Mönsch, da hat das Kind seine ersten neun Monate hinter sich gebracht und hier gibt's gar kein Entwicklungsupdate? Geht doch nicht. Muss ich nachholen:
Die Sprachentwicklung ist immer noch kurios. Mal scheint sie zu verstehen, mal nicht. Wir vermuten, dass sie noch nicht so ganz kapiert hat, dass Dinge irgendwie heißen. Wir haben den Verdacht, sie merkt sich "Hampelmann = Arm nach rechts strecken", also mehr eine motorische Zuordnung als ein bewusstes "da hängt er". Aber es macht ihr Spaß und uns auch. Also wird weiter eifrig "Wo ist...?" geübt.
Sie klatscht. Sehr niedlich! Allerdings klatscht sie nur alleine und nicht mit jemandem zusammen. Scheint eine unwillkürliche Bewegung zu sein? Wenn man jedenfalls mitmacht, hört sie sofort auf und fängt nicht wieder an.
Sie macht wie ein Indianer: Sie macht den Mund auf und tönt vor sich hin, während Papa ihren Mund mit der Hand bedeckt und öffnet. Die Unterlippe mit dem Finger bewegen und dabei tönen, das kann sie schon alleine.
Sie räumt eifrig ihren Spielzeugkarton aus. Inzwischen tut sie auch mal Teile in Kartons oder Schachteln hinein. Allerdings eher selten. Von aufräumen kann nicht die Rede sein...
Neue Dinge nimmt sie nicht sofort in den Mund, sondern guckt sie an, dreht sie in den Händen hin und her, haut damit auf den Boden oder andere Gegenstände. So erlebt bei der ersten Reiswaffel. Ich hab ihr dann eine vorgegessen, damit sie versteht, wofür die gut sind. Sie hat sie dann auch eifrig zerbröselt...
Kuckuck spielen all day long. Ob mit Tuch überm Kopf oder beim durch die Wohnung krabbeln, Kuckuck kann man eigentlich in allen Lebenslagen spielen. Zum Beispiel morgens, wenn sie mit Mama auf dem Sofa sitzt und ihre Morgenflasche nuckelt (ein Ritual, dass ich mir von den Spillies abgeguckt habe und inzwischen nicht missen möchte!). Da hebt sie die Decke, unter die wir uns kuscheln und guckt ihre Füße an. Decke hoch, Decke runter. Decke wieder hoch. Die Füße sind noch da!
Die erste Leggins ist durchgekrabbelt: Loch am Knie. Sie steht jetzt auch immer häufiger auf den Knien und guckt sich irgendwas an oder versucht was zu erreichen. Sie will auch immer häufiger stehen, auf dem Schoß oder zwischen den Beinen. Alleine kommt sie allerdings noch nicht auf die Füße. Doch die Tendenz in die Vertikale ist unverkennbar. Sie krabbelt inzwischen auch den Futon hoch und runter, wobei letzteres häufiger noch auf der Nase endet. Naja, sie ist hart im Nehmen und wenn doch mal Tränchen kullern, dann sind sie schnell weggetröstet.
Verlässt man den Raum, krabbelt sie hinterher. Geht man in einen anderen Raum, findet sie einen, wenn man ihr ein gelegentliches "Ortungs-Kuckuck" zuruft oder einfach mit ihr redet. Immer seltener quietscht sie beunruhigt, wenn sie einen nicht sofort findet.
Aktuelle Einschlafzeit: Punkt 18h00. Abendessen um 17h00, damit sie noch nicht zu müde ist. Dann das Übliche Zähneputzen, Umziehen etc. Noch ein Fläschchen beim Singen und ab ins Bett. Ich muss inzwischen planen, wann ich sie bade, weil ich das an einem normalen Tag kaum noch eingebaut bekomme. Sie schläft dann im Idealfall durch bis 6h00. Zwischendurch quietscht oder heult sie auch mal. Das ist etwas eingerissen in den letzten Wochen. Aber kaum sind wir wieder etwas konsequenter mit dem Weinenlassen werden die Nächte auch wieder ruhiger.
Immer klarer signalisiert sie, wenn sie auf den Arm will. Sie krabbelt dann mit dem Kopf gegen das Bein, wippt auf den Knien hin und her und bumst einen an. Wie ein Katze. Ist man nicht willig, so braucht sie Gewalt: Protestgequengel und rupfen an der Hose. Das ist besonders häufig in der Küche, weil da ja alles Interessante auf der uneinsehbaren Höhe passiert. Dumm nur, dass Mama Fläschchen und Paps so schlecht einarmig anrühren kann...
Noch vor wenigen Wochen hob sie die Arme kaum über Schulterhöhe. Inzwischen streckt sie sie über den Kopf.
Sie mag keine Lätzchen. Sie rupft daran und inzwischen kriegt sie den Klettverschluss im Nacken auch selbstständig auf. Heute haben wir zum ersten Mal als Vorbild fungiert. Bei Tisch hatten auch Mama und Papa ein Lätzchen um den Hals. Es ist ihr definitiv aufgefallen und sie hat sich nicht so arg gegen das Eigene gesträubt. Mama und Papa haben jetzt Würgemale am Hals. Es waren schließlich ihre Lätzchen. Vielleicht sollten wir uns eigene anschaffen...
Der fünfte Zahn ist unterwegs. Wird auch Zeit. Sie sieht nämlich ein bisschen schief aus, mit den beiden unteren ersten Schneidezähnen und oben links dem ersten und zweiten Schneidezahn. Jetzt kommt endlich oben rechts der erste Schneidezahn nach. Zähnchen werden nach den Breimahlzeiten mit einer Fingerzahnbürste geputzt, abends mit Kinderzahnpasta von elmex. Dabei wird ein selbstgedichtetes Zahnputzlied gesungen. Geht ziemlich gut.
Das Beste zum Schluss: Nasestubs! Eine Oma-Erfindung inspiriert von den Inuit. Oma sagt "Nasestubs" und nähert ihre Nase der Babynase und reibt sie sanft an ihrer. Haben wir sofort übernommen! Wunderbar! Kind lächelt und hält still. Wenn sie keine Böcke hat, dreht sie den Kopf weg.