Ich will mal wieder vom Stillen berichten. Übermorgen sind es fünf Monate, dass ich mir das kleine Kerlchen zur Brust nehme und inzwischen - man soll es nicht glauben - inzwischen kann ich das durchaus genießen. Das Auslaufen hat sich gegen Ende des dritten Monats langsam erledigt. Jetzt trage ich nur noch Stilleinlagen, um mich abzusichern, wenn ich mal länger unterwegs bin. Auch die gelegentlichen Schmerzen beim Ansaugen haben sich im vierten Stillmonat komplett erledigt. Erfreulicherweise sind mir Stillstaus erspart geblieben, so dass ich wirklich nicht klagen kann.
Trotzdem schleichen wir uns so langsam aus dem Stillen raus. Der erste Brei ist eingeführt. Ulrich isst inzwischen ein halbes Gläschen Möhre-Kartoffel mit großer Konzentration. Er guckt weiterhin höchst neidisch und ungehalten auf unsere kauenden Münder, wenn wir zu Tisch sitzen.
Die Milchproduktion würde wohl weiterhin reichen, wenn ich es drauf anlegte. Aber da sind die Studienwochenenden, wo ich nur abpumpe. Und da geht die Produktion sofort radikal zurück. Klar lässt sich das wieder anfahren. Aber hier scharrt ein Vater mit den Hufen und will sein Kind füttern. Immer wieder mal kommt er mir mit dem Fläschchen zuvor. Das ist kein böser Wille, das ist Betuddelungswille. Und so sieht es momentan aus, dass ich stille und danach zur Sicherheit ein Fläschchen in petto halte, damit ggf. noch was nachgereicht werden kann. Meist passt auch noch was rein in den Schlund.
Am meisten vermissen werde ich wohl das Einschlafstillen und das nächtliche Stillen. So im Liegen, das Kind im Halbschlaf, die Mutter im Halbschlaf, das ist schon sehr kuschelig. Tagsüber kann ich es leichter verschmerzen, zumal dann alle anderen mal ran können: der Vater, die Großeltern, der Babysitter, die große Schwester, die Nachbarin, der Postbote... Nur immer hereinspaziert, meine Herrschaften, wer will und hat noch nicht?
Naja, ein bisschen Zeit bleibt noch zum Abschiednehmen. Damit endet ja mein Auftritt als Urmutter und ich trete zurück ins Glied normaler Elternschaft. Gut, ich habe meinen Auftritt gehabt und ich würde es wieder tun. Ja, ehrlich. Aber nun ist auch gut. Ich freu mich auch schon auf all die Dinge, die dann wieder möglich werden. Meine innere Deadline ist jedenfalls der 24.12.07:
Komm, du lieber Weihnachtsmann,
denk an uns und bringe,
Apfelpunsch und Whisky mir,
roten Wein und dunkles Bier,
Sekt, Likör und Royal Kir,
lauter schöne Dinge.