31.8.06

kleiner Troll

Sünde

Gestern war ich eine Sünde umtauschen, genauer gesagt eine Jacke, die ich mir im Kurzurlaub gekauft habe - sündhaft teuer, aber geschaffen, um das nächste Jahrtausend auf dem Spielplatz im Dauerregen zu überleben. Ich war ja sooo begeistert, als ich sie endlich gefunden hatte. Es war DIE Jacke. Als hätte sie seit Jahren auf mich gewartet. Bzw. ich auf sie. Liebe auf den ersten Blick! Vor lauter Begeisterung kaufte ich das Stück, das ich anprobiert hatte, ohne nachzudenken. Passend dazu einen Regenhut, den mein Göttergatte mir verehrte. Landladylike. Erst in den heimischen Gefilden fiel mir auf, dass die Jacke vielleicht ein wenig groß war. Das Etikett verriet: Größe 46. Ein paar Tage schlich ich mit schlechtem Gefühl um das teure Stück herum. Dann wagte ich den Vorstoß in eine hiesige Filiale. Umtausch sei kein Problem. Mir sind vielleicht Berge von Steinen vom Herzen gefallen! Gestern also der Umtausch. Zwei Nummern kleiner reicht völlig. Bin ich froh!

27.8.06

Schub

Also hier geht entwicklungstechnisch die Post ab. Kaum hat Lotte entdeckt, wie sie sich vom Vierfüßlerkniestand in die Sitzhaltung schieben kann, hat sie diese Technik auch schon perfektioniert und wendet sie quasi minütlich an. Sie kommt aus dem Sitz auch in den Kniestand zurück. Außerdem hat sie ihre Rolltechnik erweitert und pollert nunmehr häufiger auf den Rücken. Elegant ist das immer noch nicht, aber immerhin scheint es meistens gewollt zu sein und selten schmerzhaft. Insbesondere der Kopf muss einiges einstecken...

Und als ob das alles nicht reichen würde, hat sie heute ihre ersten Vorwärtskrabbelbewegungen vollzogen. Noch sehr tapsig natürlich, aber wir sehen ja, dass sich das rasant verändern kann. Wahnsinn! Unser Kind ist mobil!

Was mich allerdings etwas verwundert: Wenn sie auf dem Rücken liegt, tut sie gerade so als sei sie ein gestrandeter Rosenkäfer. Das kann sie sehr lange durchhalten. Sehr merkwürdig. Hat sie vielleicht (in den letzten Monaten) noch nicht bewusst registriert, dass sie sich auf den Bauch rollen kann?

N.B. Der dritte Zahn ist immer noch nicht in Sicht.

26.8.06

Schlaf, immer wieder Schlaf

Eigentlich müsste es tiefster Winter sein, so wie uns das Thema Schlaf hier umtreibt. Vielleicht reagieren wir aber auch nur überempfindlich auf die langsam kürzer werdenden Tage und bereiten unsere Winterhöhle vor?

Heute jedenfalls wurde Lottes Nachtlager modernisiert. Ohne jetzt einen wissenschaftlichen Nachweis führen zu können und uns damit der Vorurteilsbehaftetheit freisprechen zu können, haben sowohl der Klabautermann als auch ich den Verdacht, dass Lotte unter einer Decke besser schläft, als im Schlafsack. Das betrifft nicht nur die gut müffelnden Bettdecken der Eltern, sondern auch die auf Reisen und bei der Tagesmutter genutzten Decken. Irgendwie haben wir da so ein Gefühl - und es könnte durchaus sein, dass es trügt und es faktisch keinen Unterschied macht - so ein Gefühl, dass Schlafsack nicht so doll ist. Das fängt ja schon damit an, dass der angezogen werden muss und das geht immer mit Genörgel einher. Anziehen ist nunmal doof. Das wird sich vermutlich erst in der Pubertät wieder ändern...

Ohne Rückhalt durch gesicherte Daten und ohne Rückhalt durch die Experten, die ja den Schlafsack empfehlen, haben wir uns heute einfach auf unser Gefühl verlassen und eine Einkaufsorgie gestartet: Bettdecke und Kopfkissen (ganz flach natürlich) fürs Kind. Dazu zwei Bezüge. Und weil es das im Paket ganz günstig gab, wurden auch noch ein neues Nest und ein Himmel erstanden. Himmelstange ging extra. Nun ja, das Kind soll es gemütlich haben. Und das ist ein wichtiges Stichwort, das unsere Motivation erklärt! Gemütlich sieht ihr Bett nämlich momentan nicht aus. Das ist irgendwie so nackich. Weißer Schlafsack auf weißem Laken mit hellblauem Nest, jedes Krankenhauskinderbett ist gemütlicher... Wir würden da nicht schlafen wollen.

Blöd sind nur die Folgekosten. Es bleibt ja nicht bei dieser Ausstattung. Beim Einkauf stellt man unweigerlich fest, dass man entweder eine Decke in 80 x 80 kaufen kann oder in 100 x 135. Ersteres lohnt sich ja nicht mehr in dem Alter. Zweiteres ist aber eigentlich viel zu groß für unser Leihkinderbett, welches noch von Annotutz stammt, die DIN-Norm nicht einhält und nur 50 x 90 cm misst. Tja. Muss also bald ein normales Kinderbett her.

Beim Fachhändler hat uns besonders das Modell ANNA von Herlag gefallen. Sollte "nur" 220 € kosten. *seufz* Ich suche noch, ob ich es irgendwo günstiger bekomme, aber wenn nicht, tja, dann wird das Lottes Weihnachtsgeschenk. Denk ich mal. Für dieses Weihnachten und für nächstes, versteht sich.

Also wenn ich mich hier so lese, da beschleicht mich das Gefühl, dass wir versuchen unser schlechtes Gewissen wegen des Schlaftrainings zu besänftigen. Frei nach dem Motto: Wenn du schon nicht bei uns schlafen darfst, dann sollst du es wenigstens superduper schön haben. Merke: Schlaftrainings können auch ungeahnte Folgekosten haben!

25.8.06

ein besonderer Tag

Heute ist so ein bescheidener Tag, sowas ist selten. Mamas und Kinds Biorhythmus befinden sich völlig im Einklang und zwar auf, nein, unter der Talsohle. Noch viel tiefer als tief. Wobei das bei anderen Leuten ja der Normalzustand sein soll... Egal, wir nörgeln.

Um uns zu retten, habe ich Lotte vorhin ihre erste Paracetamol des Lebens eingeschoben. Meine Lotte-Nörgel-Diagnose lautet nämlich: Zahnungsschmerz. Irgendwo muss noch einer durchkommen. Man sieht zwar nix, aber sie ist ständig mit der Zunge im Mund zugange, sabbert was das Zeug hält und jammert so vor sich hin. Naja, ich bilde mir eine leichte Besserung ein, aber eine Wunderheilung war es nicht.

Ich selbst leide laut Eigendiagnose unter akutem Eisenmangel. Dagegen hilft bekanntlich nur Schokoladenkonsum. Was gar nicht hilft, ist ein quängeliges Kind. Deshalb haben wir ein Nachmittagsschläfchen anberaumt. Das genieße ich gerade. *seufz*

Dabei ist heute eigentlich ein besonderer Tag, also nicht nur im negativem Sinne, sondern im positiven. Lotte kann sich seit heute hinsetzen! Und zwar ganz toll! Aus dem Kniestand schiebt sie sich rückwärts über das rechte Bein. Dann sitzt sie ein Bein vorn, eins hinten. Nach ein paar Stunden Übung kann sie inzwischen das linke Bein strecken und nach vorne holen. Ich wäre schwerst begeistert, wenn da nicht der Eisenmangel wäre.

Auf dem Bild sieht man Lotte beim Belutschen ihres aktuellen Lieblingsobjekts: einem trendigen Brillenetui des Klabautermanns, das dieser von seiner modebewussten Ehefrau geschenkt bekam und das er dem Kind, aufopferungsbereit wie er ist, immer wieder gerne zur Verfügung stellt...

Das Raubtier

Bilder

24.8.06

Ein Faulsein ist kein Faulsein,

...solange Mund geht auf und zu und Luft geht rein und raus. So oder so ähnlich war doch Jandls Erkenntnis? Jedenfalls habe ich frei bis 14h00 und liege faul auf dem Sofa. Ich hätte da noch ein paar mögliche Baustellen, aber ich habe so gar keine Lust. Naja, ich könnte mich wenigstens aufraffen und die Waschmaschine anschmeißen. Das wäre doch eine echte Heldentat...

Lotte ist übrigens auch nicht faul, da geht der Mund auch immer auf und zu und die Luft rein und raus, in den wunderlichsten Tönen. Den kleinen Löwen kennen wir ja schon eine Weile. In den letzten Wochen hat sie den 80jährigen zigarrerauchenden Astmatiker perfektioniert. Ständig räuspert und hustet sie so vor sich hin. Anfangs waren wir etwas irritiert, aber die Kontrolle ergab, dass sie nicht heimlich Zigarre raucht. Außerdem lacht sie immer, wenn man sie nachmacht. Letzteres verkneife ich mir seit einigen Tagen, weil ich dieses merkwürdige Geräusch eigentlich nicht fördern möchte. Denke ich mir so.

Lotte kann Mama und Papa sagen. mamamamamam bedeutet was ist das für eine Scheiße, wo bleibt der Service, ich habe Hunger / Langeweile / die Hosen voll! Wohingegen bababa signalisiert hach, ist das nicht wieder ein schöner Tag, mir geht es prima, ich bin für ein Schwätzchen aufgelegt. Ich sage Danke! Und möchte bitte später mal mit Papa angeredet werden!

23.8.06

Zwölfter Tag

So langsam nähern wir uns dem Ende der 14-Tage-Trainingsstrecke. Und eben habe ich mich fast erschreckt. Da verabschiedete ich mein - aus welchen Gründen auch immer heute sehr früh - müdes Kind, das mich mit großen Augen beguckte und dabei seinen Spieluhrbären in Händen hielt. Ich ging zur Tür. Ich öffnete die Tür. Ich schloss die Tür. Sollte ein neues Zeitalter angebrochen sein? Aber nein, 5 Sekunden später fing sie an zu plärren.

Inzwischen ist es ein eher zorniges Heulen. Das tut den Eltern gut, schließlich hat sie allen Grund zornig zu sein! Da weiß man dann, dass sie weiß, dass die doofendoofen Eltern hinter der Tür sind und einfach nicht reinkommen.

Das Einschlaftraining haben wir auf der Reise natürlich fortgesetzt. Und dabei konnten wir definitiv feststellen: Lotte schläft durch. Sie weint nachts nicht. Da wir mal wieder ein Zimmer teilten, hätten wir das unweigerlich mitbekommen.

Wie auch immer, es gibt keinen Zweifel: Diese Form des Einschlafens wird fortgesetzt und auch der Ort des Schlafens wird beibehalten. Lotte ist weiterhin gut drauf und auch uns bekommt der geregelte Nachtschlaf hervorragend. Und ich bin ja Berufsoptimistin: Das heute war bestimmt ein Zeichen! Heute fünf Sekunden, morgen zehn, übermorgen gar kein Heulen vorm Einschlafen...

22.8.06

Rückkehr der Großmutter-Verzückerin

Schon wieder zurück. Es war ziemlich verregnet, leider. Trotzdem haben wir die paar Tage genossen (und am Montagvormittag viel Geld in der Einkaufsmeile ausgegeben...)

Die Zugfahrt hätte mit 4,5 Stunden im Großraumwagen nicht länger sein dürfen. Am Ende waren Lotte als auch die Eltern einigermaßen geschafft. Man weiß ja dann irgendwann auch nicht mehr, was man spielen soll. Auf dem Boden robben empfiehlt sich ja eher weniger... Naja, hier gab es zum Ausgleich erstmal ein Bad für die Thronfolgerin und natürlich was vernünftiges zu essen!

Auf dem Abfahrtsbahnsteig kullerten der Oma die Tränchen, auf dem Ankunftsbahnsteig verabschiedete sich eine pakistanische Großmutter überschwenglich von Lotte, die mit ihr über drei Sitzreihen hinweg geschäkert hatte. Vielleicht war es aber auch eine indische Zauberin...

18.8.06

Kurztripp

Nun Ihr Lieben, wie Ihr seht, hat sich das Lottchen so halbwegs auf das neue Schlafmodell eingestellt. Damit uns nicht langweilig wird, verlegen wir das Trainingscamp ein paar Tage gen Westen und besuchen mal die Schwiegereltern. Ich melde mich dann spätestens am Mittwoch wieder! Haltet die Ohren steif!

17.8.06

Sechster Tag

Um 6h00 war sie wach. Dann schafft sie es bei der TaMu gerade zu frühstücken, bevor sie ein halbstündiges Morgennickerchen hält. Danach Spielplatz, Mittagessen und heute eine Stunde Mittagsschlaf! Sie hätte ruhig noch länger schlafen können, so wie sie beim Abholen zerknittert aus der Wäsche schaute.

Erstaunlicherweise hält sie ja wirklich durch bis in den Abend, ohne nochmal zu schlafen. Bewundernswert.

Heute war nachbarschaftliches Grillen angesagt. Den Abend verbrachte Lotte weitestgehend im Tragetuch und guckte in der Gegend rum. Gegen 19h30 schlief sie für ein halbes Stündchen ein. Gegen 21h00 drückte mich dann der mütterliche Zeigefinger und schob mich mit Kind in die Wohnung zurück, wo das Nachtritual vollzogen wurde (ich musste nur einmal trösten kommen). Der Mann darf sich noch weiter unterhalten, mich ruft jetzt auch das Bett...

16.8.06

Fünfter Tag

Das Leben besteht nicht nur aus Schlaf, höre ich mich innerlich mit mir schimpfen. Da hab ich natürlich recht! Aber erstens bekomme ich ja nun die Hälfte des Tages keinen Input mehr durch meine Kleine und zweitens renne ich mal hier hin mal dort hin, und komme gar nicht so richtig zum Nachdenken.

Gestern z.B. stand ich mal wieder vor verschlossener Tür. Leider mit dem falschen Schlüssel in der Hand. Also bin ich quer durch die Stadt zu meiner Mutter gefahren, um den Ersatzschlüssel zu holen. War auch nett, so als Nachmittagsbeschäftigung. Zum Glück hatte ich Lotte kurz vorher gefüttert. Schließlich wollte ich ja nur mal kurz zu Schlecker mit ihr... Ich muss dringend einen Ersatzschlüssel hier im Haus bunkern.

Lotte übt schreien und weinen. Jedenfalls hatte mein werter Göttergatte heute mal die Ehre zweimal trösten zu müssen. Allerdings erst beim ersten Aufwachen. Denn er hatte den Fehler gemacht, dass Kind quasi schon dösend / schlafend ins Bett zu legen. Das macht man doch nicht. Da erschrickt sie doch beim Aufwachen, weil sie nicht weiß wo sie ist... Tststs.

Da sie ihren Mittagsschlaf heute tatsächlich bei der TaMu gehalten hatte, hatte ich heute schreifrei. Kein Nachmittagsschläfchen war zu initiieren. Welch ein Segen!

Habe ich schon erwähnt, wie schön es ist, ausgeruht morgens aufzuwachen? Heute war es 6h00. Immerhin ein halbes Stündchen länger...

Ach ja, einen neuen Wecker habe ich heute gekauft und mir Bettwäsche angeschaut. Äh, tja, so ist das eben.

15.8.06

Vierter Tag - 2

Lotte hat kläglich geweint, als ich sie von der TaMu abholen kam, völlig k.o. aber unwillig zu schlafen. Kaum war sie auf meinem Arm, war die Welt wieder in Ordnung. Das geht runter wie Öl.

Allerdings habe ich sie dann gegen 15h00 nochmal hingelegt und musste dreimal zum Trösten rein. Sie scheint das Weinen trainiert zu haben... Also wenn ich nicht wüsste, weshalb ich das mache, dann hätte ich längst abgebrochen. Wie schnell man in Versuchung gerät, die unruhigen Nächte zu vergessen... Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir jetzt einige Nächte ungestörten Nachtschlafs hinter uns haben.

Abends ging es dann etwas schneller. Nur einmal rein und dann war Sense.

Vierter Tag - 1

Heute schlief sie bis 6h30 durch. Durchschlafen heißt: Sie nörgelt zwischendurch, aber sie weint nicht herzzerreißend und schon gar nicht länger als 5 Minuten (das ist die inzwischen erreichte Zeitspanne, die wir abwarten). Nörgeln ist okey. Nörgeln stört nur, wenn sie neben einem schläft. Liegt sie im eigenen Zimmer, dann wird man davon nicht wach.

Heute wurde sie das erste Mal von Papa zur TaMu gebracht und ich hole sie nachher um 13h00 ab, nach ihrem vermeintlichen Mittagsschläfchen. Na, bin ich ja gespannt, ob sie tatsächlich schlafen wird.

So, jetzt muss ich los ins Möbelkaufhaus, nach einem Gästeschlafsofa suchen. Ja, momentan dreht sich hier alles um den Schlaf...

14.8.06

Der dritte Tag - 2

Bei der TaMu legte sie im Buggy ein Nickerchen ein. Als ich sie um 12h00 abholte wirkte Lotte wieder etwas müde. Gegen 13h00 verfrachtete ich sie ins Bett. Obwohl sie wirklich hundemüde war und ich mir Mühe gab, es leicht ritualisiert zu gestalten, so dass sie wusste, was kommt, musste ich doch noch drei Mal zum Trösten rein. Das war hart. Als sie dann endlich schlief, hatte ich Fantasien von einem erstickten Kind. Hab mich dann aber am Riemen gerissen und nicht nachgeschaut. Leider schlief sie nur eine dreiviertel Stunde.

Sie holte den versäumten Nachtschlaf also nicht auf und wurde daher früh müde. Ich habe sie mit Ach und Krach bis 19h30 wach gehalten. Beim Schlaflied singen schlief sie fast an meiner Schulter ein. Trotzdem weinte sie - wenn auch nur kurz - als sie ins Bett gelegt wurde. Hach ja, hoffentlich legt sich das bald!

Lied für Lotte

Wenn das keine Belohnung für's Durchschlafen ist: Amai singt "der Kuckuck und der Esel" für Lotte!

Nebenbei zu bewundern: Essstrategien einer Zweijährigen. Erst die Wurstscheibe und dann die nächste Wurstscheibe. Wo packt sie das Brot hin? Bekommt vermutlich der Papa. Wie heißt es so schön: In der allergrößten Not, isst man Wurst auch ohne Brot.

Der dritte Tag - 1

Sie hat durchgeschlafen bzw. wir haben durchgeschlafen und nix gehört. Um halb sechs war sie dann allerdings wach. Ich hab ihr erstmal ein Fläschchen angeboten, was sie auch halb leerte. Die Augen waren aber so wach und sie lachte mich an, da war klar, die Nacht ist vorbei. Na gut, damit konnte ich leben. Vorübergehend. Also aufstehen, frühstücken (ich), spielen (Lotte), um 7h00 Papa wecken. Um 7h15 dann erste Nörgelei, das Vormittagsschläfchen kündigte sich an. Also ab ins Bett. Diesmal mit einmal trösten kommen nach vier Minuten und dann war gut. Um 8h00 wieder wecken, denn der Abmarsch zur TaMu stand an. Jetzt bin ich mal gespannt, was die erzählt, wie Lotte den Vormittag überstanden hat. Um 12h00 hole ich sie heute ab. Da wird sie wohl bald ins Mittagsschlafkoma fallen. Hoffentlich erst nach dem Einkauf. Naja, je nach den Anzeichen verschiebe ich den auf den Nachmittag und fahre mit ihr direkt nachhause.

Meinen freien Vormittag verbringe ich jedenfalls faul auf dem Sofa. Inzwischen kann ich das. Wie gesagt, auch ich bin eingewöhnt... ;-)

13.8.06

Lotte allein im Bett - 2. Tag

Es lief auch heute wunderbar. Sie hat zu allen Mahlzeiten gefuttert wie ein ausgehungerter Walfisch und sie ließ sich vormittags und am frühen Nachmittag zu ihrem Schläfchen hinlegen und weinte nie länger als zwei Minuten.

Am frühen Abend machte ich dann allerdings einen Fehler. Wir kamen von einem längeren Spaziergang nachhause und sie war nörgelig. Sie quängelte und rieb sich die Augen. Hungrig und müde, so war unsere Diagnose. Gegen Hunger kann man was machen. Schlafen solle sie allerdings nur 20 Minuten, damit sie um 20 Uhr auch müde wäre für die Nacht. Also wurde sie ordentlich gefüttert und dann ging ich mit ihr ins Kinderzimmer, schloß das Rollo und legte sie ins Bett. Sie fing an zu weinen. Ich verabschiedete mich und ging. Nach drei Minuten ging ich rein, trösten. Nach vier Minuten ging ich rein trösten. Dazwischen konferierten Klabautermann und ich, denn es wurde absehbar, dass sie nicht einschlafen würde. Ihre kleine Müdigkeit war wohl vorallem dem Hunger geschuldet gewesen. Und dann hatte ich sie quasi rituallos ins Bett verfrachtet. Böser Fehler. Ihr Schreien ließ nicht nach. Die 20 Minuten waren eh bald vorbei. Nachdem sie auch nach dem dritten Trösten noch vier Minuten heulte wie am Spieß, holte ich sie aus dem Bett. Und richtig, erstmal wieder getröstet, war sie putzmunter.

Jetzt hatte ich natürlich Bammel, ob sie wohl gelernt hätte "viel schreien hilft viel" und uns beim Nachtschlaf Probleme machen würde. Aber weit gefehlt. Sie war dann müde und weinte sich keine zwei Minuten in den Schlaf. Ich geh optimistisch davon aus, dass sie durchschlafen wird.

Das Weinen, sagen unsere schlauen Bücher, hört auf, wenn sie sich an das alleine einschlafen gewöhnt hat. So wie es aussieht und wenn Mama keine dummen Fehler macht, können wir wohl hoffen, dass das recht bald der Fall ist.

Wir haben übrigens keine 100%-Einschlafzeiten. Wir warten tagsüber, dass sie deutliche Müdigkeitszeichen zeigt und legen sie dann hin. Meist ist das vormittags zwischen 9h30 und 11 Uhr irgendwann der Fall (je nach Aufstehzeit - heute also eher später) und zwischen 13 und 15 Uhr. Vormittags schläft sie dann so eine halbe bis dreiviertel Stunde, am frühen Nachmittag bis zu zwei Stunden. Heute habe ich sie nachmittags nach zwei Stunden geweckt. Abends geht sie um 20 Uhr ins Bett. Die Zeiten lagen schon mal später, eher so gegen 20h30, aber das hat sich die letzten Wochen wieder nach vorne verlagert. Wir vermuten, dass das auch was mit den kürzeren Tagen zu tun hat. 20 Uhr ist jedenfalls ziemlich präzise, denn da geht uns dann langsam auch die Puste aus.

Ich kann mir vorstellen, dass es für das Schlafenlernen günstig ist, auf die deutliche Müdigkeit zu warten, um nicht das zu erleben, was ich am späten Nachmittag produzierte: ein verzweifelt protestierendes Kind, das zu wach war zum Schlafen. Wir werden jedenfalls an den Uhrzeiten erstmal nicht laborieren. Im Zweifelsfall regelt sich das eh in den nächsten Tagen, denn bei der TaMu gibt es einen klaren Rhythmus, so dass für das Vormittagsschläfchen eigentlich nur Zeit zwischen 9h30 und 10h00 ist, nämlich im Kinderwagen auf dem Weg zum Spielplatz. Das (Nach)Mittagsschläfchen wird sich dann entsprechend einfinden. Und in den nächsten Monaten ändert sich dann eh wieder der Rhythmus, wenn Lotte nur noch einen Mittagsschlaf braucht und nicht zwei Nickerchen.

Das ist überhaupt so ein Punkt. Kaum hat man sich auf etwas eingeschossen, ändert sich wieder alles. Die Lotte kann eigentlich froh sein, dass wir - trotz unseren hohen Alters - bereit sind, uns immer wieder auf ihre neuen Mätzchen einzustellen. Demnächst also: ich halte nur noch ein Schläfchen pro Tag.

Erste Nacht - 3 - Anfängerbaby

Immer auf den nächsten großen Alarm wartend sind wir erst um halb zwei ins Bett gegangen (wo wir noch fünf Minuten gelesen haben). Es kam aber kein Alarm, weder vorher noch nachher. Sie nörgelte hin und wieder, überschritt jedoch die zwei Minuten Grenze nie. Um fünf nörgelte sie mich das nächste Mal aus dem Bett. In der Hoffnung jetzt mal trösten zu dürfen, setzte ich mich auf und wartete. Nach anderthalb Minuten war schon wieder Ruhe.

Als ich um 8h00 aufwachte (in Worten: acht), war ich etwas erstaunt. Geht meine Uhr falsch? Jedenfalls bin ich sofort zu ihr zum Wecken. Sie öffnete die Augen, lachte mich an, gähnte herzhaft und ließ sich gnädig aus dem Bett holen.

Müssen wir uns nun Sorgen machen? Ist sie überangepasst? Wie dem auch sei, wir sind gespannt, wie es heute weiter geht. Beim Frühstück hatte sie jedenfalls einen gesegneten Appetit.

Die erste Nacht - 2 - Wo bleibt das Drama?

Zweimal gequäkt, aber ohne Intervention wieder weiter geschlafen. Dafür hat uns jemand seinen halbvollen Apfel-Molke-Drink auf den Balkon geworfen. Der war wohl nicht lecker. Naja, in Ermangelung sonstiger Sensationsberichte ein paar aktuelle Bilder:

12.8.06

die erste Nacht - 1

Tolles Kind! Ganz ganz tolles Kind! Weinte um 21h45 zwei Minuten, bekam Fläschchen angeboten, was sie gar nicht wollte, weinte sich dann innerhalb der nächsten drei Minuten wieder in den Schlaf. Also wenn das so weitergeht, schläft sie morgen durch... Aber noch ist nicht aller Nächte Morgen.

Halbe Stunde

Ist das Glas halbvoll oder halbleer? Bei mir ist es eigentlich immer halbvoll. Und deshalb bin ich froh und stolz, dass unsere kleine Maus heute Abend nur eine halbe Stunde geheult hat, bis sie einschlief. Oh Mann, das war eine lange halbe Stunde! Aber eigentlich ist das ja keine Zeit, so auf's ganze Leben gesehen...

Wie lief es konkret? Es gab Abendpapps. Danach Gesicht und Hände waschen und Zähne putzen mit der Fingerzahnbürste (ja, der zweite ist unten im Anmarsch). Dann Windeln und Umziehen. Dann kuscheln und zwei Lieder singen (der Klabautermann singt immer zu ganz ruhigen Popsongs, ich denke, ich werde einfach nur so singen). Im Kinderzimmer das Rollo runterlassen, Kind ins Bett, Gute Nacht sagen und raus. Und dann hieß es wieder Rhythmus einhalten: 2, 3, 4, 4, 4 Minuten weinen lassen. Dazwischen ein bis zwei Minuten rein, streicheln und trösten. Wenn ich das jetzt nachrechne, war's also noch nicht mal ne halbe Stunde! Tolles Kind!

Nachher wird sie nochmal kommen, wegen Hunger. Dann heißt es also zwei Minuten warten und dann Fläschchen geben. Dann wieder raus und weiter im Schema. Ich übernehm die Nachtschicht, das fällt mir leichter als dem Klabautermann. Der hat immer Schwierigkeiten, nach so einer Unterbrechung wieder einzuschlafen.

Abgewöhnung begonnen

Jeder Tag braucht so seine Herausforderungen. Momentan sind es vor allem die Nächte, die uns herausfordern. Lottes Nörgelei wird ausgeprägter - oder unsere Toleranz immer kleiner? Wer weiß das schon. Und dann hat die TaMu gesagt, dass Lotte alleine einschlafen lernen muss, weil ja ab nächsten Monat noch ein Kollege zu ihr stößt. Da kann man sie nicht immer in den Schlaf schuckeln. Alles zusammen ergibt eine Aufgabenstellung und eine super Motivation. Selbst der weichherzige Klabautermann hat sich ein Herz gefasst und guckt mit mir auf die Uhr: 2 Minuten, rein, 3 Minuten, rein, 4 Minuten (oh, eingeschlafen).

Weil es uns das Herz rausreißt, und wir uns das nicht fünf Mal antun wollen, machen wir gleich das ganze Paket: kein Nuckel zum Einschlafen, wach ins Bett, Bett im Kinderzimmer. Letzteres war das schwerste Verhandlungsstück zwischen Klabautermann und -frau. Ich habe ihn dann mit den üblichen Argumenten rumgekriegt: "Stell dir vor, dann können wir nachts im Bett noch lesen..." Da glitzertem ihm vor Vorfreude die Augen und das Ding war geritzt.

Mit dem Mittagsschläfchen haben wir angefangen. Lotte hat etwa 12 Minuten geheult (ob ich nun drin oder draußen war, war egal) und ist dann eingepennt. 45 Minuten hat sie geschlafen und ist weinend aufgewacht. Seitdem ist sie - was will man auch erwarten - sehr anlehnungsbedürftig. Wir geben ihr im Ausgleich für das gemeine Umlernen extra viel Kuschel.

Jetzt sind sie zum Babyschwimmen und Lotte wird bestimmt nachher die Gelegenheit ergreifen, sich auf dem Rückweg in den Schlaf schuckeln zu lassen.

Eingewöhnung abgeschlossen

Wir haben die Prüfung am Freitag bestanden! Ich habe kein Geld ausgegeben, sondern die Wohnung geputzt und das Kind hat auf dem Spielplatz im Sand gespielt. Wir sind hiermit offiziell eingewöhnt.

10.8.06

Elternstöckchen

Ach ja, wie soll ich sagen, ich bin ja manchmal ein bisschen schwer von Kapée... Als Mama Schwaner kommentierte "ich fang schon mal an", da dachte ich "na huch, hat sie jetzt vergessen, die Fragesammlung zu eröffnen oder soll das ein Scherz sein?" Aber nein, sie hat es tatsächlich gemacht: Sie hat ein Elternstöckchen erfunden und losgeschickt. Auch zu mir. Ich stand bloß ne Weile auf meiner langen Leitung rum... Dann also mal los:

1. War der Nachwuchs geplant?
Aber sowas von geplant! "Tausendmal berührt, tausendmal ist nix passiert. Tausendundeine Nacht, dann hat's ein Arzt gemacht..."

2. Wie hätte er/sie gehießen, wenn er/sie das jeweilige andere Geschlecht geworden wäre?
Keine Ahnung. Es war schwer genug, einen Namen für ein Mädchen zu finden. Das hat Monate gedauert. Und bei vier Vornamen kann man auch nicht so richtig davon sprechen, dass wir eine Entscheidung getroffen hätten... Da wir der ärztlichen Prognose vertrauten, haben wir das Thema Jungsname nicht wirklich vertieft. Vielleicht Friedrich?

3. Was war der erste Gedanke, als du erfahren hast, dass du Nachwuchs bekommst?
Hoffentlich geht diesmal nix schief.

4. Was machte dir am meisten Kummer vor der Geburt deines ersten Kindes?
Ich hatte Angst vor einem Abort, weil ich schon mal einen hatte.

5. War der Kummer dann begründet?
Eine Schmierblutung sorgte für einige Aufregung. Zum Glück ging sie schnell vorbei und wirkte auch nicht sonderlich gefährlich.

6. Willst du noch mehr Kinder? Wieviele?
Der Trend geht zum Zweitkind. Mehr sind erstmal nicht vorgesehen, aber man weiß ja nie.

7. Dein ultimativer Tipp an alle (werdenden) Eltern?
Liebe werdende Eltern, kauft viele Waschlappen! Die braucht man zum Poposäubern. Und zwar täglich mindestens drei!

8. Wie sind deine nächsten Zukunftspläne?
Also im September fang ich wieder an zu arbeiten. Erstmal halbtags. Und ich bin schwer gespannt, wie mir das bekommt.

9. Hast du so etwas wie "eherne Grundsätze" die du an dein Kind weitergeben willst?

  • Freundlich kommt weiter.
  • Bei rot sollst du stehn, bei grün sollst du gehn.
  • Man kann über alles reden.
  • Vor Problemen kann man nicht weglaufen.
  • Du sollst Vater und Mutter ehren.

Soweit zu den unverhandelbaren Grundsätzen. Dann hab ich auch noch ein paar Ideale und Weltanschauungen, die ich gerne vermitteln will. Die sind aber nicht so "ehern".

10. Wer bekommt das Stöckchen von dir?
Weiter geht's an die Väter: Papa Hitze und Michael Schmitz.

Eingewöhnung

Ich finde, meiner Tagesmutter (nennen wir sie TaMu) bekommt der tägliche Aufenthalt auf dem Spielplatz nicht. Sie kommt da in Kontakt mit sogenannten "erfahrenen" Tagesmüttern, die seit 20 Jahren erfolgreich Kinder und Eltern terrorisieren und sie auf so Gedanken bringen. Heute hatten wir eine superlange Trennungszeit von 2 Stunden, die ich mit Geldausgeben bei H & M verbrachte - natürlich für's Kind. Es braucht schließlich so weiche Schühchen, damit es auf dem Spielplatz keine klammen Socken bekommt. Hab ich auch gefunden. Die sehen zwar aus wie Hüttenschuhe, aber Hauptsache weiche Sohle. Naja, und so beim Recherchieren und Schühchen probieren, fiel mir natürlich noch das eine und andere Kleidungsstück ins Auge, das meinem Kind besonders gut stehen würde. Aber ich will mich gar nicht über meine lässlichen Sünden verbreiten, sondern über die - was ist das Gegenteil von lässlich? unerlässlich?? - Sünden von sogenannten "erfahrenen" Tagesmüttern, deren Einflüsterungen mir meine TaMu und nicht zuletzt mein Kind entfremden. Kam sie heute mit dem Vorschlag zurück, wir sollten morgen mal einen fast vollständigen Tag ausprobieren: Kind abgeben um 8h30 und gleich wieder gehen, und dann erst um 12h00 wieder abholen. Das sind 3,5 Stunden!!!! So viel Geld habe ich gar nicht, dass ich die Zeit bei H&M rumkriegen könnte. Ich habe also beschlossen, nachhause zu fahren und zu putzen. Vielleicht setze ich mich aber auch nur auf eine Spieldecke, knabber an einem Beißring und wein ein bisschen...

8.8.06

Eingewöhnung 2. Woche

Puh, jetzt beginnt die zweite Woche der Eingewöhnung und ich bin schon durch alle Wasser gegangen. Fast hätte ich mich für eine verlängerte Elternzeit zuhause entschieden. Nach dieser schrecklichen Nacht von Sonntag auf Montag war die kleine Madame nämlich richtig unleidlich. Die 15-Minuten-Trennung auf dem Spielplatz klappte wunderbar, aber kaum war ich wieder da, wollte sich das Kind nicht mehr von mir trennen. Etwa im 10-Minuten-Takt fing sie an zu jammern und beruhigte sich erst, wenn Mama sich ihrer annahm. Das ging dann den Rest des Tages so weiter, obwohl der Teil "Mama und Lotte allein zuhaus" ja schon bekannt ist. Abends war ich dann völlig fertig und dachte, das wird nie was. - Das war jedenfalls eine Rosskur in Sachen "eifersüchtige Mama". Plötzlich wusste ich wieder, wie entlastend eine Tagesmutter wäre...

Es folgte eine ruhige Nacht und eine ausgeglichene Guten-Morgen-Lotte. Die Eingewöhnung lief dann auch viel besser. Zwar quängelte und jammerte Lotte hin und wieder mal, doch ließ sie sich heute wenigstens ab und zu von der Tagesmutter trösten und brauchte nicht Mamas Direktkontakt. Zwei kurze Trennungen hatten wir heute und auch die liefen prima. Jetzt habe ich wieder Hoffnung.

Überhaupt war die Dame heute die Ruhe selbst. Selbst nachdem sie mir eine ganze Portion selbstgeschredderten Obstbrei auskotzte, weil sich am Gaumen ein größeres Stück festgeklebt hatte, das Mama mit dem Finger raus fischen wollte. Puterroter Kopf, drei Würger und vorbei wars. Madame war entspannt und ich konnte sehen, wie ich den Obstbrei wegbekam, bevor sie strampelnderweise eine Körperpackung daraus machte.

7.8.06

mondfühlig?

Gerade blickt mich der Vollmond an. Da dachte ich: "Huch, Vollmond?" Ja, um die Stunde werde ich meist tiefsinnig. Naja, um auf den Punkt zu kommen: Die gestrige Nacht war eine von diesen Katastrophen... könnte das am Mond liegen? Gibt's da Erfahrungswerte, ob Babies da besonders drauf reagieren?

Stöckchenwerfmaschine

Also irgendwer in diesem Universum hat Langeweile und erfindet massenweise Stöckchen. Monatelang war hier die Stöckchenwüste und jetzt ist schon wieder eins eingetroffen. Das kann ja nicht mit rechten Dingen zugehen. Und ich muss jetzt mal anmerken, dass diese Stöckchen sich alle irgendwie gleichen. Schade eigentlich. Gibt es denn keine interessanten Fragen auf dieser Welt? Ich bedanke mich erstmal bei Leon und Benjamin für den Weitwurf! Und möchte gleichzeitig anregen, dass wir mal ein wahrlich interessantes Stöckchen erfinden. Wie wäre es mit einem Eltern-Stöckchen? Wer Frageideen hat, kann die ja mal in den Kommentaren unterbringen!

Warum bloggst du?
Ich hoffe auf diesen Weg zu meinem Stern auf dem "Walk of Fame" zu kommen.

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Ziemlich genau ein Jahr

Selbstportrait?
Frisch vom Frisör, Füße, die nach Pediküre schreien, Augenringe bis zum Knie, steifer Nacken, mind. 10 kg zu viel auf den Rippen, mind. 8 kg Kind zu stemmen und ein Haushalt, der aktuell brachliegt, weil die 8 kg ständige Präsenz wünschen.

Warum lesen deine Leser dein Blog?
Ich denke, einige suchen nach Tipps und Tricks, wie man leichthändig durch den Mutteralltag spaziert. Andere genießen den Blick in die heile Familienwelt. Wieder andere sitzen im Pulitzer-Preis-Kommittee und anderen Preis-Gremien und suchen nach neuen Schriftstellergenies. Das sind die drei Lesergruppen, die hier nur kurz vorbeischauen, weil sie nicht so richtig fündig werden. Der Rest bleibt hier hängen, weil er bzw. meistens wohl sie Trost darin findet, dass es bei anderen auch nicht besser abläuft, weil er/sie die kindliche Entwicklung mit seinen Gören vergleicht, oder weil er/sie uns persönlich kennt.

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
Das wüsste ich auch gerne. Wie findet man das raus?

Welche Blogeinträge bekamen zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Alle, die weniger als fünf Kommentare erhalten. Da das auf etwa 90 % aller Beiträge zutreffen dürfte, fühle ich mich auch total zu Unrecht missachtet und zwar ständig!

Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Ohne Finn und Amai geh ich nie ins Bett.

Deine Lieblingsband?
the Lords (of the Pampers)

Deine Lieblingsfarbe?
Zucchinibabykackgrün

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter?
Dieses Stöckchen wird nicht weiter geworfen. Erstens haben es schon alle, zweitens muss was Besseres her. Mein Aufruf ergeht an alle Mitstreiter mal ein paar lustige oder ernsthafte Frage für ein Elternstöckchen zu sammeln. Was wir schon immer voneinander wissen wollten... oder so.

Fortschritte

  • 3 Sekunden Kniestand
  • Mamamamama als Ausdruck höchster Unzufriedenheit
  • Sabotage des elterlichen Nachtschlafs zur Perfektion gebracht
  • Beginn der Fremdelphase (Phase?) punktgenau zur Eingewöhnung bei der Tagesmutter

6.8.06

Essen und Trinken

Also inzwischen verwandelt sich Lotte in eine kleine Fressmaschine. Wir beklagen uns nicht! Allerdings ist die Flüssigkeitszufuhr noch suboptimal. Wieviel muss so ein Kind trinken, wenn es alle Mahlzeiten tagsüber mit Papps & Co bestreitet? Mineralwasser nimmt sie ja, aber Riesenmengen sind das nicht und die Hälfte läuft aus dem Mund. Tee ist immer noch nicht in. Jetzt biete ich ihr zwischendurch halbdosierte Fläschchen an...

4.8.06

Eingewöhnung

Seit Dienstag gewöhne ich mich daran, dass sich eine andere Frau um mein Kind kümmert. Die ersten Tage waren einfach zu verkraften, schließlich war ich die gesamte Zeit präsent. Ich konnte schlaue Tipps geben, Lottes Verhalten erleutern und auch sonst die ruhige perfekte, weil nicht besitzergreifende Mama mimen. Heute wurde es dann ernst. Ich sollte mich auf mehr als 10 Meter Distanz von meinem Kind entfernen, sprich: die Wohnung verlassen. Und weil es in den ersten drei Tagen so gar keine Probleme gab, wurde mir gleich eine Shoppingtour aufgetragen. Das Kind sollte Mittagessen und dann -schlafen, ohne mich. Oh Mann.

Als ich mich von meinem Töchterlein verabschiedete, thronte sie seelenruhig bei der Tagesmutter auf dem Arm. Ich schloss die Wohnungstür und rannte die Treppe runter, so schnell und laut ich konnte. Ich wollte nicht hören, dass mein Kind nicht weinte. Oder gar lachte!

Mein erster Weg führte mich in einen nahe gelegenen Kinder-Secondhand. Ich wollte sofort zur Stelle sein, sollte das Handy klingeln und das Kind nach mir rufen. Mir war wohl bewusst, dass ich das tat, was ich in meiner kindfreien Zeit eigentlich nicht tun wollte: mich mit dem Kind beschäftigen. Ich kaufte also ein paar Bodys in 74/80, schaute mir jeden Artikel im Laden genauestens an und war nach 10 Minuten beschäftigungslos. So groß war der Laden! Da stand ich also auf dem Bürgersteig, kein Schwein rief mich an, und wusste nichts mit mir anzufangen.

Wie ich so die Einkaufsstraße auf und ab schlenderte auf der Suche nach dem ultimativen Zeitvertreib, da hatte ich eine Offenbarung! Es war diese Art von Offenbarung, die jedem von Langeweile, schlechter Laune und ansonsten mit sich um Unreinen befindlichen Menschen zuteil wird, wenn er Glück hat. Mir fiel ein, was ich machen könnte! Eigentlich war die Antwort einfach: Was macht eine Frau, wenn sie sich besser fühlen möchte? Sie geht zum Friseur... Welch geniale, welch genial perfide Idee! Steht doch in jedem schlauen Büchlein, dass man dem Kind immer nur einen großen Einschnitt auf einmal zumuten sollte. Wenn Sie umziehen, dann wechseln Sie wenigstens nicht die Wohnung. Wenn Sie in den Urlaub fahren, dann bleiben Sie wenigstens zuhause. So in etwa lauten die Ratschläge. Dasselbe Tabu gilt für den mütterlichen Friseurbesuch in der Eingewöhnungszeit. Super Idee also! Die perfekte Rache!

Die Zeit beim Friseur wurde mir nicht lang. Erstens war der Haarschnitt schnell erledigt, hatte ich mich doch gegen den Überraschungsschnitt in den Farben der Saison für 28 € entschieden. Zweitens war ich damit beschäftigt, meinen Phantomschmerz unter Kontrolle zu halten. Ich schämte mich ein bisschen. Da war ich endlich mal mein Kind los. Für wenige Stunden bloß. Und schon führte ich mich auf wie eine verschmähte Liebhaberin. Das kann man ja niemandem erzählen...

Als ich mit neuem Kopf aus dem Laden trat, da klingelte endlich das Handy. Alles in Ordnung, das Kind sei jetzt eingeschlafen, ich könne mir ruhig Zeit lassen. Das war bestimmt nicht das, was ich hören wollte! Ich ging, meinen Kummer mit einem Stück Sahnetorte ersticken.

Endlich, endlich war die Zeit um! Beschwingt stieg ich die Treppen hinauf und wurde von lieblichen Klängen empfangen: Mein Kind heulte wie ein Schlosshund! Mit lustigem Unterton sprach die entspannte, nicht besitzergreifende Mama "was habt Ihr mit meinem Kindelein gemacht?" und nahm der Tagesmutter das weinende Kind ab. Umringt von ihr und ihren halbwüchsigen Kindern demonstrierte ich, was wahre Mutterbindung bedeutet, tröstete mein Kind und labte mich an seinem schnell wieder erscheinendem Lächeln. Ja, ja, ist halt doch nicht sooo einfach, mich zu ersetzen. Zumindest wenn man aus dem Schlaf erwacht, möchte man doch mal einen Blick auf Mama werfen...

Also wie gesagt, die Eingewöhnung ist ein voller Erfolg. Mutter und Kind geht es prächtig! Und wir freuen uns schon auf Montag.

PS: Meine neue Frisur ist weder Kind noch Mann aufgefallen...

1.8.06

Rezept?

Hat mal jemand ein vernünftiges Rezept für gefüllte Paprika? Das, was ich hier heute aus Reis und Hackfleisch gebastelt habe, war - trotz kräftiger Würzung - unbefriedigend.