bereitet Essen. Dem gibt er
sich mit Leidenschaft hin. Er bekommt morgens, zwischendurch und
abends ein Fläschchen Milch. Frühstück, Mittag und Abendbrot isst er
Brei, grob zermanschtes kindgerechtes Essen oder Gläschen. Er kaut
gerne Apfelschnitze, kann die Stückchen aber nur sehr schwer klein
kriegen. Meist findet man sie irgendwann auf seinem Hemd wieder. Er
will alles kosten, was wir essen. Aber er darf noch nicht! Wie bei
Lotte will ich ihn im ersten Jahr allergenarm ernähren. Das klappt
aufgrund seines Essvergnügens nicht immer. Brot habe ich ihm z.b.
schon häufig gegeben, obwohl da Weizenmehl drin ist. Jetzt habe ich
einen Vorrat halbierter Dinkelbrötchen eingefroren und taue von Zeit
zu Zeit eines auf.

Ulrichs Schlafverhalten bessert sich zusehends. Nicht immer, aber
immer öfter, schläft er vier bis fünf Stunden durch. Einen Schnuller
benötigt er zum Einschlafen nicht mehr. Überhaupt benutzt er den
selten. Der Nuckel hilft hier und da beim müde werden oder zum
Vertreiben der Langeweile im Kinderwagen. Also Lotte braucht ihren
viel dringender und häufiger als er.

Er isst, er schläft, er lacht, er wächst und gedeiht. Er ist
wunderschön! Und jüngst musste ich seine Geburtslöckchen abschneiden,
weil sie hoffnungslos verfilzt waren. Jetzt ist er blond und hat die
längsten Wimpern der Welt. Habe ich schon erwähnt, dass ich in ihn
verliebt bin?

28.3.08

Lottes Sprung

Diesmal geht es nicht um Entwicklungssprünge, sondern um echte Sprünge. Lotte, das vorsichtige Kind, hat heute Häschen hüpf gemacht und ist vom Kinderstuhl gesprungen. Erst hat sie sich nicht getraut. Aber dann hat ihr der Klabautermann sein Plumeau (oder Plümmo, wie man das bei uns ausspricht, kurzes ü kurzes o) vor den Stuhl gelegt und dann hat sie es gewagt: hüpf, 30 cm runter. Und den Rest des Nachmittags ist sie quasi nur noch gehüpft! Heute Abend bekam dann die Klabauterfrau eine Demonstation dieses Könnens: Lotte im gepunkteten Body (erinnerte mich an Gymnastik) stieg auf den Stuhl, legte beflissen den Nuckel auf den Tisch, zählte "eins, swei, dei", holte mit den Armen Schwung und hüpfte olympiareif hinab in die Tiefe. Sie landete auf den Füßen und überließ sich dann lachend den Wogen des Federbetts. In jenem tummelten sich schon so ziemlich alle Plüschtiere des Hauses. Ich war - ehrlich gesagt - ziemlich beeindruckt!

Beim Abendbrot begutachteten die Klabautereltern den kindlichen Körper und stellten fest: Die Oberschenkel sind auch nicht mehr so schmal wie früher. Sie wirken viel kräftiger und muskulöser. Offensichtlich geht der Übergang in den Zwergenzustand nun los. Ich finde ja, dass Zweijährige meist wie Zwerge aussehen: Breitschultrig, breithüftig, kräftiger Oberkörper, dicker Kopf und nur drei-Käse-hoch. Lotte hat noch so einen zarten Kleinstkindkörper, da merkte man von Zwerg noch nix. Deshalb warten wir schon auf den nächsten Wachstumsschub, der den Gestaltwandel einläutet.

uff 2

Heute gleich mal Überstunden gemacht. Zum Glück freiwillig. Ich habe nämlich den Luxus gerne zu arbeiten und auch sehr nette Kollegen zu haben. Da bleibt man gerne mal länger, wenn es sein muss.

Und nein, werte Frau Ami, nein, es war irgendwie nix besonderes an seinen Arbeitsplatz zurück zu kehren. Offensichtlich bekommt man selbst dabei Routine. Nach der ersten Elternzeit habe ich das jedenfalls als einschneidender empfunden als jetzt. Allerdings bin ich da ja auch gleich jeden Tag angetreten, wenn auch nur halbtags. Und jetzt habe ich beim Arbeitsantritt am Donnerstagmorgen schon das Ende der Woche vor Augen.

Was mich alle meine lieben Kollegen frotzelnd gefragt haben, und das Recht hatten sie, nachdem sie mir all die Zeit meinen Platz warm gehalten haben: Wann denn das dritte Kind käme? Ich konnte sie dahin gehend beruhigen, dass die Familienplanung abgeschlossen ist. Aus gegenwärtiger Sicht kann ich mir jedenfalls kein drittes Kind vorstellen. Und dann habe ich ein bisschen über die Nächte geseufzt und ganz viel von den Kindern geschwärmt. Und dann habe ich mir natürlich möglichst viel erzählen lassen, was in der Zwischenzeit im Betrieb so los war.

So gegen Mittag bekam ich gestern wie heute Sehnsucht. Ob sie jetzt alle beim Mittag sitzen? Ob es mit dem Mittagsschlaf klappt? Ob sie bei dem schönen Wetter auf den Spielplatz gehen? Da ich aber gleich wieder genug zu tun hatte, konnte ich mich der Sehnsucht nicht allzulange hingeben. Allerdings habe ich gleich nach Verlassen des Gebäudes zuhause angerufen unter dem fadenscheinigen Vorwand, ob noch irgendwas einzukaufen sei. Und jetzt freue ich mich wie Bolle auf das Wochenende!

27.3.08

Essen, Stehen, Sitzen

Ulrich isst jetzt Dinkelbrötchen mit Margarine und Wurst. Dazu ein
paar Stückchen Gurke. Das kaut er selbstvergnügt vor sich hin und
strahlt zwischendurch wie ein Honigkuchenpferd. Und damit das mit dem
Essen weiterhin so ein Vergnügen ist, gibt es jetzt auch Hirse und
Dinkelnudeln im Haus.

Er zieht sich am Sofarand in den Stand. Stehen kann er stundenlang,
aber wenn seine Arme den Oberkörper nach links oder rechts ziehen,
gehorchen die Beine noch nicht. Das wieder Hinsetzen klappt auch noch
nicht so elegant, so dass es gelegentlich zu schmerzhaften
Bodenkontakten kommt. Heute hat er sich auch das erste Mal
selbstständig hingesetzt. Die Technik habe ich nicht beobachtet, weil
ich mit Lotte gerade am Aufräumen war (sonst hat das Sandmännchen
keinen Platz zum Landen). Ich hab ihn dann sitzen lassen und hinter
ihm ein Kissen platziert, falls er umfällt. Leider ist er dann nach
vorne umgefallen. Auch da habe ich nicht gesehen, wie er das
hingekriegt hat. Na, das müssen wir noch üben...

uff

Also um 6h00 aufstehen kann ich ja inzwischen gut, aber um 7h00 aus
dem Haus stürzen ist schon eher eine Herausforderung. Das hieß:
alleine und schnell frühstücken, während Mann und Kinderlein das Guten-
Morgen-Kuschel-Ritual vollzogen, dann ins Bad hüpfen und sich
katzewäschenartig zurecht machen. Dann das Schminken. In meinem Alter
geht man nicht mehr ungeschminkt aus dem Haus, außer man ist eine
Amish. Bin ich nicht. Aber ich bin eine zumeist ungeschminkte
Elternzeitlerin, die sich unter Zeitdruck huschhusch was auf die Haut
und was auf die Augen und auf die Lippen auftragen musste. Nur gut,
dass ich noch wusste, wo die entsprechenden Utensilien liegen... Rein
in die Klamotten und raus aus dem Haus Richtung Bushaltestelle.

Der Rest des Tages ist unspektakulär arbeitsam verlaufen. Aber was war
das schön, wieder nachhause zu kommen! Und auf den letzten Metern auf
Mann und Mäuse zu treffen, die vom Spielplatz heimkehrten. Hach!
Erstmal alle abgeknutscht und mir haarfein jede Minute des Tages
nacherzählen lassen.

Und morgen nochmal dasselbe. Ich sollte ins Bett gehen...

26.3.08

Die Fron ruft

ab morgen dann wieder im Dienst. Zwei Tage die Woche ganztags. Ich bin
gerade nicht besonders motiviert, gehe aber trotzdem ins Bett...

24.3.08

Lotte

Lotte klettert immer besser. Sie gehört nicht zur wagemutigen Sorte Kinder, die sich über jeden Abgrund stürzen. Sie ist von der vorsichtigen Sorte. Alles macht sie langsam, beobachtet erstmal und probiert es dann zögerlich-ängstlich. Wir lassen ihr ihr Tempo und applaudierem jeden Fortschritt. Und es gibt ihn. So langsam erprobt sie das Klettern auf Klettergerüsten, Kissenbergen, über den Badewannenrand. Gestern hatte sie sich einen kleinen Kinderstuhl unters Fenster geschoben, um hinaus zu sehen. Plötzlich stand sie oben auf der Lehne des Stuhls. Natürlich ist das unfallträchtig. Aber bei ihr hält man besser die Klappe und macht sie darauf nicht aufmerksam. Die innere Bremse ist schon groß genug...

Wir unterhalten uns jetzt über die Baustelle, die wir bald gegenüber haben werden. Ein Haus wird abgerissen und ein neues gebaut. Lotte überlegte, dass wir dann ja keine Blätter mehr auf dem Grundstück sammeln könnten. Sie bringt nämlich immer ein Blatt als Geschenk mit nachhause, für denjenigen, der sie nicht abgeholt hat. Das macht sie von sich aus und zwar jeden Tag. Ich erklärte ihr also, dass dort das Blättersammeln für einige Zeit ausfalle. Aber wenn das neue Haus steht, dann könnten wir auch dort wieder Blätter sammeln. "Wenn neues Haus debaut is'," wiederholte sie strahlend, "dann können wir wieder Blätter sammeln!" Der erste korrekte "wenn-dann"-Satz!

Lotte nuckelt wieder an Dingen. Das muss sie sich von Ügeli abgeschaut haben. Jedenfalls nimmt sie öfter mal einen Buchrücken in den Mund oder lutscht an der Hand einer Puppe. Auch möchte sie häufiger mal ein Fläschchen haben. Wir lassen ihr das Babyspielen, geben ihr was sie braucht. Bloß gegen das Bücherlutschen gehen wir vor! Die schönen Bücher...

Inzwischen redet Lotte nicht mehr nur in der 3. Person von sich. Immer häufiger bildet sie Sätze mit "ich". Anfangs waren das Sätze, die sie vorher schon von jemandem gehört hatte. Mittlerweile hat sie das Prinzip anscheinend verstanden und kombiniert selbstständig ich-Sätze. Auch wir gewöhnen uns langsam um, sie nicht mehr nur mit "Lotte", sondern mit "du" anzusprechen.

Letztens hat Lotte alle Puppen und Bären und sonstigen Stofftiere in einer Reihe auf das Sofa gesetzt und jedem ein Spielzeug auf den Schoß gesetzt. Danach präsentierte sie stolz ihr Werk. Für mich war erschreckend, dass sie tatsächlich die gesamte Sofabreite füllen konnte. Mensch, wir sind doch erst seit 2,3 Jahren dabei, Spielzeug anzusammeln...

23.3.08

Ostern

Etwas zögerlich ging es los. Das Prinzip "Ostereier suchen" musste erstmal verstanden werden. Wo verstecken sich die Dinger bloß?

Mit jedem Ei wuchs Stolz und Eifer.

Sogar ein Osterhase war dabei!

Ügeli hat das Vergnügen komplett verschlafen...

Am Ende wurde der wunderschöne selbstgebackene Osterkuchen vom Opa geschlachtet.

Edit: Für Frau Schwaner den Kuchen nochmal im Ganzen:

heissa!

Ulrich schläft! Um 22 Uhr kurz geknöttert, um 24 Uhr längere
Knötterphase, die mein Zu-Bett-Gehen einläutete und dann nachts
nochmal ganz kurz. Geschlafen bis kurz vor 7 Uhr. Sollte sich hier ein
Trend abzeichnen? Ich bin jedenfalls zuversichtlich!

22.3.08

Ulrichs Sprung

Ulrich ist eifrigst dabei, sich zu entwickeln. Er kann inzwischen ganz korrekt und schnell krabbeln. Er nutzt diese Kompetenz auch und hat sich die Wohnung erobert. Er klebt nicht mehr an einem und spielt ziemlich häufig selbstvergessen vor sich hin. Sein Gemeckere hat radikal abgenommen!

Sein Bewegungsdrang ist damit aber noch nicht befriedigt. Kaum kommt er vorwärts, strebt er schon in die Höhe. Er kniet sich hin, greift nach baumelnden Kabeln und Schlaufen (Achtung, meist hängt was dran), nutzt Mama und Papa als Klettergerüst, um aus dem Kniestand in den Stand zu kommen. So ganz bekommt er sein Bein noch nicht frei bzw. das Knie noch nicht hoch.

Sein Hinstellen hat etwas reflexhaftes. Wenn Ulrich im Hochsitz sitzt und die Füße auf das Fußbrett treffen, streckt er sich zumeist durch, knallt mit dem Kopf gegen die (gepolsterte) Rückenlehne, stemmt weiter, läuft dabei rot an und schimpft wie ein Rohrspatz! Das kenne ich auch noch von Lotte. Ich weiß nur nicht mehr, wie lange das anhielt...

Ulrich ist ein umkomplizierter Esser. Er mag alles und isst alles in elternberuhigenden Mengen. Allerdings legt er inzwischen einen gewissen aggressiven Ehrgeiz an den Tag, um an neue Geschmackssensationen zu kommen: Im Zug, auf meinem Schoß sitzend, warf er sich in einem Moment mütterlicher Unaufmerksamkeit noch vorn, griff in Mutters Wurschtbrot, riss einen großen Teil raus und stopfte sich den in den Mund. Ich war etwas perplex. Mundraub! Natürlich hat er es aufgegessen und verlangte nach mehr! Naja, zur Feier des Tages durfte er noch ein paar Mal in die Klappstulle mit Zwiebelmettwurst reinbeißen. Er war glücklich und kaute still zufrieden vor sich hin!

Er hat überhaupt eine gute Zungen-Kau-Koordination. Selbst grob gehackten Spinat mampft er ohne Würgeanfälle und sonstige Retourkutschen einfach weg. Es ist klar, die Gläschenzeit ist bald vorbei. Geschmacksvielfalt muss her und außerdem will er dasselbe essen wie wir... Gut, dass die nächsten zwei Zähne durchbrechen, so dass er bald fünf Beißerchen zur Verfügung hat für das Abenteuer Essen.

Damit nicht genug, der Sprachmodus ist angelaufen: Er weiß definitiv wie ein Ball aussieht, wer Lotte ist, wo das Hühnermobile hängt. Er schwatzt "dadada" vor sich hin und wirkt irgendwie verständiger und verständlicher als noch vor einigen Wochen.

Und zu guter Letzt das absolut Oberschürfste: Heute hat er durchgeschlafen. Nach 20h00 zweimal kurz geknöttert und danach keinen Mucks mehr bis 6h00! Papa hat ihn in den Schlaf gelullt ohne Nuckel. Das wird heute Abend nochmal probiert. Im Urlaub war er übrigens katastrophal unruhig im Schlaf und kam fast stündlich. Insofern ist noch keine neue Ära angebrochen, nur ein Lichtblick gesichtet worden!

21.3.08

bitte auf die Schulter klopfen

Ich bin ja so stolz auf mich. Nun krepel ich seit Wochen mit
Betonknoten in den Schultern und Null Restmuskulatur im Rücken durch
die Gegend. Seit Monaten (in Wahrheit müsste ich schreiben: MO.NA.TEN
- also quasi Ewigkeiten) leiste ich uns einen Babysitter, der nur
deshalb kommt, damit ich Zeit habe. Aber ich habe noch keinen einzigen
Zeh in die Nähe des örtlichen Schwimmbades gesteckt. Und Joggen war
ich einmal. Und Gymnastik mach ich auch nicht, weil ja alles so weh
tut. Aber HEUTE, heute habe ich mich bei einem Tai Chi-Yoga-
Dingenskirchens-Kurs angemeldet! Ab dem 22.4. geht es los!

20.3.08

Altenau

Wo soll ich anfangen? Bei den Witterungsbedingungen? Nichts leichter als das: erst hat es geregnet, dann hat es geschneit. Dazwischen hat ab und zu die Sonne geschienen. Da ging ein großes Trara durchs Haus: Es wurde zum Abmarsch geblasen! Raus raus in die freie schöne Natur, rettet den Familienfrieden, lasst uns spazieren gehen...

So sah es am Sonntag aus, zwischen den stundenlangen Regenschauern.

Und so am Dienstag.

Es war etwas skurril, aus einem frühen Frühling in einen späten Winter geworfen zu werden. Lotte fand es natürlich toll! Ich hingegen hat aus Platzspargründen nur ein paar Schuhe dabei, war hosenmäßig nicht wasserabweisend ausgerüstet und fühlte mich daher etwas gebremst. Außerdem war da noch der kleine Mann. Und da Kinderwagen und Schnee, naja, nicht so der Hit sind und das Krabbeln im Schnee auch streckenmäßig nichts hergibt, blieb ich halt mehrfach zuhause.

Das hört sich ja an, als wäre ich eingesperrt gewesen. Nein, das kann man nun wirklich nicht behaupten. Bzw. doch. Also einerseits galt das witterungsbedingt für uns alle. Wie gesagt, es regnete oder schneite eigentlich ständig. Dann hatte Ulrich am Freitagabend und Samstag Zahnungsfieber und war wirklich schlecht drauf. Und als er wieder fit war, kam der Schnee...

Andererseits hatte ich auch ein paar unerhörte Freiheitserlebnisse: Am Montag waren Klabautermann und Klabauterfrau drei Stunden in der Therme! Wow! Kräutersauna mit Aufguss - köstlich! Hexenkessel (36 °C, Außenbecken, 12 % Solegehalt) - im Glück schweben! 15 Minuten Rücken- Schulter-Nacken-Massage - ein Traum! Unbedingt zu empfehlen!

Und an einem Abend waren die Eltern ganz allein essen. Nochmal wow! In der "Kiepe" gab es ein exquisites Filetsteak! Allerköstlichst! Und dazu einen herrlich kirschigen Merlot! Mjam!

Ja, wir hatten trotzdem eine schöne Zeit! Und das lag nicht zuletzt auch an der Wohnung. Hier hatten wir uns eingemietet. Wir in der großen und die Großeltern in der kleinen Wohnung. Beste Ausstattung für Familien! Wir hatten kaum Spielzeug dabei und haben nichts vermisst! Einzige Ausnahme: Ruhe! Ruhe hatten wir nicht. Und zwar einzig und allein deshalb, weil mein werter Klabautermann seinen Kinderlies eine Freude machen wollte und Batterien gekauft hat. Mit denen wiederum wurden zwei elektrische Spielzeuge ausgerüstet und nun hallte ständig "Zeit für Tubbie winkewinke!", "Lalas Ball" und irgendwelche unbegreiflichen Quietschlaute durch die Wohnung, ausgehend von einem Teletubbie- Spieltelefon. Grausamst! Besonders erhebend war die Kakophonie, wenn sich Ügeli mit beiden Händen auf die Tastatur aufstützte. Mir kullerten jedesmal die Tränen... (Wissen Sie und genau deshalb werde ich meinen Mann wohl auch nie "besten Ehemann von Welt" nennen. Es muss Bessere geben, die ihrer Göttergattin so etwas erspart hätten! Bei uns wird für das vermeintliche Wohl der Kinder über Ehefrauenleichen gegangen...) Das andere Dingens imitierte auf primitivste Weise Tierlaute und Fahrzeuggeräusche, war nur mit vier Tasten ausgestattet und daher eher selten im Einsatz.

Ich hätte das hier gerne filmisch dokumentiert, aber irgendwer hat den Film gelöscht, den ich extra für Sie aufgenommen hatte. Keiner wills gewesen sein. War vermutlich irgendein Telelöschertubbie.

Wir haben das Miteinander dennoch genossen, haben in Altenau gut gegessen (da reiht sich ein Café an das nächste Restaurant an die nächste Bierstube - unglaublich!) und ein paar regionale Spezialitäten verkostet. Der "Altenauer Magen-Inspektor" ist ein ganz herrlicher Kräuterschnaps. Und wer es süßer mag, dem sei der "Altenauer Kräuterlikör" ans Herz gelegt. Prädikat "besonders süffig" für beide!

Überhaupt, der Kräutergarten wäre im Sommer sicherlich ein höchst attraktiver Ort. Jetzt ist da natürlich noch nix zu sehen. Dafür aber ein wunderbarer Shop mit Hunderten von den tollsten Gewürzmischungen und Senfsorten und Essigen und Ölen (und Alkoholika). Nehmen Sie bloß nicht zu viel Geld mit, wenn Sie da mal rein gehen!

Zu den Kindern erzähle ich in den nächsten Tagen noch etwas mehr! Jetzt muss ich erstmal eine Blogrunde drehen und dann Heiabubu! Gute Nacht!

Wieder zurück

Sie haben mir gefehlt. Ich hoffe, ich kann all die Beiträge, die mir
dieser Tage durch den Kopf gingen, noch zusammen kratzen. Wir werden
sehen. Jetzt erstmal Wäsche und Kinder. Bis heute Abend dann!

13.3.08

Abreisevorbereitungen

Ich verabschiede mich schon mal. Der morgige Vormittag wird dem Einpacken gewidmet und dann geht es los Richtung Altenau. Im Wohnzimmer türmen sich die Wäscheberge und ich höre sie quasi miteinander tuscheln: "Glaub man nich, dass du auch noch reinpasst. Wirst schon sehen, sie nimmt nur mich mit!"

Spielzeug für Lotte ist leicht zusammen gestellt. Da braucht es bloß ein Buch, einen Bär, einen Bleistift. Der Rest findet sich vor Ort. Aber für den Kleinen? Welche Rasseln sollen mit, welche Knabberbücher, welche Schmuseteilchen?

Vielleicht sollte ich den Kellerschlüsselbund einstecken. Der hat Ügeli heute so fasziniert, dass er sogar über die Türschwelle gekrabbelt kam. Wir haben so breite Altbautürschwellen. Die sind nicht hoch, vielleicht zwei Zentimeter. Trotzdem lag das Kind bisher davor wie vor einem breiten unüberquerbaren Fluss und heulte verzweifelt. Mittels Kellerschlüssel war die Überquerung dann plötzlich gar kein Problem mehr: Krabbel, krabbel, und dann klapper klapper. Mamas Trainingscamp ist halt das beste...

Übrigens war er heute aber sowas von unkompliziert! Ich liebe mobile Kinder!

12.3.08

41-Stöckchenfragen

Mama Spillie hat offensichtlich Langeweile auf Kur oder aber sie gewöhnt sich sehr kinderkreative Umgangsformen an: Schmeißt einfach mit Stöckchen nach mir. Hat man sowas schon gesehen?

01. Wo ist Dein Handy: Ladestation.
02. Dein Partner: auf dem Gästesofa
03. Deine Haare: glatt
04. Deine Mama: beste Mama, die ich habe!
05. Lieblingsgegenstand: mein Rucksack, ein treuer Gefährte
07. Dein Traum von letzter Nacht: "Bitte liebes Kind, lass mich schlafen!"
09. Dein Traumauto: abgasfrei und mit Chauffeur
10. Der Raum in dem Du dich befindest: Arbeitszimmer
11. Dein Ex: vom Winde verweht
12. Deine Angst: Samstagnacht und die Windeln sind alle
13. Was möchtest Du in 10 Jahren sein: ausgeschlafen
14. Mit wem verbrachtest Du den gestrigen Abend: Ulrich + Klabautermann
15. Was bist Du nicht: adlig
16. Das letzte was Du getan hast: in der Nase gebohrt was durchgestrichen
17. Was trägst Du: braunes Langarmshirt auf brauner Jeans
18. Dein Lieblingsbuch: der Herr der Ringe
19. Das letzte was Du gegessen hast: Wiener Würstchen
20. Dein Leben: kindbestimmt
21. Deine Stimmung: leicht resignative Müdigkeit
22. Deine Freunde: werden immer mehr, unglaublich.
23. Woran denkst Du gerade: an meine Nachbarn
24. Was machst Du gerade: Frage 24 beantworten
25. Dein Sommer: kommt noch und wird hoffentlich schön
26. Was läuft in Deinem TV: Nix
27. Wann hast Du das letzte Mal gelacht: Darüber, dass Lotte sich ein Pippi-Langstrumpf-Pferd hat schenken lassen, das eigentlich "kleiner Onkel" heißen müsste, aber vermutlich "kleiner Peter" genannt werden wird.
28. Das letzte Mal geweint: das ist lang her. War bestimmt ein Schmalzfilm.
29. Schule: da war ich gerne
30. Was hörst Du gerade: nichts
31. Liebste Wochenendbeschäftigung: ausschlafen (was haben wir gelacht)
32. Traumjob: Pferdewirt
33. Dein Computer: Imac
34. Außerhalb Deines Fensters: Regentropfen
35. Bier: Kölsch
36. Mexikanisches Essen: Guacomole
37. Winter: Schnee
38. Religion: ich bete zu Neptun (oder woran glauben Klabauter?)
39. Urlaub: übermorgen, nach Altenau (das wollten Sie doch wissen, Mama Spillie?)
40. Auf Deinem Bett: liegt der Jüngste
41. Liebe: bin ich zu müde für

Wiijoo - Ulrich shak'n an' quietsh'n

Heute mal quietschfidel:

video

Was auch noch berichtet werden muss: Heute wurde das erste Mal gekrabbelt. Damit meine ich mindestens vier Krabbelbeinbewegungen hintereinander (zwei links, zwei rechts), ohne dazwischen liegenden Bauchplatscher oder sonstige Krobbeleinlagen. Die Distanzen waren sehr kurz, aber immerhin echt gekrabbelt!

Wie gewöhne ich das Kind an sein eigenes Bett?

Ein Problem, das bei uns ansteht, ist der Abschied des kleinen Mannes aus dem Familienbett. Inzwischen ist er für sein Babynest zu klein und auf die elterliche Matratze umgezogen. Jetzt bewegt er sich aber so intensiv im Schlaf (wir können ja robben und krabbeln und uns im Schlaf auf den Bauch drehen oder doch nicht), dass die ständige Gefahr droht, dass er vom Futon purzelt. Das sind zwar nur 10 cm, aber der Schreck muss ja nicht sein. Jedenfalls ist es Zeit für das eigene Bett.

Nach Frau Pantley stellen wir das am besten so an: Wir richten sein Bett her und stellen es direkt neben unser Bett. Tagsüber spielen wir mit ihm in seinem Bett, so dass er sich damit vertraut machen kann. Abends wird er hinein gelegt. Ein paar Tage liegt er also direkt neben den Eltern. Dann, je nach Gefühl früher oder später, wird das Bettchen weiter vom elterlichen Bett weggeschoben. Er soll sich daran gewöhnen, die Eltern nicht mehr so nah dran zu hören. Das kann man, je nach Schlafzimmergröße auch in mehreren Etappen machen. Dann stellt man das Bett in sein Zimmer.

Was ich als Tipp noch dazu ergänzen würde: Fangen Sie immer mit den Mittagsschläfchen an. Die sind kurz und eignen sich gut, um eine neue Schlafumgebung zu erproben.

Natürlich kann man hier, wie auch in allen anderen Fällen, auf bewährte Schlafhelfer zurückgreifen: das T-Shirt von Mama, das Lieblingskuscheltier... aber diese Tipps kennen Sie ja aus allen anderen Büchern.

Was mir neu war, war die Idee mit dem Bespielen des Bettes. Wieder so eine triviale Idee. Ich habe aus anderen Büchern allerdings schon gelesen, dass man das Bett nicht zum Spielort machen soll, damit dort nur das Signal "schlafen" gilt. Klingt logisch, entspricht aber überhaupt nicht meiner eigenen Kindheit und der hier mit der Großen gelebten Praxis. Natürlich ist das Bett auch ein Spielort! Und insofern geh ich jetzt vollkommen unverkrampft daran, mit dem Kleinen seines neues Bett zu erproben... (wobei es dieses neue Bett immer noch nicht gibt. Die Matratze fehlt noch. Da müssen wir bis nach Ostern warten...)

11.3.08

Wie ich meinem Kind den Einschlafschnuller abgewöhne

Das Problem ist kurz beschrieben: Das Kind schläft nur mit Nuckel im
Mund ein und wacht nachts auf, wenn es seinen Nuckel verloren hat und
nicht wieder findet. Es hat gelernt: "Ich kann nur einschlafen, wenn ich
nuckel."

Der Lösungsansatz: Wir entziehen dem Kind sanft den Nuckel. Und zwar
lässt man nach Pantley das Kind wie gewohnt mit Nuckel zu Bett gehen,
allerdings entzieht man ihm den Nuckel, wenn es eindämmert, aber noch
nicht schläft. Wenn es protestiert, statt einzuschlafen, bekommt es
seinen Nuckel zurück. Man wartet, bis es wieder kurz vorm Einschlafen
ist und entzieht ihm den Nuckel... usw. Irgendwann schläft es ein. Ohne
Nuckel. Das Wunder ist wohl kaum an einem Abend vollbracht, aber im
Laufe der Abende und Nächte wird es immer toleranter gegenüber der
Nuckellosigkeit. Und irgendwann geht es ohne. Simpel, oder? Man braucht
halt nur Geduld, Geduld, Geduld. Aber die braucht man ja auch, um nicht
gaga zu werden, wenn man nachts zum 85. Mal aufsteht, um dem Kind seinen
Nuckel in den Mund zu stecken...

So, und Frau Feuervogel wird das jetzt erproben und uns berichten?

The No-Cry Sleep Solution

Ich lese gerade "The No-Cry Sleep Solution" von Elizabeth Pantley und werde in den nächsten Postings den einen oder anderen Tipp aus dem Buch weiter geben. Dieses Buch gibt es leider nicht auf Deutsch, obwohl es sich sehr wohltuend von anderen Schlaftippbüchern unterscheidet. Erstens wird gar nicht erst propagiert, eine Änderung innerhalb von einer Woche erreichen zu können bzw. zu wollen. Zweitens wird eine Methode vermittelt, die so trivial ist, dass man sich fragt, warum man nicht selbst darauf gekommen ist. Und drittens wird diese Methode, bzw. werden die Tipps nicht als Wahrheit und unerlässlich verkauft, sondern wird immer wieder darauf hingewiesen: "Jedes Kind ist anders. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Stellen Sie Ihren eigenen Mix an Maßnahmen zusammen und setzen Sie sie so um, wie Sie das für Ihr Kind und sich für richtig halten." Ich fand das sehr wohltuend!

Der (für mich) wichtigste Tipp lautet: "Wenn du deinem Kind etwas Neues angewöhnen möchtest, ohne dass es weint und schreit, dann brauchst du Geduld und musst mit kleinen Schritten arbeiten." Pantleys Zeithorizont liegt zwischen einem und zwei Monaten. Sie schlägt vor, sich einen Plan zu machen, wo man bzw. das Kind hinkommen soll und erst nach 10 Tagen und dann auch wirklich nur alle 10 Tage per Schlafprotokoll die Fortschritte zu überprüfen.

Der (für mich) zweitwichtigste Tipp lautet: "Man kann nicht immer konsequent sein. Das ist auch kein Problem. Es funktioniert auch, wenn man (wegen Krankheit, Zahnen, Vollmond, Sprung...) mal in alte, bewährte Methoden zurück fällt." Ahhh, endlich kein Leistungsdruck mehr! Natürlich, man muss dran bleiben, aber eben im Rahmen der Möglichkeiten. Und man hat ja Zeit...

Soweit erstmal die Grundsatztipps, die ich sehr hilfreich fand, um zu einer gelassenen "Wir-ändern-jetzt-mal-was"-Haltung zu kommen, die man auf das Baby übertragen kann.

Ansonsten ist das Buch für die verwöhnte deutsche Mutterbücherleserin etwas wenig gestaltet, kann sich mit so einer schicken Optik wie die GU Bücher z.B. haben, wirklich nicht messen. Dafür ist es voller Checklisten und Planungshilfen. Das Englisch ist leicht zu verstehen. Und der amerikanische Schreibstil ist - naja - sagen wir mal "motivierend". Ich steh da nicht so drauf, konnte aber drüber weg lesen. Ansonsten gibt es die in Schlafbüchern üblichen Abschnitte über die Eigenheiten des kindlichen Schlafs und über Sicherheit (die SIDS-Prävention). Für die belesene Mutter steht da erstmal nix Neues. Aber dann kommen die Tipps... und da gibt es natürlich die üblichen Verdächtigen, aber eben auch andere, die ich noch nicht kannte. Und die werde ich euch nicht vorenthalten...

Ich schlage vor, ich fang mit Frau Feuervogels Frage an, wie sie ihrem Kind den Einschlafschnuller abgewöhnt. Wer noch andere konkrete Fragen hat, kann die in den Kommentaren stellen. Dann sortier ich meine Zusammenstellung entsprechend.

10.3.08

Nivellierung

Seit gestern sitzt er mit am Tisch und freut sich wie Bolle. Und wir
freuen uns mit ihm. Dass die Geschwister nebeneinander sitzen, hat
bisher zu keinen Irritationen geführt. Allerdings haben wir
festgestellt, dass unser Küchentisch definitiv zu klein ist für einen
vier Personen Haushalt. Noch was, was in diesem Jahr ausgetauscht
werden muss. (Wann können wir endlich Rücklagen für die Rente bilden???)

Wie vorauszusehen war, haben sich nach ein paar Tagen Vorwärts-
Mobilität schon Momente der familiären Entspannung gezeigt.
Sonntagmorgen fiel mir irgendwann auf, dass es ja so still ist. Das
große Kind spielte im Flur mit seinen Puppen und Bären, die dringend
gewickelt und verarztet werden mussten. Das kleine Kind spielte
selbstvergessen im Kinderzimmer mit dem Babyspielzeug aus der Kiste.
Der Vater saß dabei, war aber mit dem Laptop zugange. Und Muttern
informierte sich über den Bahnstreik. Irgendwann, nach 15 Minuten oder
so, merkte ich verwundert auf. Sooo lange hatte schon lange keiner
mehr was von mir gewollt.

Also liebe Neu-Eltern: Alles wird besser, alles wird gut. In etwa 8
Monaten ist es soweit... ;-)

PS: Das mit dem Durchschlafen *räusper* das üben wir noch! Ich habe
mir ein neues Buch zugelegt, das irgendwer aus unserer Bloggemeinde
empfahl. War es Frau Ami? The No-Cry Sleep Solution. Gibt es leider
nicht in deutsch. Das Entspannendste an diesem Buch ist, dass man
alles, was andere Bücher einem empfehlen (Nuckel weg, Fläschchen weg,
im eigenen Bett schlafen...), also alle diese Dinge kann man auch ohne
Geschrei einführen, wenn man will. Das dauert etwas länger als mit
Geschrei, aber es geht. Diese Erkenntnis, die so trivial ist, dass man
sich die Hand vor die Stirn klatscht, weil man selbst noch nicht drauf
gekommen ist, also diese Erkenntnis ändert alles. Ich bin noch am
Lesen, aber wenn der Plan steht, wird über die Umsetzung berichtet!

8.3.08

Streik

Ich finde Streiks toll! Vorallem, wenn sie als Druckmittel auch wirken
und zu guten Verhandlungsergebnissen führen. Am allertollsten finde
ich Streiks, die ganz schnell zu Ergebnissen führen, also am besten
bis Donnerstagabend. Am Freitag wollen wir nämlich in den Urlaub
fahren, Richtung Harz...

6.3.08

ein Tag am Meer

Zu jeder Jahreszeit ein Genuss: ein Tag am Meer. Wir haben Seepferde
und Seekühe gesehen, und sogar ein Meerschwein. Kritisch wurde es, als
ein kleiner Hai vorbei kam und die Meeresbewohner attackierte. Da war
die Angst groß. Bis Lotte uns erklärte, dass der kleine Hai lieb ist. Er hat uns dann sogar beim Bergen des verunglückten Lasters geholfen!

Klabauterische Fortbewegung

Ulrich krobbt. Krobben ist laut Klabauterlexikon ein Mischform des
Krabbelns und Robbens. Dabei werden die Knie in ca. 50 % der Fälle bei
der Beinarbeit eingesetzt. Optisch ergibt sich eine gewisse
Verwandtschaft zum Humpeln, weil das Vorzugsschubbein beim Robben
meist weiter in der bewährten Technik eingesetzt wird, während das
andere Bein sich im Krabbelkniestand übt. Die Hüfte vollzieht eine
schlängelnd-humpelnde Aufundabbewegung.

5.3.08

April?

PS: Wenn Ihnen hier in nächster Zeit merkwürdige Doppelposts unterkommen, dann liegt das daran, dass irgendwie das Posten per Email nicht funktioniert. Und da hängen noch ein paar Emails in der Pipeline rum und vermutlich erscheinen die irgendwann doch noch...

4.3.08

Huis Clos

Heute habe ich meine persönliche Hölle betreten. Wie Sie vielleicht wissen, sofern Sie auch irgendwann mal Sartre gelesen haben, ist die Hölle reichlich unspektakulär: kein Feuer, keine Teufel, einfach ein Raum und nette Leute. So sieht sie also aus, die Hölle. Vermutlich ist es auch so, dass jeder so seine eigene Hölle hat, mit eigener personeller Besetzung und Ausgestaltung. Kann ja gar nicht anders sein, ne?

Naja, und wir waren heute auf einem Kindergeburtstag einer nun mehr 2jährigen. Sie hat noch eine nette große Schwester und nette Eltern und eine nette Oma und eine nette Tante und einen netten Onkel und eine nette Tagesmutter und einen netten Tagesmuttermann und eine nette Tagespflegefreundin mit einer netten Tagespflegefreundinnenmutter und einem netten kleinen Tagespflegefreundinnenbruder (das waren wir). Und die Familie wohnt in einem netten Haus, mit nettem Schnitt und netter Einrichtung. Es gab netten Kaffee und netten Kuchen. Und natürlich nette Geschenke! Und dann saß man nett zusammen und unterhielt sich und / oder spielte nett mit den Kinderlein. Praktischerweise liegt das Spielzimmer direkt neben dem Wohnzimmer, verbunden durch eine nette Flügeltür ohne Flügel (wie nennt man sowas? Durchgang?). Und nun beginnt die Höllenahnung: das Spielzimmer ist extremst vollst bestückt. Zwei Mädchen, also (also?? aber irgendwie schwante mir eine Logik), also gab es alles doppelt. Naja, manches nicht. Den Kaufmannsladen gab es nur einmal. Und die Kinderküche. Und das Klavier. (hä, was machte das im Kinderzimmer? egal.) Und der Gabentisch ist ebenfalls ziemlich bestückt. Und am Ende der 3 Stunden war das gesamte nette Riesen-Wohnzimmer bepflastert mit Spielzeug und Kinderwagen und Zeugs, so dass wir kaum noch gehen konnten. Aber wer hat auch je davon gehört, dass man seiner Hölle entkommen könnte?

Und ich bin ja in dem Haus noch ein bisschen rum gekommen. Und in diesem netten Haus mit der netten Einrichtung von den netten Leuten, da war sooooo viel Kinderkram, soooooooooo viel, dass man das nette Haus mit den nett geschnittenen Zimmern kaum noch wahrnahm. Und ich stand da und dachte: "die armen armen Kinderlein, die armen armen armen Kinderlein..." und dann dachte ich: "die armen armen Eltern, die armen armen armen Eltern..." und dann dachte ich: "ist das meine Zukunft?"

durchgeschlafen!

Zwischen 1h00 und 6h15 schlief der Kleine Mann ohne Unterbrechungen.
Dabei wanderte er nach unten aus seinem Nest hinaus und fand sich
irgendwann in Bauchlage wieder. Ich bin dankbar für unseren Futon, so
dass ihm bei einem evtl. nächtlichen Absturz nichts passieren kann.
Trotzdem ist die Zeit für ein Gitterbett gekommen. Aber das sind
Nebensächlichkeiten. Was für eine Nacht!!! Wunderbar!!!! Und wie Lotte
sagen würde: "Nochmaal!"

2.3.08

Toll!

- Ulrich robbt einen Meter weit, um an ein Stofftier ranzukommen!
- Ulrich hat sich gerade pünktlich eine Stunde nach Einschlaftermin
knötternderweise gemeldet. Während ich noch zögernd vor der Tür stand,
verstummte das Geknötter wieder.

Kausalsatz

Lotte: "Der Opa is wegegang. Da hatter Ügeli jeweinn!"

1.3.08

und er bewegt sich doch

Soeben festgestellt, dass sich der kleine Mann im Robben
zentimeterweise vorwärts schiebt. Wenn er das perfektioniert, kann ich
ihn bald zur Bundeswehr geben... Lotte ist ja gar nicht gerobbt. Ob
das eine Technik mit Zukunft für Ulrich ist? Oder wird er es bald fürs
Krabbeln aufgeben?