30.11.07

Hänschen klein

Nach einem Tag im Fiebertran beschloss Lotte den Abend mit einem herrlichen Vorsingen via Skype. Sie dankte ihrer Oma für die herrlichen Weihnachtsfensterbilder (ich werde demnächst dokumentieren!), indem sie ihr "Hänschen klein" vorsang. Und was soll ich sagen, sie kann die erste Strophe fast vollständig. Klar, hier und da vernuschelt, da und dort fehlt ein Wort, egal. Die Melodie stimmt und sie braucht nur an zwei Stellen einen Souffleur - interessanterweise an der Stelle, wo es um das nachhause zurückkehren geht. Ich bin sooooooooo stolz auf dieses schlaue Mäuschen! (und darf ich es nochmal betonen: sie ist keine zwei Jahre alt!)

fünf Monate

Heute hat er ein 3/4 Glas Möhrchen verputzt und ansonsten relativ friedlich vor sich hin geplappert. War auch besser so, denn das Fräulein Große Schwester hatte ab Mittag Fieber, das zum Abend hin aber wieder abklang. Das Setting war auch wettermäßig unfeierlich: Graugraugrau Nieselpieselfiesel wederwarmnochkalt. Ich bin mir nicht sicher, ob die Sonne überhaupt mal aufgegangen ist?

Während ich weite Teile des Tages im Arbeitskämmerchen verbrachte und studierte, hielt der Rest der Familie eine Siesta nach der anderen. Oder lagerte friedlich auf dem Boden, Lotte in Zeitlupe unterwegs, der kleine Kerl plapperte und strampelte so vor sich hin. Heute schien er auch besonders intensiv mit Lotte zu flirten. Vielleicht weil sie so langsam unterwegs war, auch mal 10 Minuten neben ihm sitzen blieb, so dass er überhaupt Zeit hatte sie wahrzunehmen. Gekrischen hat er heute nur ein Mal. Danke, wir freuen uns, dass er seine Stimmbänder nun in den angenehmeren Tonlagen erprobt!

28.11.07

Still, still, still...

Ich will mal wieder vom Stillen berichten. Übermorgen sind es fünf Monate, dass ich mir das kleine Kerlchen zur Brust nehme und inzwischen - man soll es nicht glauben - inzwischen kann ich das durchaus genießen. Das Auslaufen hat sich gegen Ende des dritten Monats langsam erledigt. Jetzt trage ich nur noch Stilleinlagen, um mich abzusichern, wenn ich mal länger unterwegs bin. Auch die gelegentlichen Schmerzen beim Ansaugen haben sich im vierten Stillmonat komplett erledigt. Erfreulicherweise sind mir Stillstaus erspart geblieben, so dass ich wirklich nicht klagen kann.

Trotzdem schleichen wir uns so langsam aus dem Stillen raus. Der erste Brei ist eingeführt. Ulrich isst inzwischen ein halbes Gläschen Möhre-Kartoffel mit großer Konzentration. Er guckt weiterhin höchst neidisch und ungehalten auf unsere kauenden Münder, wenn wir zu Tisch sitzen.

Die Milchproduktion würde wohl weiterhin reichen, wenn ich es drauf anlegte. Aber da sind die Studienwochenenden, wo ich nur abpumpe. Und da geht die Produktion sofort radikal zurück. Klar lässt sich das wieder anfahren. Aber hier scharrt ein Vater mit den Hufen und will sein Kind füttern. Immer wieder mal kommt er mir mit dem Fläschchen zuvor. Das ist kein böser Wille, das ist Betuddelungswille. Und so sieht es momentan aus, dass ich stille und danach zur Sicherheit ein Fläschchen in petto halte, damit ggf. noch was nachgereicht werden kann. Meist passt auch noch was rein in den Schlund.

Am meisten vermissen werde ich wohl das Einschlafstillen und das nächtliche Stillen. So im Liegen, das Kind im Halbschlaf, die Mutter im Halbschlaf, das ist schon sehr kuschelig. Tagsüber kann ich es leichter verschmerzen, zumal dann alle anderen mal ran können: der Vater, die Großeltern, der Babysitter, die große Schwester, die Nachbarin, der Postbote... Nur immer hereinspaziert, meine Herrschaften, wer will und hat noch nicht?

Naja, ein bisschen Zeit bleibt noch zum Abschiednehmen. Damit endet ja mein Auftritt als Urmutter und ich trete zurück ins Glied normaler Elternschaft. Gut, ich habe meinen Auftritt gehabt und ich würde es wieder tun. Ja, ehrlich. Aber nun ist auch gut. Ich freu mich auch schon auf all die Dinge, die dann wieder möglich werden. Meine innere Deadline ist jedenfalls der 24.12.07:

Komm, du lieber Weihnachtsmann,
denk an uns und bringe,
Apfelpunsch und Whisky mir,
roten Wein und dunkles Bier,
Sekt, Likör und Royal Kir,
lauter schöne Dinge.

Adventszeit

Heute auf dem Nachhauseweg mit dem großen Kind über einen Tannenbaumverkauf spaziert und die Adventskränze begutachtet. Zwei Drittel des Preises macht der grüne Kranz aus. Aber egal, denn ich habe schon woanders bestellt. Das Kind fand einen Kranz am schönsten, der ganz klassisch in rot gehalten war. Guter Geschmack!

Am Ententeich festgestellt, dass der Teich zugefroren ist und die Enten weg sind. Die haben wohl kalte Füße gekriegt. Lotte war angemessen fasziniert von dem Eis. Sie durfte meine drei Taschenkastanien raufwerfen. Die machten ein fast metallisches "Klong" und rollten richtig schön weit.

Zuhause sind wir dann in den Keller und haben die Weihnachtsdekokisten hoch geholt. Lotte hat sich Weihnachtskugeln und Engel und Weihnachtsmänner und Sterne und und und angeschaut. Währenddessen habe ich die Mäuse von unserem Adventskalender in der chronologischen Reihenfolge aufgefädelt. Alles andere wird Lotte dieses Jahr wohl überfordern... Jetzt hängt das gute Stück auch schon und wird in den nächsten Tagen gefüllt. Nein, nicht mit Keksen. Die hat irgendein Krümelmonster oder zwei oder drei schon alle aufgefuttert.

Morgen hole ich dann unseren Adventskranz ab und dann kommt nach und nach das gesamte Dekomaterial an Ort und Stelle. Zusätzlich wird weiter gebastelt, was das Zeug hält. Natürlich mit Lotte zusammen.

Lotte kann schon fast die zweite Strophe von "Morgen kommt der Weihnachtsmann" auswendig. Bei der Tagesmutter übt sie "Advent, Advent". Hoffentlich verschlägt es ihr dann vor dem Weihnachtsmann (wir haben da ein nachbarschaftliches Abkommen) nicht die Sprache... :-D

26.11.07

Logik für Anfänger


Begonnen hat das Gespräch irgendwie irgendwann, Erinnern zwecklos. Springen wir also mitten rein:
Lotte: Mama Busen! Mama Fau.
Papa: richtig. Und der Papa, hat der einen Busen?
L: Nein. *lacht* Papa Mann!
P: Und die D. [eine Nachbarin], hat die einen Busen?
L: Ja! F. auch! [noch eine Nachbarin]
P: richtig!
Mama: *grinst* Ich seh uns schon demnächst im Flur der Frau B. begegnen [Nachbarin in fortgeschrittenem Alter und mit vornehmer Ausstrahlung] und Lotte sagt dann "Frau B. Busen!"
P: *grinst zurück und zuckt mit den Schultern* Hm, Lotte, und wie ist das mit Oma A.? Hat die einen Busen?
L: *schaut unsicher grinsend von einem zum anderen, weil sie meint, wir spaßen* Nein.
P: *leicht erstaunt* Nein? Hm. Lotte, ist die Oma A. eine Frau?
L: Ja. Oma Fau.
P: Und was haben Frauen?
L: Fau Busen at. *überlegt* Oma auk Busen!
P: *jubelt* Das war Deduktion!

U-Tjub Hitparade

Lotte schaut nun zum 8. Mal das deutsche Intro von Pippi Langstrumpf. Sie findet es definitiv toller als das Intro von Heidi, und das ist schon sehr schön. Aber Pippi reitet auf einem Pferd!

Aber diese Bilder vom Pferderennen in Bad Doberan kommen auch SEHR gut an!

Vollmond

Während eine, die sonst nicht schlafen kann, plötzlich lebensfroh und ausgeschlafen aus der Wäsche schaut, gab es bei uns, die wir ruhige Nächte gewöhnt sind, heute Partystimmung. Vollmond lässt grüßen?

Lotte hielt es um 2h00 jedenfalls nicht mehr in ihrem Bett. Seit 0h00 kämpfte sie immer wieder mit dem Schlaf und gewann. Sie konnte einfach nicht einschlafen. Da lag ich dann umrahmt von Kindelein und konnte nun meinerseits nicht schlafen, weil die Große, um sich einzulullen oder sinnvoll zu beschäftigen oder aus sonstigen unerfindlichen Gründen meinen Arm und mein Gesicht streichelte. Ich kann sowas normalerweise genießen. Aber übermüdet ist sowas eher nervig, muss ich zugeben. Ich hab sie dann irgendwann zu Papa auf die Gästecouch ausgelagert. Ich muss ja nicht alles alleine lösen...

Fröhlichst kreischend startete Klein-Ügeli um 5h45 in den Tag. Der Rest der Familie wachte notgedrungen mit auf. Beim Frühstück zeichnete sich schon die nächste Schlafrunde beim Nachwuchskreischer ab und ich verschwand schnellstens mit ihm im Bett. Eine köstliche Stunde mehr Schlaf. Ahhh. Jetzt fühle ich mich wenigstens wie ein Mensch!

Ich weiß nicht, ob da oben jemand sitzt und die schlaflosen Nächte auf die Familien verteilt. Es kommt einem grad so vor. Sitzt da oben und ärgert Frau Ami bis zur Belastungsgrenze. Streut hier und da eine Schlafnacht ein und vergibt dann die Schlaflosigkeit an andere. Heute mal an uns. Aus dieser Theorie ergeben sich ganz neue Therapiemöglichkeiten: nicht Osteopath (?), sondern Tellerchen leer essen, mal wieder beten, mehr Respekt vor den Obrigkeiten oder so...

25.11.07

zarte Gesänge

video

Ügeli mampft

Mit Beginn des 5. Lebensmonats wurde hier der Möhrchenbrei eingeführt. Nachdem ich bei Lotte noch wetterte und schimpfte über diesen Paps und ganz schnell auf die farblosen Anfangsbreie umgestiegen bin, bleibe ich diesmal bei Möhrchen stecken. Ügeli isst nämlich höchst konzentriert und zivilisiert (und wir haben etwas mehr Füttererfahrung als damals). Insofern hält sich der Flurschaden in Grenzen. Inzwischen verhaftet er locker ein halbes Gläschen! Damit bestätigt sich unsere bisherige Annahme, dass aus diesem Kerlchen ein vernünftiger Esser werden wird. Vermutlich wird er später nach seiner Portion noch Lottes Reste essen. Heute ist er mir jedenfalls überm Essen eingeschlafen... sehr niedlich!

Ansonsten kann er inzwischen wieder eine Menge mehr: auf dem Bauch liegen funktioniert nun schon richtig professionell. Greifen geht prima und in den Mund stopfen geht eigentlich auch bei fast allem. Etwas unangenehm ist sein neuester Spleen, sein Stimmvolumen auszutesten. Das ist richtig laut! Und wenn man ihn dann tadelnd, pschpsch-machend anguckt, dann lacht er einen triumphierend an. Unwiderstehlich!

Die Tendenz zum Mittagsschlaf steigt. Immer häufiger knackt er für ein zwei Stunden weg. Das ist sehr schön!

Die Nächte sind gegenwärtig etwas unruhig und nervig. Ulrich wacht wie gehabt dreimal auf und will trinken. Soweit ist alles okey. Allerdings ist er dabei so wuselig, laut knöternd und unruhig, dass er ständig die Brust verliert, darüber noch ärgerlicher wird... Dabei werde dann nicht nur ich wach, sondern auch der Klabautermann. Und der ist nicht gerade ausgeglichen, wenn man ihn des Nachts stört. Ich mag es nicht, wenn man mich genervt von links anmacht. Wenn dann aber entsprechendes Gemecker auch noch von rechts kommt, dann ist wirklich Schicht im Schacht. Um des Familienfriedens willen also darf der Klabautermann vorerst seine Nächte auf der Gästecouch verbringen.

Wenigstens schläft Ügeli nach dem Geknöter wieder anstandslos ein.

Lazarett

Hier war mal wieder Funkpause wegen akut tropfender Nase plus Husten bei der Großen. Die erhöhte Temperatur ist im Laufe des gestrigen Tages abgeklungen, auch die Appetitlosigkeit. Und so schnupft und hustet sie jetzt so vor sich hin.

Der Kleine ist bis jetzt - toitoitoi - ansteckungsfrei, auch wenn sich die Nasenatmung manchmal etwas verschnorchelt anhört. Da läuft nix und da hustet nix.

Muttern hat auch so ein bisschen Schleim in der Lunge, ist ansonsten aber fit. Naja und Vattern, Vattern joggt wie ein junger Gott stundenlang durch dieses miese Wetter. Unfassbar!

22.11.07

Liebe Weihnachtswichtel,

ich komme mir ein bisschen komisch vor, euch Hinweise geben zu wollen. Aber vielleicht kennt ihr uns ja garnicht. Da wollen wir euch auch nicht überfordern mit dem Nachlesen und so. Und eigentlich geht es auch ganz schnell:

Lotte ist - denke ich - unkompliziert. Da kommt alles an. Ulrich ist noch so klein, da muss man sich als Wichtel - würde ich vorschlagen - einfach frei machen. Was heute vielleicht noch nicht der Bringer ist, ist es sicher in wenigen Monaten... und die vergehen soooo schnell!

Am allerliebsten mögen wir Selbstgemachtes. Und es müssen auch nicht die 10 € ausgereizt werden. Wirklich nicht. Und übrigens nehmen wir auch gerne Gebrauchtes! Wirklich! Oder vielleicht malt uns ein größeres Kind ein Bild? Das wäre z.B. was Tolles! Einfach ein kleiner Gruß aus der Fremde, das freut uns schon!

21.11.07

Vernissage

Was kann über diese Welt noch gesagt werden? Ist nicht alles schon mal da gewesen, wurde nicht alles schon dutzende Male gedacht? Diese Fragen bewegen die Philosophie und die Kunstszene des neuen Jahrtausends. Und da erscheint eine junge Künstlergeneration, die mit der Unbefangenheit der Jugend Antworten gibt, wo andere nur noch Fragen stellen können. Die mit Rekurs auf eine einfache, menschliche, fast schon urtypische Formensprache Neues und Altes zugleich in die Welt setzen und dazu selbstbewusst postmodern sagen: "Das Neue ist das Alte und das Alte ist das Neue."

Eine dieser jungen Avantgarde ist Lieselotte von und zu Klabauter. Auf dem Foto sehen wir sie bei der Eröffnung ihrer aktuellen Vernissage vor ihrem Hauptwerk, "der Mond ist aufgegangen".

"Die Zerrissenheit unserer Welt, die Rückkehr der Armut, der zunehmende Fundamentalismus, all das vereint der Mond als Rekonstruktion der Hörner des goldenen Kalbes aus zersplittertem Blattgold".

Das Publikum zeigte sich angemessen fasziniert.

Haselnussplätzchen

Gut gekühlt ist der Teig jedenfalls, nachdem er drei Tage im Kühlschrank auf mich wartete. Hier wurde das Mehl hälftig durch gemahlene Haselnüsse ersetzt. Da er gut durch gekühlt ist, also die Butter ihren festigenden Halt gibt, lässt sich der Teig ganz gut ausrollen und ausstechen. VERGESST DIE MANDELPLÄTZCHEN!!! Haselnuss ist der Hit! Mandel lohnt sich im Vergleich wirklich nicht. Nussig, lecker, ham. Ich glaub, das war noch nicht die letzte Backaktion.

Diesmal wurde übrigens weitgehend ohne Lotte gebacken. Sie machte zwar zunächst gerne wieder mit, fand dann aber die Oma interessanter und las mit ihr Bücher. Auf diese Weise war das Backen auch schnell erledigt... ;-)

20.11.07

Nussplätzchen

Mit diesem Grundrezept habe ich angefangen. Aber irgendwann hat man ja mal genug Butterplätzchen. Dann wollte ich Nussplätzchen und habe variiert:

Mandelplätzchen: Das Mehl habe ich weitgehend ersetzt durch 200 g gemahlene Mandeln und 50 g gehackte Mandeln (bei doppelter Menge im Vergleich zur Rezeptangabe). Das hat nicht funktioniert, denn der Teig klebte auch nach der Ruhezeit im Kühlschrank noch entsetzlich an Fingern und Teigrolle. Ich musste also noch ordentlich Mehl nachträglich unterkneten. Keine Ahnung wie viel, halt bis der Teig sich gut ausrollen ließ. Übrigens habe ich auch die Zitronenschale fast ganz weggelassen (wer braucht Zitronengeschmack im Nussplätzchen?). Die Mandelplätzchen schmecken lecker, kriegen aber ihren Extrakick mit einer Vollmichschokoladendecke + Stückchen Walnuss. Davon wurde mir heimlich, still und leise ein ganzer Teller weggefressen und keiner ist's gewesen...

Ausstechen macht Lotte immer noch Spaß und ich konnte echt Punkten mit diesen Backaktionen! Es ruht noch ein Haselnussplätzchenteig im Kühlschrank. Aber heute werden mit den Nachbarskindern erstmal Transparentsterne gebastelt! (Ich LIEBE Weihnachten!!! - sagte ich das schon?)

15.11.07

In der Weihnachtsbäckerei

13.11.07

Auf die Plätzchen...

... die Ausstechförmchen sind gekauft. Das wird dieser Tage noch was!

Lotte fragt

Seit Neuestem fragt Lotte. Allerdings klingen diese Fragen noch nicht wirklich nach Fragen, sondern erschließen sich nur aus dem Kontext. So stehen wir vor unserem wunderbaren Vogelposter, das nun endlich endlich in der Küche aufgehangen wurde, und ich zeige Lotte die abgebildeten Vögel. Dann gucken wir weiter und sie fragt: "da ist" - wie gesagt, weder Satzmelodie noch Satzbau weisen auf eine Frage hin - und wartet auf meine Antwort. Dann zeigt sie auf einen anderen Vogel und fragt: "da ist"... usw.usf.

Ulrich rollt

Gestern Abend will ich einen schon ramdösigen Ulrich bäuchlings in seinem Nest ablegen. Doch dieser streckt sich auf dem Bauch liegend nach oben, wie eine Schlangenfrau aus dem chinesischen Staatszirkus: Kopf ganz weit im Nacken, Ärmchen Richtung Füße gestreckt, Füße und Beine ganz weit hoch. Und sagt kein Pieps dabei. Ich dachte, ich halluziniere. Dann beobachte ich eine leichte Schaukelbewegung und schwupps dreht der Kerl sich über die rechte Seite und kullert derart elegant auf den Rücken und ganz nebenbei aus seinem Nest auf meine Matratze. Da liegt er dann und schaut mich - weiterhin stumm - mit großen Augen an. Ich kontrolliere respektvoll, ob alle Ärmchen auch unter dem Körper wieder hervor gekommen sind, verbeuge mich lautlos vor Ügeli-San und verlasse das Zimmer. Und ja, er ist dann klaglos eingeschlafen...

Heute habe ich diese Rollstrategie nochmal ansatzweise gesehen. Allerdings war er zu müde und hat es nicht geschafft. Stattdessen hat er gejammert. Naja, ich hab ihn dann halt auf die übliche Weise in den Schlaf befördert.

12.11.07

Weihnachtsbäckerei

Hat irgendjemand das ULTIMATIVE Plätzchenrezept, das man gemeinschaftlich mit einer fast Zweijährigen backen kann?

11.11.07

Rausch

Lotte kommt jetzt in ein Alter, wo man sich im Spiel berauscht. Rennen und Schreien sind top.

Die Eltern berauschen sich derweil an der Tatsache, dass sie heute gemeinsam essen waren, während die Kinder von den Großeltern ins Bett gebracht wurden. Es war herrlich!

A B C

Ich brauche wasserfeste, gefütterte Schaftstiefel und ein Inlet für meine wasserfeste Jacke. Am besten noch eine passende, wasser- bzw. schneefeste, gefütterte Hose. Und ein Fotohandy! Mein großes Kind braucht größere und vor allem wasserundurchlässige Handschuhe. Und dann brauchen wir weiterhin viel viel Schnee. Solchen wie heute, der so schön pappt. Der erste Schneemann ist jedenfalls gebaut!

10.11.07

Schneeflöckchen, Weißröckchen

Es schneit. Das erste Mal. Und für ein paar Minuten bleibt sogar ein Hauch Puderzucker über der Tanne und der Wiese liegen. Lotte ist fasziniert. "Chnee" (besser als letztes Jahr). Sie schiebt ihren Kinderstuhl ans Fenster, klettert rauf und guckt. "Nee fällt! Mama gucken! Zimmer?" Ob der Schnee auch vor dem Wohnzimmerfenster fällt? Wir gehen nachgucken. Tatsächlich, da fallen auch Schneeflocken! "Küche?" Tja, das ist die Frage: Fällt der Schnee auch vor dem Küchenfenster? "Chnee!", ruft sie begeistert, schiebt mit meiner Hilfe ihren Essstuhl vors Küchenfenster und schaut hinaus.

Etwas später geht sie mit Papa raus, um sich das bisschen Restschnee anzugucken, solange es noch liegt. Beim abendlichen Zähneputzen frage ich sie: "Und, lag auf der Wiese noch Schnee?" Sie nickt zufrieden. "Hast du den Schnee angefasst?" Sie zieht ne Schnute und schüttelt den Kopf. "Warum nicht?" "Lotte wollte nicht!", erklärt sie.

9.11.07

2 in 1

Zwei Kinder alleine ins Bett bringen müssen, ist nicht gerade einfach. Zumal, wenn sich die Rhythmen verschoben haben und Freund Ulrich nicht mehr - wie noch vor der Reise - pünktlich um 18h00 die Äuglein schließt, sondern so irgendwann gegen 19h00. Dann fangen nämlich auch schon die Abendglocken für das große Fräulein an zu läuten und sie toleriert es nicht so gut, eine Zeit lang alleine im Kinderzimmer bleiben zu sollen. Eigentlich kann man Ulrich im Dunkeln schick einschlafstillen. Bloß würde Fräulein Plaudertasch dabei irgendwie stören.

Nun kam es so, dass Ulrich also spät dran war und ich ihn probehalber einfach wach ins dunkle Elternschlafzimmer legte. Nuckel rein und Mutter raus. Dann war Lotte durchgepullert und brauchte nen Komplettwechsel. Während sie splitterfasernackt auf dem Wickeltisch lag, fing Ulrich an zu heulen. Schnell ne Windel rum und dem großen Kind die Freude einer späten "Lotte nackilich"-Runde bereiten, ins Schlafzimmer sprinten und noch vor der ersten Schreihysterie den Busen ins geöffnete Mäulchen stopfen. Lotte nöhlend, Weinen simulierend im Flur "Lotte nackilich. Lotte kalt. Papa. Mama. Kleines Mäuschen anziehn." Mit beruhigend sonorer Stimme versuchen, den Nacktfrosch ins Elternbett zu locken, ohne den Nuckler vom Einschlafen abzuhalten. Resistenter Nacktfrosch. Irgendwann aufgeben und hoffen, dass die Nachbarn das Jugendamt nicht einschalten. Irgendwann kommt ein resignierter Nacktfrosch ins Bett geklettert und kuschelt sich auf Papas Seite ein und fällt in den Schlaf. Auch das Kleinstkind schläft ein. Irgendwann dem Papa erklären müssen, wie das nackte Kind in sein Bett kommt. Hoffen, dass sich auch beim Kleinstlebewesen bald wieder der alte Schlafrhythmus einstellt.

bisschen

Ganz kurz nur, weil kurz vorm Schlafkoma: Die Reise war schön und wir sind wieder gesund. Lotte hat das "Bisschen" entdeckt und übt sich jetzt im Relativieren. "Lotte ist ein bisschen traurig." "Mama hat ein bisschen Aua." usw. usf. Es gibt hunderttausend Anwendungsbereiche, die mir gerade nicht einfallen.

Die Farben sitzen inzwischen. Wir üben jetzt den Unterschied von Silber und Weiß. Oder hell- und dunkelblau. Naja, die Feinheiten halt.

Gute Nacht!

5.11.07

Postkarte

Die Eltern streicheln ihre dickgefressenen Wänste, das kleine Kind schnorchelt im Schlafzimmer der Großeltern, das große Kind beschäftigt die Großeltern: Was für eine Idylle! Nachdem der paarnsiebzigjährige Opa als große Heuschrecke die kleine Heuschrecke krabbelnder Weise durch die Wohnung gejagt hat, ist nun die "paarnvierzig"jährige Großmutter (*räusper* sie liest mit...) als Reiseleiterin für eine Tour auf dem fliegenden Teppich tätig. Alle Kuscheltiere in Reichweite plus großem Kind werden auf der Badematte drapiert und quer durch die Gemächer gezogen... Hach ja, ich fühl mich herrlich überflüssig!

Heute haben wir uns den Hafen angeguckt, wo Riesenkräne Container auf Lastwagen und wieder runter geladen haben. Leider war gerade kein Schiff zum Beladen da. Dafür dann aber schöne Steine am Rheinstrand, die ins Wasser geworfen werden wollten. Außerdem wurden die biologischen Kenntnisse verbessert, als der Großvater mit dem Kind einen Wald pflanzte, indem Blattstiele in Sandlöcher gesteckt wurden. Sogar eine Möwenfeder wurde eingepflanzt. Ob da allerdings Möwen draus werden, das wissen wir nicht so genau... Es kam sogar mal die Sonne hervor, um sich das fröhliche Toben anzugucken!

Mit besonderer Freude haben wir vernommen, dass die Gewerkschaft der Zugführer am Mittwoch über weitere Streiks beschließt. Ab Donnerstag dürfen die von uns aus gerne den Fernverkehr lahmlegen... ;-)

Viele liebe Grüße von den Klabauters

1.11.07

in den letzten Zügen

Morgen früh geht es los. Jetzt werden die letzten Handschläge gemacht. Klabautermann fehlt die Stimme, Klabauterfrau die Nasenatmung, Lotte hat sich heute einen deftigen Schmiss im Gesicht zugezogen bei einer Bauchlandung auf Asphalt (und ich bin Schuld *heul*), nur Ügeli geht es prächtig. Ich hoffe, wir überstehen die Reise einigermaßen und sind Samstag halbwegs partygerecht drauf.

Wir lesen uns dann ab Mittwoch / Donnerstag wieder! Schöne Tage wünsch ich Euch!