24.1.10

Brüderchen und Schwesterchen

Märchen haben wir bisher nur mündlich oder in verkürzter Fassung gelesen. Seit dieser Woche sind wir jedoch im Besitz eines Märchenkalenders mit 12 schönen alten Illustrationen und den dazugehörigen alten Texten. Heute las ich "Brüderchen und Schwesterchen" vor. Und Lotte musste an zwei Stellen aufstehen und mir unter Tränen androhen, dass ich, wenn ich weiterläse, nie wieder ... irgendwas nicht dürfte. "dann spiel ich NIE WIEDER mit dir!" oder so ähnlich. Ich hab sie dann erstmal beruhigt und die Geschichte vorerzählt und dann nochmal vorgelesen.

Mannomann, da geht es aber wirklich zur Sache: Erst hat die hässliche Stiefschwester nur ein Auge. Dann wird das Reh von den Jägern gejagdt. Dann wird die Königin im heißen Bad erstickt. Schlussendlich werden die böse Stiefmutter und Stiefschwester getötet. Das ist nichts für schwache Gemüter...

Ulrich nimmt das noch recht gelassen hin. Vermutlich versteht er einfach von dem stundenlangen mütterlichen Vorlesegebrabbel nix... Lotte hingegen geht voll mit... Naja, ich denke, wir gucken uns das eine oder andere Märchen an und küren ein paar Lieblinge...

21.1.10

ohne Worte

16.1.10

Nachtruhe

Wie ich kürzlich schrieb (http://aufhohersee.blogspot.com/2009/12/weinerlich.html), standen bei uns mal wieder erzieherische Maßnahmen an, von deren Fortschritten ich mal berichten möchte:

Die 2-Lieder-dann-raus-und-alle-fünf-Minuten-rein-Taktik hat sich bestens bewährt. Nach anfänglicher Weinerei (1. Abend), Nörgelei (2. Abend), Verhandelei (3. Abend), läuft das inzwischen reibungslos. Die Kinder schlafen entweder beim Singen ein oder alleine danach. Die Nächte sind erstmal ruhiger geworden.

Gleichzeitig haben wir Ulrichs Gitterbett zum Kinderbett umgebaut. Er kommt jetzt auch ohne lautes Gebrüll nachts zu uns ins Bett geschlichen. Die Kinder sind sogar auf die Idee gekommen, ihre beiden Betten nebeneinander zu stellen, so dass Ulrich rechts eine Wand und links Lottes Bett als Begrenzung hat. Die Angst, aus dem Bett zu fallen, hat er darum nicht mehr. Passend zur Optik ihrer Schlafstätte verkündet Lotte seit neuestem, dass sie "wenn ich groß bin", Ügeli heiraten werde.

Die nächtliche Karawane ist immer noch da: Beide Kinder kommen jede Nacht ins Elternschlafzimmer gewandert. Lotte schläft auf der "Gästematratze", Ulrich klettert zwischen Mama und Papa. Sehr zum Leidwesen des Vaters, der mit Ulrichs motorisch aktiver Nachtruhe so seine Probleme hat. Glücklicherweise waren jetzt reihum alle mal krank und darum hielten die Eltern öfter mal lit apart. Da bleibt dann viel Platz für die Kinderlein... ;-)

Die Forderung nach Aufmerksamkeit scheint mir auch tagsüber nachgelassen zu haben. Nun, steter Tropfen höhlt den Stein... Wir achten jetzt einfach auf Wortwahl und Tonlage bei den Kindern, lassen uns nicht mehr so oft unterbrechen, sondern reden aus, bevor wir dem Kind antworten.

Soweit der Zwischenstand.

Die nächsten Erziehungsschritte gehen in Richtung vom kleinen Mann, der sich momentan der abendlichen Aufräumaktion gerne entzieht. Überhaupt ist das Aufräumen nicht so seins. Und warum auch, hat er doch eine dozile Schwester, die bei solchen Aktionen immer dabei ist. Da fällt es doch gar nicht weiter auf, wenn er sich mit einem Büchlein oder einem Auto in die Ecke setzt...???

9.1.10

religiöse Erziehung

L: Mama, wie ist Jesus gestorben?
K: Die Menschen haben ihn getötet.
L: Warum?
K: Äh. Also der Kaiser, der fand das nicht gut, dass Jesus gesagt hat, er sei Gottes Sohn. Und da hat er befohlen, dass Jesus getötet werden soll.
L: Und wie haben sie Jesus getötet?
K: Ja, also, der Kaiser hat seinen Polizisten befohlen, ihn zu töten. Und die haben das dann gemacht. Und dann ist das Wunder passiert: Jesus war tot. Seine Gläubigen haben ihn begraben. Und dann ist er wieder auferstanden! Er lebte wieder!
L: Er lebte wieder? Mama, wie kann er erst tot sein und dann wieder leben?
K: Jaha, das kann ich dir auch nicht erklären. Das ist ja das Wunder! Das hat Gott gemacht! Jesus war tot und Gott hat ihn wieder lebendig gemacht. Und dann hat er nochmal mit seinen Gläubigen gesprochen und dann ist er in den Himmel gegangen, zu Gott. *warum will ich immer "Gläubiger" sagen?*
L: Und Gott hat das gemacht?
K: Ja, das hat Gott gemacht!
L: Das kann er?
K: Ja, Gott ist allmächtig. Der kann alles!
L: Mama, wie sieht Gott aus?
K: Mann, du stellst ja heute schwierige Fragen! Wie sieht Gott aus? Das weiß ich nicht. Gott ist... Gott ist... Naja, früher, da haben sich die Menschen Gott als alten Mann gedacht. Aber er könnte genauso gut eine Frau sein... *ich sollte jetzt nicht mit diesem feministischen Diskurs kommen, das kann ich auch noch einbringen, wenn sie 12 ist...* ...Ich weiß es nicht, mein Kind.

.... .... .... - großes Schweigen im Auge des Sturms, und dann:

L: Mama, gibt es heute noch Hexen?
K: Na klar!
L: Wirklich?
K: Na sicher.
L: Ich mag keine Hexen!
K: Wieso denn nicht?
L: Die sind böse.
K: Och, es gibt doch auch liebe Hexen. Guck mal, die Feen können doch auch zaubern.
L: Trotzdem!

... und dann war diese peinliche Befragung auch vorbei... *schnauf* Und ich frage mich, ob ich heillose Verwirrung produziere, wenn ich den christlichen Glauben und den Glauben an Hexen, Feen, Weihnachtsmänner und -wichtel und Zwerge und so - einfach mal nebeneinander her stehen lasse. Und dann denke ich mir, dass sie gefälligst groß werden soll und sich diesen Wust selbst auseinander klamüsern kann... ätsch.

wie meine eigene Mutter

"Hab dich nicht so!"
"Jetzt reiß dich mal zusammen!"
"Jetzt ist aber mal gut!"
"Wenn du nicht sofort ..., dann knallt's!"
"Wenn ihr nicht sofort mit dem Gejammere aufhört, dann raste ich aus!"

Den obergenervten Unterton mit zunehmender Gereiztheit, den müssen Sie sich schon dazu denken. Ich wollte nie so sein, aber SIE haben mich dazu getrieben. Wiesu tun sie su? Und das immer wieder? *seufz*

7.1.10

O-Töne

Sylvester, 0h00-0h30, Lotte und Ulrich schauen sich gezwungenermaßen die dörfliche Knallerei vom Bürgersteig aus an. Muttern untermalt jeden Knall mit "Ahhhh" und "Ohhh" und "Ist das nicht schöööönnn???"

U: Das is nich sön! Das is laut! ... Mama, is will rein! ... Wo is der Papa? NEIN, Papa soll nich knallen!!! MAMA, Arm!!!

L: Ich find das nicht schön! Ich will nie nie wieder Geburtstag feiern! Hörst du Mama, NIENIE wieder!!!


Warum haben wir dem Kind auch immer gesagt, dass die Leute Raketen steigen lassen, weil sie sich über ihren Geburtstag freuen? Na gut, eine Illusion weniger. Und Geburtstag wurde natürlich trotzdem gefeiert...

29.12.09

weinerlich

Meine Kinder belieben momentan höchst weinerlich zu sein. Ich bin mir sehr unschlüssig, wie ich damit umgehen sollte. Ziemlich sicher bin ich mir, dass sie es - auch - als Druckmittel / Beeinflussungsmöglichkeit für sich entdeckt haben:

Nach dem Einschlafritual verlässt der treusorgende Elternteil das Schlafzimmer und ein Kindelein (oder auch zwei) fängt an zu jammern: "Ich kann noch nicht einschlafen. Ich kann ohne dich nicht einschlafen. Mama. Mamaaa. MAMAAAAAA...." spätestens dann ist Kind Nr. 2 auch wieder wach und stimmt mit ein. Kind 1 hat sich jüngst während so einer "ich-kann-meine-Eltern-hüppen-lassen-wie-ich-will-Aktion" auch noch ein "Mama, ich hab Angst. Ich hab ein Gespenst gehört!" einfallen lassen. Also bitte! Wir haben eine Lampe mit Wächterfischen im Kinderzimmer, die die Gespenster vertreiben! Mit solchen Tricks braucht man uns also nicht kommen...

Momentan reagieren wir mit mahnend-bestimmter Freundlichkeit und erklären Ruhezeit und verlassen das Zimmer wieder. Spätestens nach dem dritten Mal schleicht sich deutliche Genervtheit in unsere Stimmen. Ich habe beschlossen, dass wir versuchen, dem Herr zu werden, indem wir zu Beginn der Einschlafzeit alle fünf Minuten mal kurz reingucken. Aber uns nicht durch Gebrüll rumkommandieren lassen.

Nachts zeigt der liebste Sohnemann mit seinen 2,5 Jahren noch ärgerliche Brüllattacken. Er ist ja der weltbeste Schnullerverschmeißer und Deckenwegstrampler. Nun wacht er häufig auf und brüllt nach MAMAAA, die alles wieder richten soll. Ich selbst bin da relativ stressresistent und kann solche Aktionen schon schlafwandelnd bewältigen. Blöderweise reagiert der Ehegatte eher gereizt und mit Einschlafstörungen auf solch nächtliches Gezeter. Also muss was passieren. Aber was?

Würde sich das Trara auf die Nacht beschränken, wäre ich längst nicht so entschieden, was den Hintergrund des ganzen Jammertals betrifft. Inzwischen macht sich das aber auch tagsüber bemerkbar: Eben noch geht man guten Muts mit den Kindern im Wald spazieren, da fängt ein Kind an über kalte Füße zu jammern und hört nicht mehr auf. Das nächste Kind stimmt ins Jammern mit ein, mit einer abstrusen Geschichte über Busse, die ohne es abfahren und danach komme nie wieder ein Bus und überhaupt komme man dann nie wieder in den Wald. Keine guten Worte helfen und keine strengen. Auf den letzten Metern muss zum Bus gerannt werden, der schon an der Haltestelle steht. Drama deluxe. Im Bus dann endlich Ruhe.

Das Schlimme ist eigentlich, dass sich solche Dramen nur in unserer Anwesenheit abspielen und nie, wirklich nie NIE, wenn wir nicht da sind. Selbst die Nacht mit den Großeltern verlief ruhiger. Ist aber einer von uns greifbar, dann beginnen diese Aufmerksamkeitsspiele. Das nervt sooooooooooo! Gute Tipps sind wie immer willkommen!

27.12.09

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Stralsund ist eine Kurzreise wert! Viel Altstadt zum Ablaufen und Gucken und Staunen. Schöner Hafen mit viel Fischbrötchenbötchen. Viele Cafés und Restaurants. Viel Museum. Gorch Fock. Viele riesige Kirchen (die müssen da echt mal im Geld geschwommen sein). Akzeptables Hotel, wenn auch das Bett zu weich, die Bettdecke zu warm und das Bad zu müffelig war.

Einen Absacker gab es in einer Raucherbar. Fünf Leute anwesend (war ja noch früh), davon zwei rauchend, davon eine ich. Ehrlich, muss ich nicht mehr haben. Geh ich lieber draußen rauchen...

Die Kinder haben unseren Tripp merkwürdigerweise gut überstanden und den Großeltern sogar eine verhältnismäßig ruhige Nacht beschert...

Quintessenz - wie immer -: mehr davon!