31.10.06

Süßes oder Saures

Ich habe das noch nie erlebt: Hier gehen tatsächlich die Geister um! In Truppen ziehen die Kinder von Haus zu Haus und fordern Süßes. Die ganz Kleinen haben die Mamas im Hintergrund, die Größeren sind sich selbst genug.

Etwas enttäuscht bin ich allerdings: Bisher hatte ich das als Tauschhandel verstanden. Wenn ich nix Saures will, muss ich Süßes geben. Um den Tausch eingehen zu wollen, muss ich aber doch wissen, was ich Saures bekäme. Die meisten Trupps haben sich da gar nix ausgedacht. Die älteste Truppe war die Einzige mit Drohungen auf Lager, die sie auch erstmal umsetzten: Sie sangen! Lotte und mir wurde ein lateinisches Lied gebracht (ging um einen Omnibus oder so), meine Nachbarin musste sich Ton, Steine, Scherben antun. Da gibt man doch gerne... ;-)

Die Kostümierung ist erstaunlich ausgefeilt. Die Jüngeren gehen mehr in die niedliche Ecke, die Älteren machen sich auch richtig hässlich. Wieder besonders hässlich: der Trupp 14jähriger Mädchen-Zombies mit Gesichtern voller Narben, blutunterlaufenden Augen und verzottelten Haaren.

Bisschen nervig ist es, heute im Erdgeschoss zu wohnen. Die dummen Geister gehen nur selten mal die Treppe rauf um das obere Etagenvolk zu verängstigen. Stattdessen muss ich hier immer den Herzinfarkt mimen. Anstrengend das. Außerdem gehen meine Vorräte an Äpfeln und Reiswaffeln zu Neige...

29.10.06

Eltern-Stöckchen 2

Es gibt ein neues (?) Eltern-Stöckchen. Danke für den Zuwurf von der Luftschaukel aus!

Wolltest Du immer schon ein Kind?

Nein. Ich wusste ganz lange nicht, ob ich eins will. Aber irgendwann war das sichere Gefühl da, war der Wunsch gereift.

Was meinte damals der Papa des Kindes dazu?

"Na dann los, lass uns mit Üben anfangen!" ;-)

Wann hast Du Dich dann doch für ein Kind entschieden?

Wünschen und entscheiden sind zwei verschiedene Schritte. Entschieden haben wir uns vor etwa fünf, sechs Jahren. Ab da wurde es ernst. Auslösender Faktor war nicht zuletzt unser fortschreitendes Alter.

Gibt es jemanden, der behauptet, er wäre „schuld“ daran, dass Du ein Kind bekommen hast?

Hm, wüsste ich nicht. Ich kenne zumindest zwei Menschen, die das von sich behaupten könnten. Aber ich habe das noch nie von ihnen vernommen.

Wie alt warst Du bei der Geburt Deines 1. Kindes?

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Gibt es etwas, was Du einer angehenden Mutter als Ratschlag mitgeben würdest?

Geh vorher nochmal zum Friseur...

Was findest Du toll an anderen Müttern?

Wenn man ihnen anmerkt, dass sie glücklich sind, das finde ich wunderschön!

Welche blöde Frage hat man Dir als Mutter gestellt?

"Junge oder Mädchen?" Das katapultiert mich auf eine Zeitreise in mein frühes Teeniepopper-Alter, damals, als meine Mutter noch über meine Frisur bestimmte - und mir immer zum Kurzhaarschnitt riet. Damals wurde ich das dann häufiger gefragt und habe mich sehr darüber geärgert. Ab 13 habe ich das dann mit Dauerwelle und Massivschminken überkompensiert. Heute warte ich sehnsüchtig darauf, dass Lottes Haare endlich lang genug sind für typische Mädchenfrisuren...

Auch schön fand ich in der Schwangerschaft die Frage "was wünscht du dir denn?" Was soll man denn darauf antworten? Man kann doch nicht ernsthaft die Wahrheit sagen, "ich hätt ja lieber nen Jungen", und dann bedauern einen nachher alle, weil's doch ein Mädchen wird? Oder halten einen bei Jungenpräferenz für weniger emanzipiert als man ist, im anderen Fall für eine Schwanzabschneiderin? Will man diese ganzen Interpretationen umschiffen, bleibt einem eh nur die "egal"-Antwort.

An wen gibtst Du das Stöckchen weiter? An die Souffleuse, zu Di in die Schweiz (lange nix gehört) und an Frau...äh...Mutti.

28.10.06

Pasta

Glutenfrei hin, glutenfrei her, die Spagetti mit Rindfleischsoße aus dem Gläschen mussten mal probiert werden. Sie waren auch ziemlich schmackhaft - für mich. Lotte waren sie definitiv zu salzig. Sie kostete zwei Löffelchen, verzog das Gesicht und drehte fürderhin den Kopf weg. "Natriumarm" stand auf dem Gläschen. Das ist so, wie ich normalerweise würze. Als nächste Stufe nach "gar nicht gewürzt" ist das offensichtlich heftig. Jedenfalls für mein Feinschmeckerkind.

Aber die Idee war geboren: Lotte braucht endlich Pasta. Also wurden heute ein tiefgekühltes Rindfleisch-Gulasch-Stück und drei gepellte Tomaten aus der Dose in wenig Wasser gekocht. Ergänzt um eine Handvoll Dinkel-Nudeln, eine kleine Portion TK-Blattspinat und eine Prise Oregano. Sobald das Fleisch durch ist, wird es in kleinere Stücke geschnitten und dann kommt der Zauberstab zum Einsatz. Pürierpürier, fertig ist die Babypasta. Hat Lotte jedenfalls bestens geschmeckt!

26.10.06

vom Schlafen und Wachen

Die letzten drei Tage wurde das Kind über seinen toten 18h00-Punkt hinweg gespielt, nachdem sie netterweise freiwillig eine halbe Stunde Nachmittagsnickerchen einlegte. Einschlafzeit war also so gegen 19h30. Das Vier-Uhr-Kap wurde dann auch genommen, aber auf die Fünf-Uhr-Sandbank laufen wir nun auf. Kann das sein, dass ein so kleines Kind von jetzt auf gleich beschließt, zwei Stunden weniger zu schlafen? Sie holt es ja nicht nach...

Naja, aller Neuläufer scheinen ja erstmal die Nacht zum Tag zu machen. Vermutlich eine Form des Restless-Leg-Syndroms... Deshalb werde ich auch vorerst keine Globuli einsetzen. Homöopatie hin oder her, das sind Medikamente. Und Lotte ist nicht krank. Und wir sind - bis jetzt - auch nicht krank. Nee, also da müsste ich noch mehr auf dem Zahnfleisch gehen, bis ich mein Kind medikamentös versuche "ruhig zu stellen". Das soll bitte kein Vorwurf an andere sein, die es gemacht haben. Ich maße mir da kein Urteil an. Nur ist mir irgendwie unwohl bei dem Gedanken, die kleinen Dingerchen einzusetzen, damit ich morgens länger schlafen kann...

In den letzten Wochen, wo Lotte sich auf 18h00 Einschlafzeit eingependelt hatte, kam mir schon ab und an der Gedanke, dass so ein gemeinsamer Nachmittag verdammt kurz ist. Um 15h00 zuhause eintreffen und Fläschchen trinken. Um 17h00 dann Abendbrotzeit und Beginn des Abendrituals. Da bleibt etwa eine bis anderthalb Stunden, um etwas zu machen. Sei es einkaufen oder spielen. Üppig ist das nicht. Jetzt, wo sie ihren Abend verlängert, zieht der Nachmittag sich manchmal hin wie zäher Kaugummi und ich sehne mich zurück nach dem straffen und knappen Nachmittagsprogramm. Wenigstens wusste man, wann man frei hat, um sich ungehemmt auf dem Sofa wälzen zu können. 18h00.

Liebe 18h00, bitte komm zurück!

24.10.06

Schlaf, Kindlein, schlaf

Das Gewebe der Nacht hat ein Loch, und zwar genau um 4h15. Seit drei Tagen wacht das Kind um diese Zeit auf und kommt nicht in den Schlaf zurück. Gestern Nacht konnte ich sie mittels Schnuller (1/2 Stunde) und Fläschchen (1 1/4 Stunden) nochmal einlullen. Heute war auch das nicht mehr möglich. Zumal Vattern und Muttern ebenfalls wach waren. Wachwach. Also haben wir uns zu dritt vergnügt.

Was ich mich nur frage, ist, wie ich dieses Loch stopfen soll. Fläschchen ist eigentlich keine gute Idee, denn das führt zu gesteigerter Darmtätigkeit in der nächsten Nacht. Denn was rein kommt, kommt etwa 24 Stunden später wieder raus. Und wo eine fadenscheinige Stelle durch Pupsen strapaziert wird, entstehen neue Löcher. Schlaflöcher.

Abends länger wach bleiben, ist keine Sofortlösung, schließlich fallen ihr um Punkt 18h00 die Augen zu. Das funktioniert wie bei einer Atomuhr. Wie sollte ich sie da auf 19h30 steigern? Das Abhalten eines Nachmittagsschläfchens ist Glückssache und wenig steuerbar. Ich muss wohl mal mit Morpheus Kontakt aufnehmen und nach einer Stopfanleitung fragen.

23.10.06

die Entdeckung der Schnelligkeit

Es ist der Wahnsinn, wie schnell sich so ein Kind neue Fähigkeiten aneignet. Vor wenigen Tagen erst stellte sie sich hin. Inzwischen geht ihr das so locker flockig vom Fuß, als wär das nüscht. Heute machte sie zum ersten Mal eine leichte Seitwärtsbewegung. Es wirkte eher unwillkürlich. Aber warten wir es ab: In drei Tagen umrundet sie den Hocker...

Impressionen vom WoE

22.10.06

Spaziergänger

Das Wochenende wurde wesentlich geprägt durch lange Spaziergänge zu Orten, wo wir noch nie waren. Erkundungsgänge durch Seitenstraßen, Wälder, Parkanlagen ... Gestern noch renkte sich das Kind den Kopf aus, um an den Kinderwagenstangen, dem Lenkerbeutel und der rubesquen Figur der Mutter vorbei die aufregenden Hunde, Piepvögel, Enten und was sich sonst noch so zeigte anzuschauen. Heute jedoch erfreute sie sich einer freien Aussicht. Mutter hatte den Sitz ummontiert. Blick nach vorn. Das ist auch eine Art von Abschied. Jetzt können wir nicht mehr rumblödeln, um uns die Zeit zu vertreiben, Grimassen schneiden und so, was nur lustig ist, wenn man sich dabei anguckt. Stattdessen fährt Lotte jetzt vorne weg, macht den Weg frei, und Mutter geht als Sänftenschubser hinterher.

Aber alles ist besser, als das neueste Kunststück, was Lotte entdeckt hat: Wenn man unten zwei Zähne und oben (mittlerweile) vier hat, dann kann man die aneinander reiben, klacken und so. Mama schreit dann hysterisch auf, Papa zückt als Waffe einen Schnuller, wenn alles nix hilft, geht man halt spazieren. Das lenkt ab. Bitte, bitte, liebes Kind, gewöhne dir das ganz schnell wieder ab!

20.10.06

Sammelsurium

Heute habe ich endlich mal daran gedacht und den Kinderbettenboden auf die niedrigste Stufe umgestellt. Danach das Kind ins Bett gesetzt, auf dass es sich an die neue Höhe gewöhne und abends keinen Schreck kriegt. Was macht das Kind? Stellt sich erstmal hin... Nun wissen wir also, dass die oberste Stange noch über Schulterhöhe liegt und somit ein unfreiwilliger oder freiwilliger Ausstieg wenig wahrscheinlich ist.

Da ich heute meine Tagesmutter vertrete, war endlich Zeit, die Wäsche abzuhängen, neue aufzuhängen, eine Wäsche anzuschmeißen, die Spülmaschine auszuräumen, wieder einzuräumen. Irgendwann fiel mir auf, dass das Kind immer noch im Wohnzimmer still und leise vor sich hin spielt. Irgendwie war ich stolz, dass sie es schon so lange ohne Sichtkontakt aushält. Als ich dann mal gucken ging, hatte sie eine Packung Taschentücher zerfleddert und über den Teppich verteilt. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben...

Seit einer Woche "singt" das Kind "retereteretere" vor sich hin. Schnell hintereinander weg und endlos. Dazu hüpft sie auf dem Hintern rum oder schleudert Spielzeug durch die Luft oder krabbelt wie Speedy Gonzalez durch die Gegend. Ist das noch universale Lallsprache oder selbst erfunden?

Das Kind wird nach Bedarf gefüttert, die Mutter nicht. Nach Bedarf füttern, das heißt ja bei Breikindern, dass man grundsätzlich zu spät dran ist. Schließlich sind die ersten Zeichen des Hungers schon da, bevor man mit dem Kochen / Aufwärmen anfängt. Dummerweise bin ich dann i.d.R. auch hungrig, habe aber keine Zeit, mir was zu machen. Während das Kind also mampft, sterbe ich tausend kleine Hungertode. Vielleicht sollte ich mir auch ein Gläschen aufwärmen? Gibt es welche "ab 192 Monate"?

17.10.06

Stehen wie eine 1

Heute Nachmittag von Mama, Papa und Oma gesehen: Das Kind kniet sich hin, stützt die Hände auf eine Hockerfläche, stellt einen Fuß auf und steht auf. Wow! Alle vier sind wahnsinnig begeistert. Dasselbe nochmal mit dem Spieltrapez als Stütze. Wurde dann gleich als Gehhilfe ausprobiert. Sehr ungeschmeidig in den Knien, aber immerhin drei Schrittlein gegangen. Das Kind geriet in völlige Überdrehtheit, stand nur noch und war stolz wie Oskar. Die Erwachsenen fassten sich an den Händen und tanzten Loblieder singend um es herum. Da konnte man natürlich erst um kurz vor 20 Uhr einschlafen.

15.10.06

Widerlich ist, ...

wenn man den letzten Schluck Obstler trinkt und sich dann zwei von den fünfzig Fleunden von der Zunge puhlen kann. Die fanden Alkohol wohl eine schönere Exitusvariante als Spüli. Dabei sitz ich noch nicht mal in der Küche...

14.10.06

fünf Fleunde müsst ihr sein

Fliedlich, Fladimil, Fludmilla, Flohenglin und Flauke habe ich sie getauft, unsere fleißigen Mitbewohner. Sie halten sich hauptsächlich in der Küche auf und knabbern an unseren Vorräten. Ich habe versucht, sie auszuhungern... keine Chance. Irgendwas steht immer rum, an dem sie ihre Fleude haben. Soeben war es ein Überrest Banane vom kindlichen Abendbrei. Da saßen die fünf Fleunde in trauter Runde, knabberten und erzählten sich was.

Ich versuche es mit positivem Denken: "Ach ja, danke für den Hinweis, dass da noch was rumliegt, hier eine Birne überreif ist und dort der Haferbreitopf noch nicht ausgespült wurde..." Trotzdem kann ich die fünf immer noch nicht so recht leiden. Vermutlich ein Hauch Flemdenfeindlichkeit. Ich mein die leisten nix, die flessen sich auf unsere Kosten durch und haben noch nicht mal einen Asylantrag gestellt. Sie sind einfach da. In meiner Küche. Und besudeln mein hart erarbeitetes Selbstbild der bekehrten Haushaltschaotin.

Was die fünf Fleunde allerdings nicht bedacht haben, ist meine sadistische Ader. Sonst hätten die Fluchtfliegen ihrem Namen längst alle Ehre getan. Und es ist beschlossene Sache: heute Nacht gibt's Apfelsaft mit Spüli...

11.10.06

Limerick

Es war mal ein Mädchen auf Knien,
das krabbelte überall hin,
doch die Knie wurden blau,
da dachte sie schlau,
ich muss auf die Füße mich zieh'n.

Heute soll sich Lotte angeblich am Hochstuhl auf die Füße hochgezogen haben. Ich kann es noch nicht glauben. Vielleicht wollte unsere Tagesmutter auch nur auftrumpfen? Sie hat es jedenfalls heute Nachmittag nicht wiederholt - Lotte meine ich...

8.10.06

9 Monate

Mönsch, da hat das Kind seine ersten neun Monate hinter sich gebracht und hier gibt's gar kein Entwicklungsupdate? Geht doch nicht. Muss ich nachholen:

Die Sprachentwicklung ist immer noch kurios. Mal scheint sie zu verstehen, mal nicht. Wir vermuten, dass sie noch nicht so ganz kapiert hat, dass Dinge irgendwie heißen. Wir haben den Verdacht, sie merkt sich "Hampelmann = Arm nach rechts strecken", also mehr eine motorische Zuordnung als ein bewusstes "da hängt er". Aber es macht ihr Spaß und uns auch. Also wird weiter eifrig "Wo ist...?" geübt.

Sie klatscht. Sehr niedlich! Allerdings klatscht sie nur alleine und nicht mit jemandem zusammen. Scheint eine unwillkürliche Bewegung zu sein? Wenn man jedenfalls mitmacht, hört sie sofort auf und fängt nicht wieder an.

Sie macht wie ein Indianer: Sie macht den Mund auf und tönt vor sich hin, während Papa ihren Mund mit der Hand bedeckt und öffnet. Die Unterlippe mit dem Finger bewegen und dabei tönen, das kann sie schon alleine.

Sie räumt eifrig ihren Spielzeugkarton aus. Inzwischen tut sie auch mal Teile in Kartons oder Schachteln hinein. Allerdings eher selten. Von aufräumen kann nicht die Rede sein...

Neue Dinge nimmt sie nicht sofort in den Mund, sondern guckt sie an, dreht sie in den Händen hin und her, haut damit auf den Boden oder andere Gegenstände. So erlebt bei der ersten Reiswaffel. Ich hab ihr dann eine vorgegessen, damit sie versteht, wofür die gut sind. Sie hat sie dann auch eifrig zerbröselt...

Kuckuck spielen all day long. Ob mit Tuch überm Kopf oder beim durch die Wohnung krabbeln, Kuckuck kann man eigentlich in allen Lebenslagen spielen. Zum Beispiel morgens, wenn sie mit Mama auf dem Sofa sitzt und ihre Morgenflasche nuckelt (ein Ritual, dass ich mir von den Spillies abgeguckt habe und inzwischen nicht missen möchte!). Da hebt sie die Decke, unter die wir uns kuscheln und guckt ihre Füße an. Decke hoch, Decke runter. Decke wieder hoch. Die Füße sind noch da!

Die erste Leggins ist durchgekrabbelt: Loch am Knie. Sie steht jetzt auch immer häufiger auf den Knien und guckt sich irgendwas an oder versucht was zu erreichen. Sie will auch immer häufiger stehen, auf dem Schoß oder zwischen den Beinen. Alleine kommt sie allerdings noch nicht auf die Füße. Doch die Tendenz in die Vertikale ist unverkennbar. Sie krabbelt inzwischen auch den Futon hoch und runter, wobei letzteres häufiger noch auf der Nase endet. Naja, sie ist hart im Nehmen und wenn doch mal Tränchen kullern, dann sind sie schnell weggetröstet.

Verlässt man den Raum, krabbelt sie hinterher. Geht man in einen anderen Raum, findet sie einen, wenn man ihr ein gelegentliches "Ortungs-Kuckuck" zuruft oder einfach mit ihr redet. Immer seltener quietscht sie beunruhigt, wenn sie einen nicht sofort findet.

Aktuelle Einschlafzeit: Punkt 18h00. Abendessen um 17h00, damit sie noch nicht zu müde ist. Dann das Übliche Zähneputzen, Umziehen etc. Noch ein Fläschchen beim Singen und ab ins Bett. Ich muss inzwischen planen, wann ich sie bade, weil ich das an einem normalen Tag kaum noch eingebaut bekomme. Sie schläft dann im Idealfall durch bis 6h00. Zwischendurch quietscht oder heult sie auch mal. Das ist etwas eingerissen in den letzten Wochen. Aber kaum sind wir wieder etwas konsequenter mit dem Weinenlassen werden die Nächte auch wieder ruhiger.

Immer klarer signalisiert sie, wenn sie auf den Arm will. Sie krabbelt dann mit dem Kopf gegen das Bein, wippt auf den Knien hin und her und bumst einen an. Wie ein Katze. Ist man nicht willig, so braucht sie Gewalt: Protestgequengel und rupfen an der Hose. Das ist besonders häufig in der Küche, weil da ja alles Interessante auf der uneinsehbaren Höhe passiert. Dumm nur, dass Mama Fläschchen und Paps so schlecht einarmig anrühren kann...

Noch vor wenigen Wochen hob sie die Arme kaum über Schulterhöhe. Inzwischen streckt sie sie über den Kopf.

Sie mag keine Lätzchen. Sie rupft daran und inzwischen kriegt sie den Klettverschluss im Nacken auch selbstständig auf. Heute haben wir zum ersten Mal als Vorbild fungiert. Bei Tisch hatten auch Mama und Papa ein Lätzchen um den Hals. Es ist ihr definitiv aufgefallen und sie hat sich nicht so arg gegen das Eigene gesträubt. Mama und Papa haben jetzt Würgemale am Hals. Es waren schließlich ihre Lätzchen. Vielleicht sollten wir uns eigene anschaffen...

Der fünfte Zahn ist unterwegs. Wird auch Zeit. Sie sieht nämlich ein bisschen schief aus, mit den beiden unteren ersten Schneidezähnen und oben links dem ersten und zweiten Schneidezahn. Jetzt kommt endlich oben rechts der erste Schneidezahn nach. Zähnchen werden nach den Breimahlzeiten mit einer Fingerzahnbürste geputzt, abends mit Kinderzahnpasta von elmex. Dabei wird ein selbstgedichtetes Zahnputzlied gesungen. Geht ziemlich gut.

Das Beste zum Schluss: Nasestubs! Eine Oma-Erfindung inspiriert von den Inuit. Oma sagt "Nasestubs" und nähert ihre Nase der Babynase und reibt sie sanft an ihrer. Haben wir sofort übernommen! Wunderbar! Kind lächelt und hält still. Wenn sie keine Böcke hat, dreht sie den Kopf weg.

7.10.06

Lieber Gott...

... es hätte ja nicht gleich der Jackpot sein müssen, aber bin ich dir wirklich nur zwei Richtige Wert?

6.10.06

5 Dinge

Ein Stöckchen von Frau Mama, danke sehr!

5 Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte

  • Geld wie Heu
  • neue Unterwäsche
  • Klavierunterricht
  • geputzte Fenster
  • ein Gala-Abo (wenn schon, denn schon)

5 Dinge die ich habe, aber lieber nicht hätte:

  • eine scharfblättrige Zimmerpalme oder -dingsbums, die einfach nicht eingeht und keiner kommt und holt sie ab
  • Unterwäsche mit Grauschleier
  • Fenster mit Grauschleier
  • Rückenschmerzen
  • ein Eltern-Abo (wat ein Käseblatt)

5 Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:

  • Unterwäsche mit Rüschchen
  • ein Auto
  • ein Fernseher
  • ein Haustier
  • ein Echt-Größe-Poster von Tom Cruise

5 Menschen, die dies noch nicht beantwortet haben, von denen ich mir das aber wünsche:

  • Amai
  • Finn
  • Melanie (höhö)
  • Frau Julie
  • Frau Feuervogel

Was braucht's im 2. Jahr?

Es ist zwar noch recht mildes Wetter, aber der Sommer ist nun definitiv vorbei. Manch einer hat sich schon an Schokoherzen und Konsorten überfressen. Und meine Wenigkeit fängt an, das Jahresende und den Jahresbeginn zu planen. Das wird ja nun in den nächsten Jahren so sein, dass ausklamüsert werden muss, was das Kind zu Weihnachten und was es zum Geburtstag bekommt. Nicht, dass es am ersten Weihnachten und ersten Geburtstag wirklich schon drauf ankäme, aber hier stehen so viele potenzielle Weihnachtsmänner in den Startlöchern, dass etwas Koordinierung angebracht scheint.

Da sich die Feste beim Kind ja nun ballen, will / darf / muss ich gleich das ganze nächste Lebensjahr im Blick behalten. Was wird es denn brauchen? Ich habe, zugegeben, nicht den leisesten Hauch einer Ahnung. Bauklötze, denk ich mal. Und sonst? Werte kompetente Leserschaft, womit kann man das 2. Lebensjahr sinnvoll unterstützen?

4.10.06

goldener Herbst

on / off

Windeln werden bei uns neuerdings mit Sprachspielen verbunden, das sorgt für weniger Gemecker. Alle Himmelsrichtungen sind zu bedienen: Hampelmann, Katze, Elefanten, Fuchs, Bett, Bär kreuchen und fleuchen um uns rum und wollen gezeigt werden. Zu vielen fällt mir auch ein Lied ein, das man mal kurz anträllern kann. Das Spiel geht entweder von mir aus:"Wo ist ...?" oder von Lotte, die quasselnd irgendwo hin zeigt und ich sag ihr dann, was da ist.

Aber kann es sein, dass ein Kind an einem Tag super Sprache erkennt und fast immer richtig zeigt und am anderen Tag versteht es Bahnhof und zeigt fast immer in eine Richtung? Oder veräppelt mich das Kind? Sie grinst dann manchmal so, als wollte sie einen Witz machen: "Ach, Mama, ich weiß doch, dass du nicht der Hampelmann bist..."

3.10.06

Liebe ist...

...wenn der Opa mit seinen über 70 mit der Enkelin um die Wette krabbelt!

2.10.06

Land unter den Füßen

Es geht schon wieder besser. Sehr viel besser. Um auszutesten, wie gut es schon geht, werde ich jetzt putzen. Sehr viel putzen.